Madame de …

Madame de …

Madame de …

Originaltitel: Madame de … – Regie: Max Ophüls – Drehbuch: Marcel Achard, Max Ophüls, Annette Wademant, nach dem Roman "Madame de …" von Louise de Vilmorin – Kamera: Christian Matras – Schnitt: Borys Lewin – Musik: Oscar Straus, Georges Van Parys – Darsteller: Charles Boyer, Danielle Darrieux, Vittorio De Sica, Jean Debucourt, Jean Galland, Mireille Perrey, Paul Azaïs, Hubert Noël, Lia Di Leo u.a. – 1953; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Durch ihren leichtsinnigen Lebensstil gerät Madame de … in finanzielle Schwierigkeiten und ersucht deshalb einen Juwelier in Paris, die kostbaren Ohrringe zurückzunehmen, die sie von ihrem Ehemann, einem reichen General, geschenkt bekam. Am Abend behauptet sie, den Schmuck verloren zu haben. Auf dem Umweg über Konstantinopel gelangen die Juwelen in den Besitz eines italienischen Diplomaten, der sich in Madame de ... verliebt.
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Kritik

Sehenswert ist das Melodram "Madame de …" v. a. wegen der außergewöhnlich eleganten Kameraführung. Die Kamera ist ständig in langsamer Bewegung und durchfährt beispielsweise in sehr langen Takes Säle, um einen Darsteller im Bild zu behalten.
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Madame de … (Danielle Darrieux), die Ehefrau des reichen Grafen und Generals André de … (Charles Boyer) in Paris, verfügt zwar über sehr viel Geld, gerät jedoch durch ihren aufwändigen Lebensstil in finanzielle Schwierigkeiten und ersucht deshalb den Juwelier Rémy (Jean Debucourt), die kostbaren Ohrringe zurückzunehmen, die sie am Tag nach der Hochzeit von ihrem Ehemann geschenkt bekam. Was sie dem General sagen werde, fragt der Juwelier. Da werde sie sich schon etwas ausdenken, lautet die Antwort.

Am Abend in der Oper tut Louise so, als habe sie die Ohrringe verloren. Ihr Mann sucht den Schmuck zunächst in der Loge, dann in der Kutsche und schließlich zu Hause. Vergeblich. Wurden die Ohrringe vielleicht gestohlen?

Die Zeitungen berichten am nächsten Tag über den vermeintlichen Juwelen-Diebstahl. Rémy muss etwas unternehmen, denn er kann keine Ohrringe verkaufen, die angeblich gestohlen wurden. Also sucht er den General auf, bringt ihm den Schmuck und vertraut ihm an, wie er am Vortag in den Besitz der Ohrringe kam. Er habe angenommen, der Verkauf der Juwelen sei mit dem General abgesprochen gewesen, behauptet er. Ohne Louise etwas zu sagen, kauft der General den Schmuck zum zweiten Mal – und schenkt ihn seiner Geliebten Lola (Lia Di Leo) zum Abschied, als er sie zum Orient-Express bringt.

Lola versetzt die Ohrringe in einem Spielkasino in Konstantinopel, um nach einer Pechsträhne beim Roulette weiterspielen zu können.

Der italienische Diplomat Fabrizio Baron Donati (Vittorio De Sica) sieht die Juwelen während eines Aufenthalts in Konstantinopel, und weil sie ihm gefallen, kauft er sie.

Bei der Zollkontrolle in Basel legt er es darauf an, von der begehrenswerten Madame de … bemerkt zu werden. Und ein paar Tage später richtet er es in Paris so ein, dass ihre Kutschen zusammenstoßen. Er umwirbt Louise, obwohl er weiß, dass sie vielen Herren Hoffnungen macht. Diesmal verliebt Louise sich wirklich, und weil sie dadurch in ein Gefühlschaos gerät, reist sie mit ihrer Zofe für einige Zeit nach Italien. Bevor sie losfährt, schenkt Donati ihr die Ohrringe. Er schreibt ihr jeden Tag. Louise antwortet, zerreißt jedoch alle ihre Briefe. Schließlich hält Donati es nicht mehr aus, und er reist ihr nach.

