Mifune

Mifune

Mifune

Originaltitel: Mifune - Regie: Søren Kragh-Jacobsen - Drehbuch: Anders Thomas Jensen und Søren Kragh-Jacobsen - Kamera: Anthony Dod Mantle - Schnitt: Valdis Oskarsdottir - Darsteller: Anders W. Bertelsen, Iben Hjejle, Jesper Asholt, Sofie Gråbøl, Emil Tarding, Anders Hove u.a. - 1999; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Kresten hat eine Managementkarriere begonnen und heiratet die Tochter des Firmeninhabers. Am Morgen nach der Hochzeit erfährt er, dass sein Vater gestorben ist. Seine Frau ist irritiert, denn sie glaubte, dass Krestens Eltern seit langer Zeit tot seien. Jetzt erfährt sie außerdem von seinem debilen Bruder Rud und der Herkunft des Yuppies vom Land.
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Kritik

In dem "Dogma"-Film "Mifune" geht es um Lügen und Wahrheit, tatsächliche und scheinbare Idioten. Daraus machte Søren Kragh-Jacobsen kein "zähneknirschendes Drama, sondern einen kleinen, einen augenzwinkernden Film" (so seine eigenen Worte).
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Kresten (Anders W. Berthelsen) hat in einem Unternehmen in Kopenhagen eine Managementkarriere begonnen und heiratet Claire (Sofie Gråbøl), die Tochter des Firmeninhabers. Am Morgen nach der Hochzeit erfährt er durch einen Anruf, dass sein Vater gestorben ist. Seine Frau ist irritiert, denn sie glaubte, dass Krestens Eltern seit langer Zeit tot seien. Jetzt erfährt sie außerdem von seinem Bruder Rud (Jesper Asholt), um den Kresten sich kümmern muss. Der Yuppie verschwieg auch seine Herkunft vom Land, aber nun holt ihn die verdrängte Vergangenheit ein.

Mit dem Wagen seiner Frau fährt Kresten nach Lolland. Er muss die Beerdigung seines Vaters arrangieren und eine Lösung für seinen debilen Bruder finden, der auf dem verwahrlosten Bauernhof allein nicht zurechtkommt. Weil Rud sich vehement dagegen wehrt, in ein Heim abgeschoben zu werden, bleibt Kresten nichts anderes übrig, als per Zeitungsanzeige eine Haushälterin zu suchen.

Die Bewerberin trifft als erstes auf Kresten, der zur Unterhaltung seines Bruders im Keller wie der Samurai Mifune brüllt (Akira Kurosawa: „Die sieben Samurai“) und dann mit einem Topf auf dem Kopf die Treppe heraufgestürmt kommt.

Kresten erwartet eine Matrone, nun aber steht ihm eine überraschte attraktive junge Frau namens Liva (Iben Hjejle) gegenüber. Er kann nicht ahnen, dass sie ihren Lebensunterhalt bisher in Kopenhagen als Callgirl verdiente, doch inzwischen genug hat von perversen Freiern und obszönen Anrufen. Umgekehrt verschweigt Kresten ihr, dass er beabsichtigt, sie nach einiger Zeit mit dem Schwachsinnigen allein auf dem Bauernhof zu lassen.

Liva lebt sich ein. Eines Tages taucht Claire auf. Als sie Kresten und Liva zusammen sieht, will sie keine Erklärung hören, nimmt ihren Wagen und fährt nach Kopenhagen zurück. Ihr Vater entlässt Kresten, und sie reicht die Scheidung ein.

Einige Zeit später muss Liva ihren pubertierenden, rebellierenden und aus dem Internat verwiesenen Bruder Bjarke (Emil Tarding) nachholen, der ihr nach einiger Zeit gesteht, die obszönen Anrufe fingiert zu haben. Nach anfänglicher Widerspenstigkeit findet auch er Rud und Kresten gar nicht so übel.

Zögernd verlieben Liva und Kresten sich. Als Liva merkt, dass er und sie es ernst meinen, hat sie Angst, dass er von ihrer Vergangenheit erfährt. Nach der ersten Liebesnacht mit ihm beschließt sie, den Hof zu verlassen. Sie flüchtet verwirrt in einen Gasthof, lässt sich dort mit Männern ein, bereut jedoch die Panikreaktion sofort und kehrt auf den Hof zurück, um zu packen.

Ein paar Bauern, die herausgefunden haben, dass Liva eine Prostituierte war, fahren auf den Hof und versuchen sie ins Auto zu zerren. Sie schlagen Kresten zusammen, der sie davon abhalten will, geben jedoch ihr Vorhaben auf.

Aufgrund verworrener Äußerungen Livas am Telefon machen sich vier ihrer ehemaligen Kolleginen Sorgen um sie und kommen aus Kopenhagen, um nach ihr zu sehen. Ihr erster Eindruck ist, dass sie von Kresten vergewaltigt wurde. Deshalb überfallen sie ihn und prügeln auf ihn ein, bis Liva eingreift und das Missverständnis aufklärt.

Dann gibt es doch noch ein Happyend.

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Bei den Dreharbeiten zu „Mifune“ hielt Søren Kragh-Jacobsen sich weitgehend an die 1995 aufgestellten „Dogma“-Regeln, das heißt: Handkamera, Originalton, Verzicht auf Kunstlicht und Kulissen. Aber ein paar Regelverstöße erlaubte er sich, schirmte bei einer Szene das Tageslicht durch ein schwarzes Tuch vor dem Fenster ab, lieh sich von einem Anstreicher eine hydraulische Plattform für den Kameramann aus und scheuchte Hühner vom Nachbarhof durchs Bild. Gedreht wurde sechs Wochen lang auf einem leer stehenden Bauernhof in Dänemark. Die Schauspieler, die in Wohnwagen auf dem Gelände übernachteten, trugen übrigens ihre eigene Kleidung.

Es geht um Lügen und Wahrheit, tatsächliche und scheinbare Idioten. Daraus machte Søren Kragh-Jacobsen kein „zähneknirschendes Drama, sondern einen kleinen, einen augenzwinkernden Film“ (so seine eigenen Worte). „Mifune“ ist eine mit leichter Hand inszenierte, unkonventionelle und spielerische Liebesgeschichte, bei der die von ausgezeichneten Schauspielern verkörperten Figuren auf einem durch Täuschungen verminten Feld herumtanzen und ohne Schaden – nein, sogar mit Gewinn – davonkommen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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