Brothers

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Brothers / DVD: Brothers. Zwei Brüder. Eine Liebe – Originaltitel: Brothers – Regie: Jim Sheridan – Drehbuch: David Benioff, nach dem Film "Brødre" von Susanne Bier und Anders Thomas Jensen – Kamera: Frederick Elmes – Schnitt: Jay Cassidy – Musik: Thomas Newman – Darsteller: Jake Gyllenhaal, Tobey Maguire, Natalie Portman, Bailee Madison, Taylor Geare, Sam Shepard, Mare Winningham, Patrick Flueger, Carey Mulligan, Ethan Suplee u.a. – 2009; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Hank Cahill schätzt seinen Sohn Sam. Der junge US-Offizier ist glücklich verheiratet und hat zwei liebe Töchter. Sams Bruder Tommy hat dagegen gerade eine Haftstrafe wegen Bankraubs verbüßt. Kurz nachdem Sam erneut nach Afghanistan flog, erhält seine Frau Grace die Nachricht, er sei umgekommen. Das bringt Tommy zur Besinnung: Er kümmert sich um die Schwägerin und seine beiden kleinen Nichten. Dann stellt sich heraus, dass Sam doch nicht tot ist. Aber er kehrt als gebrochener Mann heim ...
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Kritik

"Brothers", das Remake eines Films von Susanne Bier, ist zugleich Antikriegs- und Familiendrama. Jim Sheridan entwickelt die Geschichte ruhig und schnörkellos. Auch die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend.
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Am 7. Oktober 2007, drei Tage bevor er zu seinem vierten Einsatz in Afghanistan fliegen wird, holt Captain Sam Cahill (Tobey Maguire) seinen Bruder vom Gefängnis ab. Tommy Cahill (Jake Gyllenhaal), der eine Haftstrafe wegen Bankraubs verbüßte, wird vom Vater verachtet, und daraus macht der Vietnam-Veteran Hank Cahill (Sam Shepard) auch beim Abendessen mit den beiden Söhnen, seiner Frau Elsie (Mare Winningham), seiner Schwiegertochter Grace (Natalie Portman) und den beiden Enkelinnen Isabelle und Maggie (Bailee Madison, Taylor Geare) kein Hehl. Hank sieht Sam als Helden und Tommy als schwarzes Schaf der Familie. Grace mag ihren Schwager ebenfalls nicht.

Bald nach Sams Abreise stehen Leutnant Sanderson und ein Militärseelsorger (Jason E. Hill, Kevin Wiggins) bei Grace vor der Tür. Sie weiß sofort, was das bedeutet: Sam ist tot. Der Offizier berichtet von einem Hubschrauber-Absturz in Afghanistan.

Eines Nachts ruft Tommy gegen 3 Uhr seine Schwägerin aus einer Bar an: Er ist betrunken und kann seine Rechnung nicht begleichen. Widerwillig fährt Grace mit den schlafenden Kindern hin, bezahlt 47 Dollar und nimmt Tommy mit nach Hause.

Am nächsten Morgen kommt Hank vorbei und kritisiert den Zustand der Küche. Ohne sich mit Grace abzusprechen, holt Tommy drei Kumpel (Ethan Suplee, Arron Shiver, Ray Prewitt) und beginnt mit ihnen die Küche zu renovieren. Grace ist zunächst verärgert, aber dann beobachtet sie, wie liebevoll Tommy mit seinen beiden Nichten umgeht und wie dies den Mädchen hilft, über den Verlust des Vaters hinwegzukommen. Sie ändert ihre Meinung über den Schwager, und dieser gewinnt im Lauf der Zeit sogar die Achtung seines Vaters zurück.

Als Zuschauer wissen wir bereits, dass zwei Insassen des abgestürzten Hubschraubers überlebten: Sam Cahill und der Private Joe Willis (Patrick Flueger). Allerdings fielen sie den Taliban in die Hände und wurden verschleppt. Zwei Monate lang werden die beiden in einem Erdloch gefangen gehalten und misshandelt. Dann stellt ein Anführer der Taliban (Yousuf Azami) den amerikanischen Offizier vor die Wahl, entweder seinen Kameraden totzuschlagen oder selbst erschossen zu werden. Sam ringt mit sich und prügelt schließlich mit einem Rohr auf Joe Willis ein.

Bald darauf greift eine Einheit der US-Army das Lager der Taliban an und befreit Sam.

Grace wird telefonisch davon unterrichtet, dass ihr Mann lebt und auf dem Weg zu ihr ist.

Er ist nicht mehr derselbe. Sowohl Grace als auch Tommy fragen, was ihn bedrückt, aber er kann nicht darüber reden, was er getan hat. Die Schuld drückt ihn nieder.

