Sein Name ist Mad Dog

Sein Name ist Mad Dog

Sein Name ist Mad Dog

Sein Name ist Mad Dog – Originaltitel: Mad Dog and Glory – Regie: John McNaughton – Drehbuch: Richard Price – Kamera: Robby Müller – Schnitt: Elena Maganini, Craig McKay – Musik: Elmer Bernstein – Darsteller: Robert De Niro, Uma Thurman, Bill Murray, David Caruso, Mike Starr, Tom Towles, Kathy Baker u.a. – 1993; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Der ängstliche und eigenbrötlerische Polizist Wayne Dobie wird von seinen Kollegen als "Mad Dog" verspottet. Durch Zufall wird er in einem Supermarkt mit einem Raubmord konfrontiert und rettet einem Kunden das Leben. Es handelt sich um Frank Milo, einen mafiösen Geldverleiher, der in seinem eigenen Nachtklub als Stand-up Comedian auftritt. Aus Dankbarkeit stellt er seinem Retter eine seiner attraktiven Bardamen für eine Woche zur Verfügung ...
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Kritik

Obwohl "Sein Name ist Mad Dog" mit einem Doppelmord beginnt, handelt es sich um eine etwas märchenhafte Komödie. Exzellente Schauspieler, pointierte Dialoge und einiges an Situationskomik sorgen für gute Unterhaltung.
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Weil Wayne Dobie (Robert De Niro) nicht so werden wollte wie sein Vater, der in seinem Laden Hüte verkaufte, ging er zur Polizei von Chicago. Als Mitarbeiter der Spurensicherung fotografiert er Tatorte. Lieber würde er kunstvolle Bilder aufnehmen, aber der ängstliche, von seinen Kollegen als „Mad Dog“ verspottete Einzelgänger glaubt nicht, dass sich sein Traum realisieren lässt.

Als er nach einem Einsatz in einem nahen Laden Waffeln für seinen Freund Mike (David Caruso) und andere Kollegen kaufen will, wird er mit einem Überfall konfrontiert: Ein Räuber steht hinter der Ladentheke und hat einen anderen, am Boden liegenden Mann in seiner Gewalt. Zum ersten Mal überhaupt zieht Wayne seine Dienstwaffe, aber statt den Verbrecher zu verhaften, öffnet er ihm die Kasse und fordert ihn auf, mit dem Geld zu verschwinden. Der Mann, der am Boden lag, ist gar nicht der Ladenbesitzer, wie Wayne annahm, sondern ein Kunde. Der Inhaber kauert in einer Ecke: Ihn hat der Raubmörder erschossen.

Kurz darauf wird Wayne am Tresen einer Kneipe von einem Fremden angesprochen. Er heißt Harold (Mike Starr) und arbeitet als Bodyguard für Frank Milo (Bill Murray), der als mafiöser Geldverleiher reich geworden ist und zum Spaß in seinem eigenen Nachtklub als Stand-up Comedian auftritt. Frank Milo ist der Mann, der während des Raubüberfalls am Boden lag. Er lädt seinen Lebensretter in den Klub ein und bietet ihm Freundschaft an.

Am nächsten Morgen steht Glory (Uma Thurman) bei Wayne vor der Tür, die betörende Bardame, die ihm in Frank Milos Klub beim Kaffee-Einschenken versehentlich die Hand verbrühte. Ihr Chef hat ihr aufgetragen, eine Woche lang den Verband seines neuen Freundes zu wechseln und ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Weil Glory sich nicht abweisen lässt, behält Wayne sie zwar in seiner Wohnung, geht aber wie gewohnt zum Dienst.

Als die Leiche des Ladendiebs in einer Mülltonne gefunden wird, vermutet Wayne, dass Frank Milo ihn umbringen ließ. Mit einem Mörder will er nichts zu tun haben. Deshalb versucht er am Abend, Glory hinauszuwerfen. Aber sie fleht ihn an, beiihm bleiben zu dürfen, denn andernfalls wäre Frank von ihr enttäuscht, und das hätte schlimme Konsequenzen für sie. Als ihr Bruder sich wegen seiner Überschuldung die Pulsadern aufgeschnitten hatte [Suizid], sorgte sie dafür, dass Frank ihm Geld lieh, und weil der Bruder nicht in der Lage ist, die Schulden zu tilgen, muss sie nun nicht nur in Franks Klub arbeiten, sondern auch sonst alles tun, was er von ihr verlangt. Einmal sei sie für ihn mit einem Überlandbus nach Detroit gefahren und habe jemandem eine Schachtel überbracht, in der sich eine abgeschnittene manikürte Hand befand, erzählt sie. – Notgedrungen setzt Wayne sich mit Glory vor den Fernseher.

