Wild Things

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Originaltitel: Wild Things – Regie: John McNaughton – Drehbuch: Stephen Peters – Kamera: Jeffrey A. Kimball – Schnitt: Elena Maganini – Musik: George S. Clinton – Darsteller: Matt Dillon, Denise Richards, Neve Campbell, Kevin Bacon, Bill Murray, Theresa Russell, Daphne Rubin-Vega, Robert Wagner, Carrie Snodgress, Jeff Perry u.a. – 1998; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Sam Lombardo ist ein junger Lehrer an der High School in Blue Bay, Florida. Die attraktive Schülerin Kelly van Ryan himmelt ihn an und versucht, ihn zu verführen, aber er widersteht ihr. Daraufhin beschuldigt sie ihn, sie vergewaltigt zu haben, und Kellys reiche, einflussreiche Mutter sorgt dafür, dass Lombardo vom Dienst suspendiert wird. Als sich ein weiteres Mädchen bei der Polizei meldet und behauptet, Lombardo habe sie vor einem Jahr vergewaltigt, wird er festgenommen und muss sich vor Gericht verantworten ...
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Kritik

Bei "Wild Things" von John McNaughton handelt es sich um einen Thriller, bei dem nach 20 Minuten eine überraschende Wendung die andere jagt. Das ist trotz einiger Konstruktionsmängel spannend und unterhaltsam.
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Sam Lombardo (Matt Dillon) ist ein junger Lehrer an der High School in Blue Bay, Florida. Obwohl er als Frauenheld bekannt ist, hütet er sich vor Affären mit seinen Schülerinnen. Die attraktive Kelly van Ryan (Denise Richards), die ihn anhimmelt, will das nicht hinnehmen und versucht, ihn zusammen mit ihrer Mitschülerin Nicole Beach (Toi Svane Stepp) zu verführen. Als sie sich kurz vor dem Ziel sieht, schickt sie Nicole weg und geht allein zu Lombardo ins Haus.

Kurze Zeit später kommt sie frustriert wieder heraus. Hat Lombardo ihr widerstanden? Ihrer Mutter Sandra (Theresa Russell) erzählt sie, er habe sie vergewaltigt. Sandra van Ryan, die Erbin eines Immobilienimperiums, ist nicht nur steinreich, sondern hat auch einflussreiche Freunde. Seit ihr Ehemann sich vor einem Jahr erschoss, holt sie sich ihre wechselnden Liebhaber in die mondäne Villa. Auch Lombardo war bereits mit ihr zusammen.

Bei der polizeilichen Vernehmung behauptet Kelly unter Tränen, sie habe sich verzweifelt gewehrt, aber Mr Lombardo sei auf dem Fußboden gewaltsam in sie eingedrungen, habe allerdings nicht ejakuliert. Detective Gloria Perez (Daphne Rubin-Vega) misstraut Kelly und hält es für möglich, dass die Schülerin gar nicht vergewaltigt wurde, sondern sich nur an dem Lehrer rächen will, der sie möglicherweise zurückgewiesen hatte. Ihr Kollege Sergeant Ray Duquette (Kevin Bacon) zweifelt jedoch nicht an Kellys Darstellung.

Der Rektor Art Maddox (Dennis Neal) suspendiert Lombardo vom Dienst, und niemand in Blue Bay mag sich noch mit ihm sehen lassen; er wird gemieden. Seine Freundin Barbara (Jennifer Bini Taylor) trennt sich von ihm, und ihr reicher Vater, der Rechtsanwalt Tom Baxter (Robert Wagner), untersagt Lombardo das Betreten seines Anwesens. Frankie Condo (Eduardo Yáñez), einer von Sandras Liebhabern, drängt Lombardo bei einer Autofahrt von der Straße ab und schlägt ihn zusammen, als er aus dem Wrack klettert. Suzie Toller (Neve Campbell), eine drogensüchtige Siebzehnjährige, die bei ihrer Mutter Ruby (Carrie Snodgress) ausgezogen ist und allein in einem Wohnwagen haust, meldet sich bei der Polizei und sagt aus, sie sei vor einem Jahr ebenfalls von Sam Lombardo vergewaltigt worden.

Daraufhin wird er festgenommen und auch nicht gegen eine Kaution bis zur Gerichtsverhandlung freigelassen. Der einzige Anwalt, der bereit ist, Lombardo zu verteidigen, ist ein Winkeladvokat namens Kenneth („Ken“) Bowden (Bill Murray). Im Zeugenstand bestätigen Kelly und Suzie ihre Aussagen, doch als Bowden Suzie in die Enge treibt, gibt sie zu, gelogen zu haben, um sich an Sam Lombardo zu rächen, weil der Lehrer, den sie für ihren Freund hielt, sich nicht um sie kümmerte, als sie straffällig wurde. Kelly sei ebensowenig wie sie von Lombardo vergewaltigt worden und habe sie zu der Falschaussage angestiftet. Für Kelly sei der Lehrer seit dem Selbstmord ihres Vaters ein Idol gewesen. Als er sich nicht von ihr verführen ließ, kam sie auf die Idee, ihn wegen Vergewaltigung anzuzeigen.

Die Richterin Sylvia B. Waxman (Victoria Bass) verfügt die Freilassung des Angeklagten, und Bowden schlägt für seinen zu Unrecht verfolgten Mandanten in einem außergerichtlichen Vergleich mit Sandra van Ryan eine Abfindung in Höhe von 8 Millionen Dollar heraus.