Joe Willis‘ Witwe Cassie (Carey Mulligan) fragt ihn, ob er gesehen habe, wie ihr Mann starb. Sam sagt nein.


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Weil er merkt, dass er für Grace eine Belastung ist und die Töchter lieber mit ihrem Onkel als mit ihm spielen, meldet er sich zum Dienst zurück, aber sein Vorgesetzter schickt ihn wieder nach Hause und rät ihm, erst einmal die begonnene Psychotherapie fortzusetzen.

Sam ist überzeugt, dass Grace und Tommy miteinander geschlafen haben. Er stellt sie getrennt zur Rede und glaubt ihren gegenteiligen Beteuerungen nicht.

Zu Isabelles Geburtstagsfeier bei den Großeltern bringt Tommy seine neue Freundin Tina (Jenny Wade) mit, die gedankenlos über den Kriegseinsatz der Amerikaner in Afghanistan plaudert. Zum Eklat kommt es, als Maggie sich darüber beschwert, dass der Vater bei ihrem Geburtstag nicht zu Hause war und Isabelle nicht nur meint, er wäre besser doch gestorben, sondern auch trotzig behauptet, ihre Mutter und ihr Onkel würden miteinander schlafen.

Danach setzt Sam sich mit einer Pistole in der Hand in die Küche. Besorgt telefoniert Grace mit ihrer Schwiegermutter, bevor sie zu ihm geht, um ihn zu beruhigen. Sam hört nicht auf sie, sondern zertrümmert die renovierte Kücheneinrichtung. Tommy, der im Haus der Eltern mitbekam, dass Grace sich Sorgen macht, kommt zur Tür herein. Ruhig geht er auf seinen zornigen Bruder zu und nimmt ihn in die Arme. Sam lässt es sich gefallen, aber als er die Sirenen von Streifenwagen hört, glaubt er, Tommy habe die Polizei gerufen und bedroht ihn mit der Waffe. Dann rennt er ins Freie, den Polizisten entgegen, und statt die Pistole wegzulegen, schießt er in die Luft. Grace und Tommy befürchten das Schlimmste. Tommy fordert die Streifenbeamten auf, sich zurückzuhalten. Sam drückt sich den Lauf der Waffe an die Schläfe. Sein Bruder redet auf ihn ein, bis er die Pistole fallen lässt. Im nächsten Augenblick werfen sich Polizisten auf ihn und nehmen ihn fest.

Grace besucht ihn in einer psychiatrischen Anstalt. Mit der Drohung, sie werde sich von ihm trennen, wenn er ihr nicht endlich sage, was ihn bedrückt, bringt sie ihn zum reden: Sam gesteht, Joe Willis erschlagen zu haben.

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Bei „Brothers“ – DVD-Titel: „Brothers. Zwei Brüder. Eine Liebe“ – handelt es sich um ein Hollywood-Remake des Dramas „Brothers. Zwischen Brüdern“ der Regisseurin Susanne Bier und des Drehbuchautors Anders Thomas Jensen. David Benioff (Drehbuch) und Jim Sheridan (Regie) halten sich zwar eng an die Vorlage, aber ihr Film ist weniger schroff und kantig als das dänische Original.

Brothers. Zwischen Brüdern – Originaltitel: Brødre – Regie: Susanne Bier – Drehbuch: Anders Thomas Jensen, Susanne Bier – Kamera: Morten Søborg – Schnitt: Pernille Bech Christensen, Adam Nielsen – Musik: Johan Söderqvist – Darsteller: Connie Nielsen, Ulrich Thomsen, Nikolaj Lie Kaas, Sarah Juel Werner, Rebecca Løgstrup, Bent Mejding, Solbjørg Højfeldt, Niels Olsen, Paw Henriksen u.a. – 2004; 115 Minuten

Im Zentrum des Antikriegsdramas „Brothers“ steht zwar ein grauenhaftes Kriegsverbrechen in Afghanistan, aber David Benioff und Jim Sheridan konzentrieren sich ebenso wie Anders Thomas Jensen und Susanne Bier auf die Traumatisierung des Kriegsheimkehrers Sam Cahill und die Folgen. „Brothers“ ist zugleich ein Familiendrama. Dabei geht es vor allem um Sams Bruder Tommy, der nach dem vermeintlichen Tod des Offiziers unerwartet Verantwortung übernimmt und sich um seine Schwägerin und die beiden Nichten kümmert.

Die Geschichte wird ruhig und schnörkellos erzählt. Auch die schauspielerischen Leistungen sind überzeugend.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

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