Als aus der Wohnung der Nachbarin Lee (Kathy Baker) Lärm zu hören ist, klingelt Wayne bei ihr. Ein Kerl namens Andrew (Tom Towles) öffnet. Offenbar handelt es sich um einen gewalttätigen Liebhaber Lees. Wayne zeigt ihm seine Polizeimarke, aber Andrew ist ebenfalls beim Police Department und lässt sich nicht einschüchtern. Ohne etwas erreicht zu haben, kehrt Wayne in seine Wohnung zurück und sagt zu Glory: „Ich tue ja für meine Mitmenschen, was ich kann, aber ich bin nun mal kein Held.“

Am nächsten Tag stehen Wayne und Mike am Tresen, als Lee mit Andrew hereinkommt. Mike fallen sofort die Hämatome in Lees Gesicht auf, und nachdem Wayne seinen Verdacht bestätigt hat, dass Lee von dem Kerl geschlagen wurde, geht er hin, droht Andrew Prügel an und verscheucht ihn aus dem Lokal.

Glory verführt Wayne, der seit zwei Jahren nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen ist. Das Erlebnis macht Wayne euphorisch, er verliebt sich in Glory, und als die Woche um ist, will er nicht, dass sie zu Frank zurückkehrt. Der fährt persönlich mit dem Wagen vor, um sie abzuholen, und als sie nicht herunterkommt, schickt er Harold hinauf. In Waynes Wohnung trifft der Schläger jedoch statt Glory Waynes Freund Mike an, und er prügelt sich mit ihm. Schließlich schaut Frank nach, was los ist. Mike und Harold sind erschöpft und vom Kampf gezeichnet. „Haben Sie immer jemanden, der für sie kämpft?“, fragt Frank Wayne spöttisch, fügt aber gleich mit einem Blick auf Harold hinzu: „Das sage ausgerechnet ich.“

Er ist nun bereit, Wayne die Frau für 75 000 Dollar zu überlassen und reduziert den Preis auch noch auf 40 000 Dollar, zahlbar innerhalb von drei Tagen.

Sobald er fort ist, kommt Glory aus Lees Wohnung, wo sie sich versteckte. Sie wundert sich darüber, dass sie noch drei Tage bleiben kann.

Ohne ihr etwas von der Abmachung verraten zu haben, hebt Wayne sein Geld von der Bank ab und pumpt Bekannte an, aber mehr als 27 500 Dollar bekommt er nicht zusammen. Als er das Geld im Badezimmer zählt, ertappt Glory ihn und begreift sofort, dass sie ge- bzw. verkauft werden soll.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Verletzt und enttäuscht verlässt sie Wayne. Kurz darauf trifft Frank mit Harold und einer Reihe anderer Muskelprotze ein, um sein Geld zu kassieren. Wayne wirft den Umschlag mit den Banknoten kurzerhand in seinen Briefkasten und setzt sich auf die Eingangstreppe. Er habe das Geld nicht, und Glory sei auch nicht mehr da, erklärt er Frank. Der fordert ihn zum Einsteigen auf. Aber da hält eine zweite Limousine, aus der Mike und ein paar weitere Polizisten aussteigen. Plötzlich zieht Wayne seine Dienstpistole, richtet sie auf Frank und fordert ihn zum Faustkampf heraus. Frank bleibt nichts anderes übrig, als sich darauf einzulassen. Angefeuert von ihren jeweiligen Anhängern prügeln sich Frank und Wayne – bis Glory, die alles aus einiger Entfernung beobachtet hat, dazwischen geht und sich bereit erklärt, zu Frank zurückzukehren.

Frank verzichtet jedoch auf seine Ansprüche und sagt zu Wayne: „Nimm sie und ersticke an ihr!“

Nachdem sowohl die Gangster als auch die Polizisten weggefahren sind, sitzen Wayne und Glory allein auf den Stufen der Eingangstreppe. „Was wirst du jetzt tun?“, fragt Wayne, und Glory antwortet: „Gehen wir heim.“

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„Sein Name ist Mad Dog“ beginnt mit einem Doppelmord in Chicago: Ein Ganove erschießt einen Kerl auf dem Rücksitz eines Autos und nimmt das Geld ab, wird dann aber selbst von seinem neben ihm sitzenden Komplizen erschossen. Wer nun einen hard boiled Actionthriller erwartet, wird enttäuscht, denn der Auftakt gehört zu einer etwas märchenhaften Komödie. Sie dreht sich um den ängstlichen, als „Mad Dog“ verspotteten Polizisten Wayne Dobie, einen Antihelden, der durch die Liebe zu einer Frau über sich hinauswächst und sich mutig für sie einsetzt.

Als Wayne von Frank gefragt wird, ob er verheiratet sei, stammelt er: „Nein, nicht persönlich.“ Dialogzeilen wie diese und dazu einiges an Situationskomik sorgen in „Sein Name ist Mad Dog“ für gute Unterhaltung. Getragen wird die Komödie von exzellenten Schauspielern. Robert De Niro spielt den unsicheren Polizisten sehr überzeugend und facettenreich. Die Frau wird von Uma Thurman dargestellt, die zwar in dieser Rolle nicht viele Möglichkeiten hat, aber dennoch zumindest ansatzweise ihr schauspielerisches Können zeigt. Frank Milo, den egozentrischen Gegenspieler des unsicheren Polizisten, verkörpert Bill Murray, der hier ebenso wie Robert De Niro gegen sein Image besetzt ist und sich wohltuend zurücknimmt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

John McNaughton: Wild Things

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