Der Boxer

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Der Boxer

Der Boxer - Originaltitel: The Boxer - Regie: Jim Sheridan - Drehbuch: Jim Sheridan und Terry George - Kamera: Chris Menges - Schnitt: - Clive Barrett und Gerry Hambling - Musik: Gavin Friday und Maurice Seezer - Darsteller: Daniel Day-Lewis, Emily Watson, Gerard McSorley, Brian Cox, Ken Stott, Ciarán Fitzgerald, Kenneth Cranham u.a. -  Minuten

Inhaltsangabe

Als der frühere IRA-Kämpfer Danny Flynn nach 14 Jahren geläutert aus dem Gefängnis kommt, eröffnet er in Belfast eine Boxerschule, die katholischen wie protestantischen Jugendlichen offen stehen soll. Dass Danny und seine Jugendfreundin Maggie sich noch immer lieben, gilt als tabu, denn Maggie ist inzwischen die Frau eines inhaftierten IRA-Aktivisten. Durch die verbotene Liebe und seinen Pazifismus brüskiert Danny die Fanatiker, die vor Mordanschlägen nicht zurückschrecken ...
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Kritik

In "Der Boxer" erzählt Jim Sheridan eine melodramatische Liebesgeschichte vor der Kulisse des irischen Bürgerkriegs. Sehenswert sind vor allem die beiden außergewöhnlichen Schauspieler Daniel Day-Lewis und Emily Watson.
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Wegen guter Führung wird der frühere IRA-Kämpfer Danny Flynn (Daniel Day-Lewis) nach vierzehn Jahren aus der Haft entlassen und kehrt in sein Stadtviertel in Belfast zurück.

Der inzwischen Zweiunddreißigjährige, der in seiner Jugend boxte, eröffnet zusammen mit seinem damaligen Manager Ike Weir (Ken Scott) im Gemeindezentrum eine Boxschule, und zwar eine konfessionslose, bei der katholische wie protestantische Jugendliche mitmachen können, denn er hat während der Haft umgedacht und engagiert sich jetzt für den Frieden. Das gefällt Scharfmachern wie dem IRA-Kämpfer Harry (Gerard McSorley) gar nicht.

Harry ist auch gegen den Waffenstillstand mit den Briten, für den der verwitwete IRA-Führer Joe Hamill (Brian Cox) sich einsetzt.

Joes inzwischen dreißigjährige Tochter Maggie (Emily Watson) war Dannys Jugendfreundin. Nach seiner Inhaftierung heiratete sie seinen besten Freund und bekam einen Sohn – Liam (Claran Fitzgerald) –, aber ihr Ehemann sitzt nun auch wegen seiner IRA-Zugehörigkeit im Gefängnis, und von den Frauen der „Gefangenen“ verlangt die IRA absolute Treue. Deshalb gilt es als Sakrileg, dass Maggie und Danny auch nach vierzehn Jahren Trennung nicht aufgehört haben, sich zu lieben.

Als Ike von einem britischen Polizeioffizier für die Boxschule gestiftete Turnschuhe und Boxhandschuhe annimmt, heizt Harry die Stimmung an und ermordet den Briten mit einer Autobombe. Liam, der beobachtete, wie Maggie sich mit Danny traf, schleicht sich aus Zorn darüber mit ein paar anderen Jugendlichen in das Gemeindezentrum und zündet die gestifteten Sportartikel an. Das Feuer gerät jedoch außer Kontrolle und zerstört die gesamte Halle.

Harry weist Joe darauf hin, dass Liam der Brandstifter war und rät ihm maliziös, seinen Enkel nach dem Grund zu fragen. Auf diese Weise findet Joe heraus, dass Maggie und Danny sich noch immer lieben. Maggie beteuert, Danny nicht einmal geküsst zu haben, aber ihr Vater warnt sie vor weiteren Zusammenkünften mit Danny: Sie bringe dadurch dessen Leben in Gefahr.

Nach einer Aussprache mit Maggie zieht der wortkarge Boxer allein nach London und beginnt dort eine Karriere. Bei einem der Boxkämpfe kann sich sein bereits mehrmals angezählter Gegner kaum noch auf den Beinen halten, aber der Ringrichter und das Publikum bestehen darauf, dass weitergekämpft wird. Danny protestiert, und als der Ringrichter nicht darauf eingeht, klettert er aus dem Ring, obwohl deshalb sein völlig desorientierter Gegner zum Sieger ausgerufen wird.

Enttäuscht aber ungebeugt und ohne seine Integrität verloren zu haben, kehrt Danny nach Belfast zurück. Weil Ike inzwischen im Streit von Harry getötet wurde, muss er die Sporthalle ohne seinen Partner wieder aufbauen. Hilfe bekommt er von Liam, der seinen Fehler eingesehen hat.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als Danny mit Maggie und Liam im Auto ertappt wird, keilen ihn die Fanatiker mit ihren Fahrzeugen ein, schlagen ihn mit Baseballschlägern zusammen und nehmen ihn mit zu einer Unterführung, wo Harry einem anderen IRA-Aktivisten befiehlt, den Wehrlosen zu erschießen. Der Schütze hat jedoch von Joe einen anderen Befehl bekommen: Er tötet Harry anstelle von Danny.

Die Männer sind verschwunden, als Marry und Liam eintreffen und Danny in die Arme schließen.

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In „Der Boxer“ erzählt Jim Sheridan eine melodramatische Liebesgeschichte vor der Kulisse des irischen Bürgerkriegs. Der ehemalige IRA-Kämpfer Danny Flynn, der sich nach der Entlassung aus dem Gefängnis um Frieden bemüht und die Ehefrau eines anderen inhaftierten IRA-Aktivisten liebt, wird von dem sturen Hass der Fanatiker bedroht und entgeht am Ende nur knapp seiner Hinrichtung im Namen der IRA. Obwohl sich das nach einem politischen Film anhört, setzt Jim Sheridan sich in „Der Boxer“ nicht mit dem Bürgerkrieg auseinander, sondern erzählt nur die persönliche Geschichte Dannys und versucht, dadurch Betroffenheit zu erzeugen. Die IRA bekommt zumindest noch einige Gesichter – Joe, Harry und ein halbes Dutzend weitere –, aber von den Briten sieht man nur über den Hausdächern knatternde Hubschrauber und martialisch ausgerüstete Straßenkampfformationen. An der formalen Umsetzung – vor allem an der Kameraführung – ist nichts auszusetzen, und sehenswert ist „Der Boxer“ schon allein aufgrund der schauspielerischen Leistung von Daniel Day-Lewis und Emily Watson, die sich ohne viele Worte und Gesten differenziert und intensiv ausdrücken.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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