Mörder ohne Erinnerung

Mörder ohne Erinnerung

Mörder ohne Erinnerung

Mörder ohne Erinnerung / Totgemacht. The Alzheimer Case / Lost Memory. Killer ohne Erinnerung - Originaltitel: De zaak Alzheimer - Regie: Erik Van Looy - Drehbuch: Carl Joos und Erik van Looy, nach dem Roman "De zaak Alzheimer" von Jef Geeraerts - Kamera: Danny Elsen - Schnitt: Yoohan Leyssens, Philippe Ravoet - Musik: Stephen Warbeck - Darsteller: Jan Decleir, Koen De Bouw, Werner De Smedt, Jo De Meyere, Vic de Wachter, Tom Van Dyck, Hilde De Baerdemaeker, Lone van Roosendaal, Gene Bervoets, Lucas van den Eijnde, Els Dottermans, Anaïs Terryn, Patrick Descamps, Jappe Claes, Filip Peeters, Dirk Roofthooft, Laurien Van den Broeck, Deborah Ostrega, Roland De Jonghe u.a. - 2003; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Der alternde, an Morbus Alzheimer erkrankte Profikiller Angelo Ledda soll in Antwerpen eine Zwölfjährige erschießen, aber er weigert sich, ein Kind zu töten. Das Mädchen wird kurz darauf von einem anderen ermordet, und Ledda steht nun selbst auf der Abschussliste. Als er einen Zusammenhang zwischen dem Mordauftrag und Pädophilen entdeckt, beschließt er, auf eigene Faust Krieg zu führen ...
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Kritik

"Mörder ohne Erinnerung" ist ein spannender Thriller in düsteren Farben von Erik Van Looy. Überzeugend ist auch der Hauptdarsteller Jan Decleir.
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Der alternde Profikiller Angelo Ledda (Jan Decleir) trifft sich in Marseille mit Gilles Resnais (Patrick Descamps), der ihm den Auftrag erteilt, in Antwerpen zwei Personen zu erschießen. Die Unterlagen, aus denen hervorgeht, um wen es sich handelt, werden Ledda nach der Ankunft im Hotel übergeben.

Weil Ledda an Morbus Alzheimer erkrankt ist, notiert er sich alle benötigten Namen und Telefonnummern auf seinen linken Unterarm.

Der Baudezernent Bob Van Camp (Lucas van den Eijnde) ist die erste Zielperson. Bevor Ledda ihn erschießt, zwingt er ihn, seinen Safe zu öffnen und ihm eine darin aufbewahrte Audiokassette zu geben.

Am nächsten Tag wird Bob Van Camp von seiner Frau als vermisst gemeldet, und der mit ihr befreundete Polizeichef setzt Eric Vincke (Koen De Bouw), Freddy Verstuyft (Werner De Smedt) und Linda de Leenheer (Hilde De Baerdemaeker) auf den Fall an.

Leddas zweite Zielperson heißt Brigitte („Bieke“) Cuypers (Laurien Van den Broeck). Der Killer folgt ihr auf der Straße, als sie ihren Hund ausführt. Doch als er sie von hinten anspricht und sie sich umdreht, erschrickt er: Sie ist höchstens zwölf oder dreizehn. Ohne ein weiteres Wort geht Ledda fort und erklärt seinem Auftraggeber, er sei nicht bereit, Kinder zu erschießen.

Nachdem er eine Nacht mit der Prostituierten Anja (Deborah Ostrega) in seinem Hotelzimmer verbracht hat, erfährt Ledda am Morgen aus den Nachrichten, dass man die Leiche einer Zwölfjährigen namens Brigitte Cuypers gefunden habe. Offenbar wurde das Kind von einem Profikiller mit zwei Kugeln in die Brust und einem Schuss in den Kopf getötet. Bieke war von ihrem eigenen Vater (Dirk Roofthooft) gegen entsprechende Bezahlung an Pädophile vermittelt worden. Vor einer Woche hatte sich Kommissar Eric Vincke als angeblicher Freier mit einem Abhörmikrofon an die beiden herangemacht, war jedoch von dem Mädchen enttarnt worden. Beim folgenden Zugriff der Polizei war Biekes Vater erschossen worden. – Zuerst befürchtet Ledda, er habe den Auftrag doch noch ausgeführt und könne sich nur nicht daran erinnern, doch Anja versichert ihm, er sei die ganze Nacht im Zimmer gewesen.

In der Tiefgarage des Hotels spürt Ledda, dass jemand ihn belauert. Er warnt Anja, die ihm nachkommt, doch bevor sie versteht, was er meint, wird sie erschossen. Ledda lenkt den Mörder ab und überwältigt ihn. Es ist Gilles Resnais. Nachdem Ledda seinen früheren Auftraggeber, der ihn beseitigen wollte, gefesselt und geknebelt hinter das Lenkrad seines Wagens gesetzt hat, sprengt er das Fahrzeug mit einer Zeitzünderbombe. Dann meldet er sich unter dem falschem Namen Bernard Casoni als Zeuge bei der Polizei und behauptet, den Toten gekannt zu haben. Dessen Name sei Angelo Ledda gewesen. Die Polizei findet einen Ausweis auf diesen Namen, aber nachdem der Zeuge wieder fort ist, stellt sich heraus, dass Angelo Ledda seit vierzig Jahren tot sein soll. Man nimmt an, dass er als Siebzehnjähriger bei einem selbst gelegten Feuer mit seinem Vater im Elternhaus verbrannte. Angelos Bruder Paolo (Roland De Jonghe) lebt inzwischen in einem Heim, aber er kann der Polizei nicht helfen, denn er hat aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung sein Gedächtnis verloren.