Der Fall scheint abgeschlossen zu sein. Aber Gloria Perez findet heraus, dass Lombardo aufgrund seiner Affären mit anspruchsvollen Frauen verschuldet war und hält es für verdächtig, dass die Abfindung auf ein Nummernkonto im Ausland transferiert wurde. Ray Duquette sucht deshalb Suzie in ihrem Wohnwagen auf und verunsichert sie, indem er andeutet, er wisse, dass sie nicht nur mit Kelly, sondern auch mit Lombardo gemeinsame Sache machte. Aber bei Dreiecksbeziehungen müsse am Ende immer eine Person ausscheiden, und das wäre in diesem Fall wohl nicht die reiche Kelly van Ryan, sondern sie. Wie von Duquette erwartet, setzt sich Suzie nach diesem Gespräch aufgeregt mit ihrer Freundin Kelly in Verbindung – und er filmt die beiden jungen Frauen beim Liebesspiel. Sein Vorgesetzter will jedoch nicht, dass die Aufnahme verwendet wird, weil sie widerrechtlich auf dem Anwesen von Sandra van Ryan gemacht wurde und er befürchtet, dass der Skandal die Polizei in Misskredit bringen würde.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Einige Tage danach lockt Kelly Suzie in die Dünen und geht dann unter einem Vorwand zum Wagen zurück – während Lombardo, der sich offenbar vorher mit ihr absprach, plötzlich neben Suzie steht und sie mit einer Flasche erschlägt. Kelly, die es aus einiger Entfernung mit ansieht, hilft ihm, die Leiche in den Kofferraum zu heben, und sie bringen die Tote in die Everglades.

Ruby meldet ihre Tochter als vermisst.

In einer der folgenden Nächte wird Sandra van Ryan durch Schüsse im Gästehaus ihres Anwesens aufgeschreckt. Sie rennt hin, trifft auf den verstört wirkenden Sergeant Duquette und entdeckt im Gästehaus die Leiche ihrer Tochter. Duquette sagt aus, er habe Kelly nach dem Verschwinden von Suzie Toller beschützen wollen und sie deshalb aufgesucht, sei von ihr jedoch mit einer Schusswaffe angegriffen worden und habe in Notwehr zurückgeschossen.

Aufgrund von Indizien kommt die Polizei zu dem Schluss, dass Suzie Toller von Kelly van Ryan ermordet wurde.

Sam Lombardo verlässt Florida und zieht sich auf eine Karibikinsel zurück. Dort taucht schließlich auch Ray Duquette auf: Der korrupte Polizist war bei dem Komplott von Anfang an dabei. Lombardo lädt ihn zu einem Segeltörn ein. Dabei kommt es zum Kampf zwischen den beiden Männern, denn Lombardo will die 8 Millionen nicht mit Duquette teilen. Unvermittelt kommt eine Frau an Deck: Suzie Toller! Ihre Ermordung in den Dünen hatten sie und Lombardo nur vorgetäuscht. Nachdem Lombardo seinen Komplizen umgebracht hat, bricht er mit Magenkrämpfen zusammen und begreift, dass Suzie in vergiftet hat. Er kann nichts mehr dagegen tun, dass er durch ein Segelmanöver Suzies ins Wasser geschleudert wird und ertrinkt.

Ken Bowden bringt Suzie Toller die 8 Millionen.

Im Nachspann sehen wir, was sich tatsächlich im Gästehaus der van Ryans abspielte: Ray Duquette drang mit zwei Pistolen ein, erschoss Kelly kaltblütig, schob der Toten die andere Waffe in die Hand, die bis dahin mit einem Tuch umwickelt gewesen war und ließ es so aussehen, als habe Kelly auf ihn gefeuert.

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In den ersten Minuten wirkt „Wild Things“ von Stephen Peters (Drehbuch) und John McNaughton (Regie) wie der Beginn einer Seifenoper über Reiche und Schöne in Florida oder eines Highschoolfilms über einen von verführerischen Schülerinnen bedrängten jungen Lehrer. Allerdings holt Jeffrey A. Kimball (Kamera) auch die Sümpfe der Everglades mit den dort lebenden Alligatoren ins Bild – und das deutet darauf hin, dass die Fassaden einstürzen werden. Tatsächlich handelt es sich bei „Wild Things“ mehr um die Parodie einer Seifenoper. Nach zwanzig Minuten scheint der Film zum Gerichtsdrama zu werden, aber auch das ist nur eine Durchgangsphase und mündet in eine Thrillerhandlung mit teuflischen Plänen, mörderischen Intrigen und immer neuen Wendungen. „Niemand ist das, was er zu sein scheint“, sagt Ray Duquette einmal, und Unschuldige gibt es in „Wild Things“ nicht. Alles dreht sich um die Gier nach Geld und Sex.

Vielleicht wäre der Film glaubwürdiger, wenn Stephen Peters und John McNaughton auf den einen oder anderen Twist verzichtet hätten. Störend ist auch, dass Kelly van Ryan frustriert aus Sam Lombardos Haus kommt, obwohl sie dazu – wie wir später erfahren – keinen Grund hat und auch keinen Zeugen etwas vormachen muss; sie spielt das also nur, um die Zuschauer in die Irre zu führen. Aber ungeachtet solcher Einwände ist „Wild Things“ vor allem wegen der vielen überraschenden Wendungen spannend und unterhaltsam.

Übrigens hat John McNaughton sich einige aufschlussreiche Szenen für den Abspann aufgespart.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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