Confidence

Confidence

Confidence

Originaltitel: Confidence – Regie: James Foley – Drehbuch: Doug Jung – Kamera: Juan Ruiz Anchía – Schnitt: Stuart Levy – Musik: Christophe Beck – Darsteller: Edward Burns, Rachel Weisz, Morris Chestnut, Leland Orser, Louis Lombardi, Paul Giamatti, Brian Van Holt, Dustin Hoffman, Robert Forster, Andy Garcia u.a. – 2003; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Ohne es zu ahnen, nehmen der Trickbetrüger Jake Vig und seine Bande einem ihrer Opfer 150 000 $ ab, die dem Gangsterboss Winston King gehören. Ein Bandenmitglied wird kurz darauf erschossen. Damit es den anderen nicht auch so ergeht, verspricht Jake, für King einen 5-Millionen-Coup durchzuführen. Das Vorhaben scheint allerdings von Anfang an unter einem schlechten Stern zu stehen ...
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Kritik

"Confidence" ist eine hektisch inszenierte Gaunergeschichte. Gegen Ende zu folgen überraschende Wendungen und Umdeutungen so rasch aufeinander, dass es schwer fällt, sie richtig einzuordnen.
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Als Lionel Dolby (Leland Orser) mit Jake Vig (Edward Burns) in einer Kneipe in Los Angeles einen kriminellen Deal abwickeln will und gerade seinen Koffer mit 150 000 Dollar geöffnet hat, kommt es zu einer Schießerei. Plötzlich liegt ein Toter blutüberströmt auf dem Boden, und Jake bedroht den Wirt mit seiner Waffe. Die Situation scheint außer Kontrolle geraten zu sein. Kurz bevor zwei Polizisten eintreffen, flüchtet Dolby und lässt das Geld zurück.

Er ahnt nicht, dass alles ein Fake mit künstlichem Blut war und die beiden Cops Whitworth (Donal Logue) und Manzano (Luis Guzmán) mit der Trickbetrüger-Bande von Jake Vig, Big Al (Louis Lombardi), Miles (Brian Van Holt) und Gordo (Paul Giamatti) gemeinsame Sache machen.

Kurz darauf erschießen zwei Gangster Big Al, und Dolbys Leiche wird aus dem Wasser gezogen. Bei dem Opfer des Trickbetrugs handelte es sich nämlich um den „Buchhalter“ des Unterweltkönigs Winston King (Dustin Hoffman), und dem gehörten auch die 150 000 Dollar. Das erfahren Jake und seine Komplizen erst jetzt.

Weil sie um ihr Leben fürchten, geht Jake in das Striplokal, das King betreibt und redet mit ihm, während er zwei neue Tänzerinnen (Melissa Lawner, Nicole Marie Lenz) einweist. Um sich und seine Bande freizukaufen, erklärt Jake sich bereit, einen Coup für den Gangsterboss durchzuführen und die Bank von Morgan Price (Robert Forster) um 5 Millionen Dollar zu betrügen. King besteht allerdings darauf, dass Lupus (Franky G), einer seiner Vertrauensleute, an der Planung und Durchführung beteiligt wird.

Als erstes heuert Jake die Taschendiebin Lily Finn (Rachel Weisz) an, die ihm kurz zuvor die Brieftasche stahl. Um ihre Eignung zu testen, spielt er mit ihr zusammen in einem Juweliergeschäft ein frisch verheiratetes, soeben auf der Straße beraubtes Paar. Es gelingt ihnen, Mr Lewis (Robert Pine), einen zufällig anwesenden Kunden, glauben zu machen, sie seien mit seiner Tochter Carolyn befreundet. Deshalb vertraut er ihnen, bezahlt ein wertvolles Schmuckstück mit seiner Kreditkarte für sie und lässt sich dafür einen (wertlosen) Scheck geben.

Lily macht sich in einer Bar an Grant Ashby (John Carroll Lynch) heran, den für Firmenkredite verantwortlichen Vizepräsidenten der von Morgan Price geführten Bank. Sie spielt ihm eine gestresste Geschäftsfrau vor und bringt ihn mit den übrigen Bandenmitgliedern zusammen, die ihm von einer zukunftsträchtigen Geschäftsidee im Elektronik-Bereich erzählen und darüber klagen, dass nach dem Platzen der Dotcom-Blase keine Bank bereit sei, dabei einzusteigen. Die Bande redet auf Ashby ein, bis er verspricht, einen Kredit über 5 Millionen Dollar zu bewilligen – zumal ihm dafür Schmiergeld auf ein Auslandskonto überwiesen werden soll.

Im letzten Augenblick droht der Coup zu platzen, denn Gunther Butan (Andy Garcia), ein Special Agent der Zollfahndung, erzählt den beiden korrupten Polizisten Whitworth und Manzano, er sei schon lange hinter Jake Vig her. Mit einem Video erpresst er sie, ihm bei der Festnahme und Beweissicherung zu helfen. Die beiden passen die Bande ab, als diese aus der Bank kommt, verlangen von Jake, dass er sie an dem geplanten Coup beteiligt und warnen ihn vor Butan.

Daraufhin meint Jake bei einer Lagebesprechung, er müsse das Vorhaben abblasen, denn Butan sei zu gefährlich. Lily protestiert. Es kommt zum Streit. Jake beleidigt Lily und wirft sie hinaus.

