Fateless. Roman eines Schicksallosen

Fateless. Roman eines Schicksallosen

Fateless. Roman eines Schicksallosen

Fateless. Roman eines Schicksallosen – Originaltitel: Sorstalanság – Regie: Lajos Koltai – Drebuch: Imre Kertesz nach seinem "Roman eines Schicksallosen" – Kamera: Gyula Pados – Schnitt: Hajnal Sellõ – Musik: Ennio Morricone, Lisa Gerrard – Darsteller: Marcell Nagy, Béla Dóra, Bálint Péntek, Áron Dimény, Péter Fancsikai, Zsolt Dér, András M. Kecskés, Dani Szabó, Tibor Mertz, Péter Vida, Endre Harkányi, Márton Brezina, Zoltán Bukovszki, Gábor Nyiri, Jenö Nagy, Bence Bihari, Patrik Holzmüller, Jakab Pilaszanovich, Zoltán Tóth, Péter Bryja, Krisztián Köles u. a. – 2004; 135 Minuten

Inhaltsangabe

György Köves wird 1944, mit vierzehneinhalb Jahren, von Budapest nach Auschwitz und von dort weiter nach Buchenwald deportiert. Er überlebte sowohl die Selektion im Vernichtungslager als auch die Gefangenschaft im Konzentrationslager und kehrte 1945 nach Budapest zurück.
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Kritik

Obwohl Imre Kertész selbst das Drehbuch für die Kino-Adaptation seines Buches "Roman eines Schicksallosen" schrieb, ist keine überzeugende Literaturverfilmung daraus geworden.
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Angeblich erklärte Imre Kertész sich nur deshalb bereit, das Drehbuch für die Verfilmung seines Bestsellers „Roman eines Schicksallosen“ zu schreiben, weil er andernfalls eine Trivialisierung befürchtete. Aber eine wirklich überzeugende Literaturverfilmung ist es trotzdem nicht geworden.

Die Handlung entwickelt sich im Film zwar auch chronologisch wie im Buch, während Imre Kertész jedoch in der literarischen Vorlage die Ich-Perspektive des Protagonisten György Köves konsequent durchhält, geschieht dies in der Adaptation fürs Kino nicht. Diese Verschiebung weg von der Subjektivität missachtet ein wesentliches Konstruktionsprinzip des Romans.

Für die Kameraführung in „Der Zauber von Malèna“ erhielt Lajos Koltai eine „Oscar“-Nominierung. „Roman eines Schicksallosen“ ist sein Debütfilm als Regisseur. Obwohl er die Kamera Gyula Pados überließ, wirkt sein Film vor allem optisch, und die Ästhetik der Bilder widerspricht dem, was sie darstellen.

Der Film von Lajos Koltai […] ist ein peinlich berührender Edel-KZ-Film geworden, ein Elendsbilderbogen der Luxusklasse, der dem Geist des Romans widerspricht, obwohl er seine Geschichte genauestens rapportiert. (Iris Radisch, Die Zeit, 2. Juni 2005)

Dass die Lagerszenen mit Ausnahme einiger Glücksmomente Györgys fast monochrom grau bzw. sepiafarben sind, ändert daran nichts.

Es beginnt […] mit einer unschuldigen Geschichte, in der die Farben wie in jedem Film sind, ein wenig bunt, aber nicht zu farbig. Sie haben eine gewisse Eleganz. Dann entwickelt es sich nicht nur zu einer Geschichte über den Verlust, sondern der Demontage. Der Mensch verliert alles. Und als sie in die Waggons steigen, bindet sie nichts mehr. Der letzte Weg hat begonnen. Da beginnt dann auch der Entzug der Farbigkeit. Wir kennen den Holocaust aus Dokumentationen, aus den Archiven, und nur darum verbinden wir ihn mit Schwarzweißbildern. Die Überlebenden wissen mehr und sie erinnern sich an eine farblose Welt. Wahrscheinlich haben sie mit ihrer Seele eine farblose Welt wahrgenommen […] Wir können uns dieser Sicht nur annähern, wenn wir die Farben abbauen und damit dieser Realität, die in den Köpfen ist, entgegenkommen. Der Holocaust ist auf jeden Fall farblos. Damit man uns die Geschichte glaubt, müssen wir Farbe wegnehmen und dann, auf dem Weg zurück, die Farbe auch wieder etwas zurückgeben, damit wir einen winzigen Hoffnungsschimmer setzen. Doch die Farben können nie wieder so sein, wie sie zu Anfang waren. (Lajos Koltai)

Die schauspielerischen Leistungen überzeugen ebenso wenig wie das Drehbuch oder die Inszenierung. Iris Radisch tut die Verfilmung des Buches „Roman eines Schicksallosen“ als „große KZ-Oper“ ab:

Der Kitsch beginnt im KZ. Hier entfernt sich der Film von allem, was er erzählen will, dem Helden, seinen Gefühlen, den Menschen um ihn herum, und hebt ab in gestylte Panoramen, Lichtinstallationen, Genrebilder, Choreografien. Auf dem Appellplatz schwanken die Häftlinge zum Violinenklang wie Gräser im Wind, und wenn der Junge des Nachts einsam im Gegenlicht durch Matsch und Regen zur Latrine wankt, ist’s wie ein Stück aus der Backlist des Berliner Ensembles. (Iris Radisch, Die Zeit, 2. Juni 2005)

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2009

Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen

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