Als Madame de … wieder in Paris ist, will sie die Ohrringe, die als Symbol der Liebe des Barons inzwischen auch einen persönlichen Wert für sie haben, in der Öffentlichkeit tragen. Also versteckt sie den Schmuck in einem Paar Handschuhen und täuscht ihrem Ehemann ein zufälliges Wiederfinden der Juwelen vor.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Selbstverständlich durchschaut General de … die Lüge. Auf dem Ball an diesem Abend verlangt er die Ohrringe von seiner Frau, zeigt sie seinem Rivalen und will wissen, ob dieser sie aus Konstantinopel mitgebracht habe. Der Baron gibt es zu. Daraufhin überlässt ihm der General den Schmuck und fordert ihn auf, Rémy die Juwelen zu verkaufen. Außerdem nimmt er ihm das Versprechen ab, sich von Madame de … fernzuhalten.

Zum dritten Mal erwirbt der General die Ohrringe von Rémy, und um Louise zu demütigen, zwingt er sie, den Schmuck ihrer Nichte zu schenken, die gerade ein Kind geboren hat.

Die junge Mutter behält die Juwelen jedoch nicht, sondern bringt sie zu Rémy, um mit dem Erlös den Konkurs ihres Ehemanns zu verhindern. Diesmal kauft General de … sie allerdings nicht zurück. Er hat kein Interesse mehr daran. Stattdessen drängt Madame de … den Juwelier, die Ohrringe niemand anderem als ihr zu verkaufen. Sie benötigt allerdings noch etwas Zeit, um durch das Versetzen anderen Schmucks das Geld dafür aufzutreiben.

Das beweist ihrem Mann, dass sie Fabrizio Donati ernsthaft liebt. Deshalb provoziert er seinen Nebenbuhler vor allen Leuten im Club und fordert ihn zum Pistolenduell.

Louise weiß, dass ihr Mann ein Meisterschütze ist und Donati keine Chance gegen ihn hat. Aufgewühlt bringt sie die Ohrringe in die Kirche und legt sie als Opfergabe auf einen Seitenaltar, während sie dafür betet, dass Donati am Leben bleibt. Sie hätten doch nur in Gedanken gesündigt, meint sie.

Im Morgengrauen folgt sie den Duellanten in den Wald. Als sie den ersten Schuss hört und ahnt, dass dieser von ihrem Mann abgegeben wurde, ist sie noch zu weit entfernt, um etwas zu sehen. Vergeblich wartet sie auf einen zweiten Knall. Da bricht sie zusammen und stirbt.

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Das Melodram „Madame de …“ basiert auf dem gleichnamigen Roman, den die französische Schriftstellerin Louise Lévêque de Vilmorin (1902 – 1969) 1951 veröffentlichte. Ähnlich wie bei Arthur Schnitzlers „Reigen“ ist die Dramaturgie kreisförmig angelegt. In „Madame de …“ dreht sich die Handlung um ein Paar Ohrringe. Von den drei Hauptfiguren ist insbesondere die des Generals facettenreich angelegt. Sehenswert ist „Madame de …“ wegen der exzellenten und außergewöhnlich eleganten Kameraführung von Christian Matras. Die Kamera ist ständig in langsamer Bewegung und durchfährt beispielsweise in sehr langen Takes Säle, um einen Darsteller im Bild zu behalten.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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Kein auktorialer Erzähler tritt hier auf, sondern ein Autor, der sich auf einen mittelalterlichen Chronisten beruft. Dadurch wirkt die archaische Erzählung "Dem Tod entgegen" von Amos Oz wie ein authentischer Bericht.
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