Sie ruft Morgan Price an und warnt ihn vor dem Coup. Als Gegenleistung für die Informationen verlangt sie 10 Prozent. So viel will der Banker nicht zahlen, aber sein afroamerikanischer Bodyguard Travis (Morris Chestnut) klärt ihn darüber auf, dass es sich um den in solchen Fällen üblichen Prozentsatz handele.

Gordo hebt die 5 Millionen im Ausland ab, packt das Geld in eine Reisetasche und fliegt zurück nach Ontario. Dort ist ein korrupter Zollbeamter eingeweiht.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Lupus ruft King an und verrät ihm, wann Gordo mit den 5 Millionen am Ontario Airport sein wird. Dort beobachtet Butan, wie Gordo mit der Reisetasche vom Zoll kontrolliert wird, dem Beamten ein Geldkuvert zuschiebt und dann eine öffentliche Toilette aufsucht. Statt Gordo kommt ein Afroamerikaner namens Harlin (Tommy Lister) mit der Reisetasche heraus und geht zu einem Auto, in dem King auf ihn wartet. Whitworth und Manzano wollen Harlin festnehmen, aber da kommen Streifenwagen mit heulenden Sirenen angefahren. Whitworth und Manzano, die Zivil tragen, werden ebenso verhaftet wie Harlin und King. In der Reisetasche finden die Beamten kein Geld, sondern zwei Kilogramm Heroin. Das wird reichen, um Winston King für längere Zeit ins Gefängnis zu bringen.

Miles, der sich ebenfalls am Ontario Airport befindet, meldet Jake telefonisch Kings Verhaftung.

Lupus gesteht Jake höhnisch, dass er Big Al in Kings Auftrag erschoss. Sie prügeln sich, bis Lupus seine Pistole zieht und seinen Gegner damit in Schach hält. Als er abdrücken will, wird er von hinten erschossen: Travis und Lily stehen in der Türe. Mit der noch rauchenden Pistole in der Hand fordert der Bodyguard Jake auf, mit ihm und Lily ins Auto zu steigen. Sie fahren zu einem einsamen Ort. Dort muss Jake sich auf den Boden knien, während Travis ihm die Pistole an den Kopf hält und wissen will, wo die 5 Millionen sind.

Die holt Gunther Butan inzwischen ab. Auf seine Anweisung hin vertauschte der Beamte, der Gordo kontrollierte, die Geldtasche gegen eine gleich aussehende Reisetasche, in der die Heroinpakete lagen.

Travis droht noch einmal, Jake zu erschießen, wenn er nicht verrät, wo das Geld versteckt ist. Da greift Lily unvermittelt in ihre Handtasche, nimmt eine Pistole heraus und erschießt Jake. Travis ist entsetzt. Er wollte Price das Geld zurückbringen, aber keinen Mord! Überstürzt verlässt er mit Lily den Tatort.

Als die beiden fort sind, kommt Gunther Butan angefahren und hält neben Jake. Der erhebt sich vom Boden, nimmt die Reisetasche in Empfang und fragt, ob sich sein Komplize den vereinbarten Anteil genommen habe. Sein Tod war nur vorgetäuscht. Ein paar Minuten später wird Jake von Lily, Gordo und Miles abgeholt. Er steigt mit der Reisetasche zu ihnen ins Cabriolet. Es war alles so abgesprochen. Sie werden sich das Geld teilen und brauchen Winston King nicht mehr zu fürchten.

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Doug Jung (Drehbuch) und James Foley (Regie) haben die Geschichte in eine Rahmenhandlung eingebettet, die sie auch zwischendurch immer wieder einblenden: Jake Vig kniet am Boden und legt ein Geständnis über einen 5-Millionen-Coup ab, während ihm Travis, der Bodyguard des betrogenen Bankers Morgan Price eine Pistole an den Kopf hält. Während er spricht, sehen wir in Rückblenden, was geschah.

„Confidence“ ist eine temporeich, wenn nicht hektisch inszenierte Gaunergeschichte über Gier und Vertrauen. Jake erklärt Lily, das Wort Vertrauen sei ein Synonym für Liebe. Mehr als auf die Figuren achteten Doug Jung und James Foley auf Verwicklungen in der Handlung. Und dabei sind sie übers Ziel hinausgeschossen: Gegen Ende zu folgen überraschende Wendungen und Umdeutungen so rasch aufeinander, dass es schwer fällt, sie richtig einzuordnen.

Während Edward Burns zu glatt wirkt, spielen Dustin Hofmann und Andy Garcia Karikaturen.

Wenn man das Ganze nicht ernst nimmt und auch nicht versucht, alle Zusammenhänge zu entwirren, ist „Confidence“ durchaus unterhaltsam.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

James Foley: Auf kurze Distanz

Peter Prange - Miss Emily Paxton
Es ist Peter Prange gelungen, eine Geschichte mit einer komplexen, spannenden Handlung zu erzählen und dabei ein eindrucksvolles Panorama der viktorianischen Gesellschaft zwischen den Polen Fortschrittsglaube und Kapitalismus entstehen zu lassen: "Miss Emily Paxton".
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