Verborgenes Feuer

Verborgenes Feuer

Verborgenes Feuer

Verborgenes Feuer – Originaltitel: Firelight – Regie: William Nicholson – Drehbuch: William Nicholson – Kamera: Nic Morris – Schnitt: Chris Wimble – Musik: Christopher Cunning – Darsteller: Sophie Marceau, Stephen Dillane, Kevin Anderson, Dominique Belcourt, Lia Williams, Joss Ackland, Sally Dexter, Emma Amos, Maggie McCarthy, Wolf Kahler, Annabel Giles, John Flanagan, Valerie Minifie, Diana Payan, John Hodgkinson, Anthony Dutton, Hugh Walters u.a. – 1997; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Um die Schulden ihres Vaters bezahlen zu können, lässt sich die Schweizerin Elisabeth Laurier 1837 von einem reichen, inkognito bleibenden Engländer schwängern. Die Tochter wird ihr sofort nach der Geburt weggenommen. Elisabeth kann weder das Kind noch dessen Vater vergessen. Nach 7 Jahren findet sie seine Identität heraus und wird von seiner ahnungslosen Schwägerin Constance als Gouvernante seiner 7-jährigen Tochter Louisa angestellt ...
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Kritik

William Nicholson lässt sich Zeit, die romantische Liebesgeschichte zu erzählen. Statt auf vordergründige Effekte setzt er in "Verborgenes Feuer" auf große, verbotene und lang unterdrückte Gefühle.
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Um die Schulden ihres Vaters bezahlen und ihn aus dem Gefängnis befreien zu können, lässt sich die junge, attraktive Schweizerin Elisabeth Laurier (Sophie Marceau) 1837 auf einen ungewöhnlichen Vertrag mit einem ihr unbekannten Engländer (Stephen Dillane) ein, der mit ihr ein Kind zeugen möchte, um für einen Erben oder eine Erbin zu sorgen. Das Kind – eine Tochter – wird Elisabeth gemäß der Vereinbarung unmittelbar nach der Geburt weggenommen und unter strengster Geheimhaltung zum Vater gebracht, von dessen Identität Elisabeth nichts erfährt.

Die junge Frau kann weder das Kind noch dessen Vater vergessen. Nach sieben Jahren findet sie heraus, wer der Engländer ist: Er heißt Charles Godwin. Von seiner ahnungslosen Schwägerin Constance (Lia Williams), die auf seinem großen südenglischen Landgut den Haushalt führt, seit ihre Schwester Amy (Annabel Giles) aufgrund eines Reitunfalls vor zehn Jahren im Wachkoma liegt, lässt Elisabeth sich als Gouvernante der siebenjährigen Louisa (Dominique Beleourt) anstellen. Als der ordnungsliebende, pflichtbewusste Hausherr die Mutter seiner Tochter erblickt, erschrickt er und drängt sie unter vier Augen, so rasch wie möglich wieder abzureisen. Um ihr allerdings ein Zeugnis ausstellen zu können, auf das sie ein Anrecht hat, muss er sie mindestens einen Monat lang beschäftigen.

Während das vom Vater verwöhnte, eingebildete und eigensinnige Mädchen allein in diesem Jahr bereits vier Erzieherinnen vergraulte, scheitern ihre Mobbing-Versuche bei Elisabeth, die sich mit Strenge und Konsequenz, Liebe und Verständnis durchsetzt.

Der reiche amerikanische Schafzüchter John Taylor (Kevin Anderson), der gerade bei Charles zu Besuch ist, schätzt das Aussehen und die Charakterstärke der Gouvernante. Deshalb macht er ihr am Tag vor seiner Rückreise in die USA einen Heiratsantrag, aber Elisabeth lehnt höflich ab: Sie sieht ihre Aufgabe darin, aus Louisa eine gebildete und liebenswürdige junge Frau zu machen.

Davon, dass Elisabeth am Monatsende abreisen soll, ist bald nicht mehr die Rede. Elisabeth sieht Charles heimlich zu, wenn er nackt im Meer badet, und Charles erinnert sich bei ihrem Anblick an die drei Nächte, die er mit ihr vor sieben Jahren in einem Hotelzimmer verbrachte. Es dauert nicht lang, da liegen die beiden wieder miteinander im Bett.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

In einer besonders kalten Winternacht löscht Charles in dem Zimmer, in dem Amy liegt, das Kaminfeuer, öffnet das Fenster und kniet sich betend neben das Bett. Am anderen Morgen stellt der Arzt Amys Tod fest [Sterbehilfe].

Constance, die ihrem Schwager seit zehn Jahren nah ist, hofft nun darauf, dass er sie zur Frau nimmt – und wird bittet enttäuscht, als sie begreift, dass sein Herz nicht ihr, sondern der Gouvernante gehört. Großmütig zieht sie sich zurück und überlässt Elisabeth das Feld, denn sie möchte, dass Charles glücklich wird.

Auch Charles ungehobelter, lebensgieriger Vater, Lord Clare (Joss Ackland), der mit seiner derzeitigen Geliebten Molly Holland (Sally Dexter) zu der Beerdigung seiner Schwiegertochter anreist, ist von Elisabeth angetan.

Louisa hat längst bemerkt, dass Charles und Elisabeth miteinander ein Verhältnis haben. Heimlich durchsucht sie das Zimmer der Gouvernante und findet dabei ein liebevoll angelegtes Poesiealbum, dem sie entnimmt, dass Elisabeth die Mutter ist, die ihr so gefehlt hat.

Weil sich bei einer Begutachtung herausstellt, dass die Ländereien heillos überschuldet sind, verlassen Charles, Elisabeth und Louisa das Gut und brechen in eine gemeinsame Zukunft auf.

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„Verborgenes Feuer“ (Originaltitel: „Firelight“) ist zwar ein sorgfältig ausgestattetes Kostümdrama, aber William Nicholson interessiert sich in seinem Debütfilm als Regisseur vor allem für die Charaktere mit ihren in einer Welt voller Verbote unterdrückten Emotionen. Die starre Reglementierung wird nicht nur durch blassblaue Farben, Eis und Schnee symbolisiert, sondern auch in einer Szene, in der Elisabeth Laurier sich entkleidet und ihre Schnürkorsetts löst. Sophie Marceau gelingt es vorzüglich, mit Blicken und winzigen Gesten darzustellen, wie sich die leidenschaftliche Elisabeth Laurier bemüht, Haltung zu bewahren.

William Nicholson lässt sich Zeit, die romantische Liebesgeschichte zu erzählen und achtet darauf, dass der Handlungsablauf nicht ins Stocken gerät. Statt auf vordergründige Effekte setzt er – wie in „Shadowlands“, wofür er das Drehbuch schrieb – auf große, verbotene und lang unterdrückte Gefühle. Dabei schrammt er mehrmals haarscharf am Kitsch vorbei, was nicht zuletzt an der rührseligen, aufdringlichen Musikuntermalung liegt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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