Kurze Zeit später erschießt Ledda den Mann, der ihm die Unterlagen über die beiden Zielpersonen aushändigte: Seynaeve (Gene Bervoets).

Der Gerichtsmediziner stellt fest, dass Anja und Bieke mit derselben Waffe erschossen wurden; das Projektil, das Seynaeve tötete, stammt jedoch aus einer anderen.

Als Ledda alias Casoni sich erneut bei Kommissar Vincke meldet, weiß dieser bereits, dass es sich bei dem Anrufer um den noch lebenden Angelo Ledda handelt. Auch die Nummer des Handys, mit dem Ledda anruft, wird ermittelt – aber es läuft auf den Namen Seynaeves, und Ledda wirft es nach dem Anruf weg.

Das durch Bob Van Camps Verschwinden verwaiste Baudezernat wird von Jean de Haeck (Tom Van Dyck) übernommen, dem Sohn des früheren Ministers Gustave Baron de Haeck (Jo De Meyere). Als Ledda herausfindet, dass Jean de Haeck dem Pädophilen-Ring angehört, zu dessen Opfern Bieke Cuypers gehörte, beschließt er, diesen Abschaum der Gesellschaft zu beseitigen, und weil ihm die Polizei zu träge erscheint, handelt er auf eigene Faust. In einem Fensterputzer-Korb fährt er an der Fassade des Hochhauses entlang, in dem Jean de Haeck sein Büro hat. Er ertappt ihn mit einer Sekretärin und erschießt ihn. Gleich darauf meldet er den Mord der Polizei. Vincke und Freddy Verstuyft rasen zu dem Gebäude. In der Tiefgarage stoßen sie auf Ledda, der bei der Flucht durch einen Schuss in den linken Oberarm verletzt wird.

Als Ledda von einer Polizeistreife angehalten und erkannt wird, erschießt er einen der beiden Beamten (Jan Van Looveren) und überfährt den anderen. Der Gendarmerie-Major De Keyzer (Filip Peeters), der die Ermittlungen im Fall der ermordeten Streifenbeamten leitet, ist zunächst nicht bereit, mit seinen Kollegen von der Kriminalpolizei zusammenzuarbeiten, doch als sich herausstellt, dass der erschossene Polizist mit derselben Waffe getötet wurde wie Seynaeves, bleibt De Keyzer keine andere Wahl.

Obwohl Gustave Baron de Haeck in seinem Schloss seit der Ermordung seines Sohnes von einer Gendarmerieeinheit bewacht wird, gelingt es Ledda, in das Gebäude einzudringen, aber bevor er den Baron töten kann, wird er von Gendarmen festgenommen.

Ledda verweigert die Aussage, solange Kommissar Vincke nicht anwesend ist. Der wird erst fünfzehn Stunden nach Leddas Verhaftung von der Gendarmerie darüber informiert. Er besitze eine Audiokassette, auf der zu hören ist, wie Bob Van Camp vom Baron mit dem Tod bedroht wird, erklärt Ledda dem Kommissar, und er sei bereit, in einem Gerichtsverfahren gegen Gustave Baron de Haeck auszusagen, der offenbar nicht vor Mordaufträgen zurückschreckte, um seinen perversen Sohn zu beschützen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Staatsanwalt Marcel Bracke (Jappe Claes) warnt den Baron, er könne dessen Verhaftung nur noch eine Woche lang verzögern. Als der bigotte Aristokrat dem Staatsanwalt mit Enthüllungen über Finanzmanipulationen droht, meint dieser: „Solange Ledda lebt, kann ich nichts für Sie tun.“ De Haeck versteht den Wink und erpresst den mit ihm befreundeten Psychiater Joseph Vlerick (Vic de Wachter) mit seinem Wissen über dessen Teilnahme an Orgien dazu, bei einem Mordplan gegen den Belastungszeugen mitzumachen. Bracke sorgt dafür, dass Vlerick als Gutachter bestellt wird und verschafft ihm auf diese Weise Zutritt zu dem Gefängniskrankenhaus, in dem Ledda liegt. Sobald Vlerick mit Ledda allein ist, will er ihm Gift injizieren, aber der Gangster durchschaut und überwältigt ihn.

Mit Vlerick als Geisel versucht Ledda zu entkommen, doch als er zu der Limousine geht, in der Eric Vincke und Freddy Verstuyft auf ihn und die Geisel warten, wird Vlerick von einem Scharfschützen der Polizei tödlich getroffen. Ledda erreicht den Wagen und setzt sich in den Fond. Von allen Seiten fahren Streifenwagen auf und blockieren den Weg. Er könne sich aufgrund seiner Krankheit nicht mehr daran erinnern, wo er das belastende Tonband versteckte, sagt Ledda bedauernd, bevor er wieder aussteigt und in einem Kugelhagel stirbt.

Einige Zeit später findet Vincke die Kassette mit dem Beweismaterial in der kaputten Neonreklame an einem verwahrlosten Gebäude, das Angelo Leddas Vater gehört hatte. Gustave Baron de Haeck wird festgenommen.

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„Mörder ohne Erinnerung“ ist ein spannender Thriller in düsteren Farben von Erik Van Looy. Überzeugend ist auch der Hauptdarsteller Jan Decleir.

Dem Film liegt der 1985 veröffentlichte Roman „De zaak Alzheimer“ des belgischen Schriftstellers Jef Geeraerts (eigentlich: Jozef Adriaan Anna Geeraerts, * Antwerpen, 23. Februar 1930) zugrunde.

In Deutschland gibt es den Film unter verschiedenen Titeln: „Totgemacht. The Alzheimer Case“ (DVD, 2004), „Lost Memory. Killer ohne Erinnerung“ (DVD, 2005), „Mörder ohne Erinnerung“ (TV).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Alzheimer

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