Guter Junge

Guter Junge

Guter Junge

Originaltitel: Guter Junge – Regie: Torsten C. Fischer – Drehbuch: Karl-Heinz Käfer – Kamera: Martin Kukula – Schnitt: Benjamin Hembus – Musik: Fabian Römer – Darsteller: Klaus J. Behrendt, Sebastian Urzendowsky, Gabriele Maria Schmeide, Sandro Lohmann, Martin Brambach, Astrid Meyerfeldt, Komi Togbonu, Bernd Michael Lade, Matthias Brenner u.a. – 2008; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Nachdem seine Ex-Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, holt der Berliner Taxiunternehmer Achim seinen Sohn Sven zu sich. Aber es fällt ihm schwer, mit dem verschlossenen 17-Jährigen ins Gespräch zu kommen, und er will nicht wahrhaben, dass Sven kein Interesse an Mädchen hat – bis die Mutter eines kleinen Jungen mit einer Anzeige gegen Sven droht. Der Jugendliche ist pädophil. Statt mit Sven einen Spezialisten aufzusuchen, hofft Achim, das Problem mit ihm allein überwinden zu können ...
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Kritik

Der Film "Guter Junge" dämonisiert den jungen Pädophilen nicht, sondern zeigt eindringlich die Nöte des zwischen seinen Trieben und Schuldgefühlen zerrissenen Jugendlichen und den Konflikt, in den sein Vater gerät, als er herausfindet, was mit ihm los ist.
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Nachdem seine Ex-Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, holt der Berliner Taxiunternehmer Achim (Klaus J. Behrendt) seinen Sohn Sven (Sebastian Urzendowsky) zu sich. Aber es fällt ihm schwer, mit dem verschlossenen Siebzehnjährigen ins Gespräch zu kommen. Als seine Lebensgefährtin Julia (Gabriele Maria Schmeide), die sich über das gespannte Vater-Sohn-Verhältnis Sorgen macht, zufällig bemerkt, dass Sven sich Beine, Scham und Achseln rasiert, gibt sie ihrem Partner zu bedenken, ob der Junge schwul sein könnte, doch Achim tut die Vermutung als absurd ab.

Dann taucht die Mutter eines Elfjährigen namens Patrick (Sandro Lohmann) bei Achim im Büro auf und droht mit einer Anzeige gegen seinen Sohn: Sven habe Patrick zu erotischen Handlungen vor der Kamera verleitet, behauptet sie. Achim bricht eine abgesperrte Metallkiste Svens auf und stößt darin auf belichtete Videokassetten und eine Kamera, auf der noch Nacktaufnahmen von Patrick gespeichert sind. Schockiert und entrüstet schlägt Achim seinen Sohn und zwingt ihn, mit ihm zusammen alle Videos und einschlägigen Magazine zu verbrennen.

Von Schuldgefühlen gequält, fordert Sven seinen Vater auf, ihn in seinem Zimmer einzuschließen, aber das lehnt Achim ab. Er hofft darauf, dass Sven doch noch das richtige Mädchen kennen lernt und seine Pädophilie überwindet.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als in der Zeitung über die Fahndung nach einem Kinderschänder berichtet wird, fürchtet Achim das Schlimmste. Er bringt Sven zur Schule und holt ihn von dort ab, um ihn unter Kontrolle zu haben. Während er Taxi fährt, schaut er immer wieder nach ihm. Parallel dazu muss er einen Käufer für sein Unternehmen finden, weil er sonst Konkurs anmelden muss. Aufgrund der unerträglichen Belastung überwirft er sich mit Julia, die knapp vierzig ist und gern noch Mutter geworden wäre.

Sven versucht, seinem Vater zu erklären, dass er für Mädchen nichts empfindet, sondern in kleine Jungen verliebt ist, besonders, wenn sie wie Patrick aussehen. Er kämpft gegen die pädophile Neigung an, doch eines Tages macht er sich wieder an einen kleinen Jungen heran und fordert ihn auf, für die Kamera zu posieren. Der Junge rennt jedoch davon. Kurz darauf klingeln zwei Kriminalbeamte bei Achim. Sie wollen Sven verhaften.

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In ihrem Film „Guter Junge“ beschäftigen sich Karl-Heinz Käfer (Drehbuch) und Torsten C. Fischer (Regie) mit einem heiklen Thema: Pädophilie. Sie dämonisieren den jungen Pädophilen Sven nicht, sondern zeigen eindringlich die Nöte des zwischen seinen Trieben und Schuldgefühlen zerrissenen Jugendlichen und den Konflikt, in den sein Vater Achim gerät, als er herausfindet, was mit ihm los ist. Weil Achim seinen Sohn bei der Ehescheidung schon einmal verlor und das auf keinen Fall noch einmal durchmachen möchte, hört er nicht auf seine Lebensgefährtin, die ihm rät, mit Sven einen Spezialisten aufzusuchen. Stattdessen versucht er, das Problem mit Sven allein zu lösen.

Wir wollten zeigen, dass die Täter insofern auch Opfer sind, als sie keine Wahl haben. Sie können nichts dafür, dass sie so sind, wie sie sind, aber sie sind gleichwohl verantwortlich für ihr Tun. (Karl-Heinz Käfer)

Sebastian Urzendowsky (* 1985) hatte in dem Film „Ein Leben lang kurze Hosen tragen“ den Triebtäter Jürgen Bartsch (1946 – 1976) gespielt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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