Maurice

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Maurice

Originaltitel: Maurice – Regie: James Ivory – Drehbuch: Kit Hesketh-Harvey und James Ivory, nach dem Roman "Maurice" von E. M. Forster – Kamera: Pierre Lhomme – Schnitt: Katherine Wenning – Musik: Richard Robbins – Darsteller: James Wilby, Hugh Grant, Rupert Graves, Denholm Elliott, Simon Callow, Billie Whitelaw, Barry Foster, Judy Parfitt, Phoebe Nicholls, Patrick Godfrey, Mark Tandy, Ben Kingsley u.a. – 1987; 135 Minuten

Inhaltsangabe

Als Maurice Hall 1909 in Cambridge zu studieren beginnt, stellt er verwirrt fest, dass er für Männer statt für Frauen schwärmt. Während sein platonisch-homoerotischer Freund Clive Durham die in der spätviktorianischen Gesellschaft als Abartigkeit geltende Homosexualität aus Angst vor Strafe und Ächtung schließlich verleugnet, findet Maurice an der Seite eines Wildhüters das Glück der Liebe ...
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Kritik

Bei der Verfilmung des Romans "Maurice" von E. M. Forster hielt James Ivory sich eng an die Vorlage und schuf einen stilvoll-elegischen, sensiblen und bewegenden Film nicht ohne Längen.
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Cambridge zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Student Clive Durham (Hugh Grant) erschreckt seinen Kommilitonen Maurice Hall (James Wilby) mit einer Liebeserklärung. Kurz darauf gesteht Maurice, dass er dasselbe für Clive empfindet, doch auf dessen Wunsch bleibt die homoerotische Beziehung platonisch, denn im viktorianischen Zeitalter steht Homosexualität als Sittenwidrigkeit unter Strafe, ganz abgesehen von der Ächtung durch die Gesellschaft.

Als Lord Risley (Mark Tandy), ein gemeinsamer Bekannter, wegen seiner Homosexualität zu einer Haftstrafe verurteilt wird, beginnt Clive, der inzwischen eine Karriere als Börsenmakler in London begonnen hat, seine sexuelle Orientierung zu verdrängen und heiratet Lady Anne Woods (Phoebe Nicholls).

Verzweifelt wendet Maurice sich an den Hausarzt seiner Familie (Denholm Elliot), der ihm rät, sich wegen seiner krankhaften Neigung von dem Psychologen Lasker-Jones (Ben Kingsley) behandeln zu lassen. Doch weder Hypnose noch ein hartes Boxtraining helfen Maurice, von seiner Homosexualität freizukommen.

Während eines Besuchs bei Clive und Anne begegnet Maurice dem Wildhüter Alec Scudder (Rupert Graves), der nachts durch sein Fenster klettert und mit ihm schläft. Die beiden verlieben sich. Nach einigen Wochen teilt Alec seinem Freund jedoch mit, er werde nach Argentinien auswandern. Am Abreisetag will ihn Maurice davon abhalten, an Bord des Schiffes zu gehen, aber er wartet am Pier vergeblich auf Alec. Daraufhin ahnt Maurice, wo er seinen Freund finden kann: Er eilt zum Bootshaus der Durhams. Dort fallen sich die beiden Liebenden in die Arme.

Clive muss dagegen damit leben, dass er seine wahren Gefühle hinter einer Fassade verbirgt.

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Nach „Zimmer mit Aussicht“ verfilmte James Ivory auch die Romane „Maurice“ und „Wiedersehen in Howards End“ von E. M. Forster (1879 – 1970).

In „Maurice“ geht es um einen jungen Mann, der 1909 in Cambridge zu studieren beginnt und verwirrt registriert, dass er für Männer statt für Frauen schwärmt. Während sein platonisch-homoerotischer Freund Clive die in der spätviktorianischen Gesellschaft als Abartigkeit geltende Homosexualität aus Angst vor Strafe und Ächtung schließlich verleugnet, findet Maurice an der Seite eines Wildhüters das Glück der Liebe.

„Maurice“ prangert die Repression des Staates und der Gesellschaft gegen die Homosexualität an. Edward Morgan Forster bzw. James Ivory wollen jeden dazu ermutigen, zu seinen Neigungen zu stehen und sich nicht aus Angst verbiegen zu lassen.

Der 1913/14 geschriebene Roman „Maurice“ ist teilweise autobiografisch. Edward Morgan Forster wagte es nicht, ihn zu seinen Lebzeiten zu veröffentlichen und widmete ihn „einer glücklicheren Zeit“. 1960 tippte Edward Morgan Forster eine vom ursprünglichen Manuskript abweichende Neufassung des Romans. Dieses Typoskript liegt dem 1971 erschienenen Buch zugrunde. Eine von Nils-Henning von Hugo vorgenommene Übertragung ins Deutsche gibt es seit 1988 (z. B.: Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M 2005, ISBN 978-3-596-15899-7, 295 Seiten).

James Ivory hat sich eng an die literarische Vorlage gehalten und einen elegischen, sensiblen und bewegenden Film nicht ohne Längen gedreht. Die stilvollen, ästhetischen Bilder stammen von Pierre Lhomme. Hervorzuheben sind auch die schauspielerischen Leistungen besonders von James Wilby, Hugh Grant und Rupert Graves.

In der Kategorie „bestes Kostümdesign“ wurde „Maurice“ für einen „Oscar“ nominiert, und bei den Filmfestspielen in Venedig gab es 1987 einen „Silbernen Löwen“ für den Film.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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Nuruddin Farah - Maps
Nuruddin Farah erzählt abwechselnd in der ersten, zweiten und dritten Person Singular, stets sehr ausführlich, hin und wieder in der Zeit hin- und herspringend. Breiten Raum nehmen in "Maps" auch die Träume der Hauptfigur ein.
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