Tatjana Gsell


Tanja Gick wurde am 21. Mai 1971 in Ebern, nordwestlich von Bamberg, geboren. Nach dem Abbruch der Graf-Stauffenberg-Realschule in Bamberg im Dezember 1987 ließ Tanja sich zur Kosmetikerin ausbilden.

Mit zweiundzwanzig lernte sie den fünfundvierzig Jahre älteren Schönheitschirurgen Franz Gsell (1926 – 2003) kennen, in dessen Klinik für Ästhetisch-Plastische Chirurgie in Nürnberg sie beschäftigt war. 1996 heirateten die beiden.

Tatjana Gsell – wie sie sich inzwischen nannte – zog gern Blicke auf sich. Nachdem ihr der Ehemann die Nase verschönert und die Brüste vergrößert hatte, ließ sie sich mit ihren nackten »Silikon-Juwelen« (»Bild«) in der »Bild«-Zeitung vom 29. Januar 2002 abbilden. »Als Mediengeschöpf, wie nur die Provinz es hervorbringen kann, war sie für alles zu haben, was Schlagzeilen versprach«, schrieb Anna von Münchhausen in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«.

Während Tatjana Gsell im Winter 2002/03 mit Helmut Becker, dem neunundzwanzig Jahre älteren Inhaber eines Düsseldorfer Autohauses, in Marbella turtelte, wurde Franz Gsell am Nachmittag des 5. Januar 2003 in seiner Villa in der Sibeliusstraße in Nürnberg niedergeschlagen.

Mit Prellungen und Hämatomen im Gesicht, einer aufgeplatzten Unterlippe, gebrochenen Rippen und einer Lungenquetschung musste er ins Krankenhaus gebracht werden. Dort fiel der Sechsundsiebzigjährige nach einiger Zeit ins Koma und verstarb am 26. März 2003 um 23.26 Uhr an multiplem Organversagen infolge einer Infektion. In einer Todesanzeige seiner zwei Wochen nach dem Überfall aus Marbella zurückgeflogenen Witwe hieß es: »Begrenzt ist das Leben, doch unendlich meine Liebe zu dir.«

Am 24. April 2003 wurde Tatjana Gesell festgenommen. Zur Tatzeit hatte sie sich zwar in Marbella aufgehalten, aber man verdächtigte sie als Anstifterin eines Raubüberfalls mit Todesfolge auf ihren Ehemann, von dem angenommen wurde, er habe nichts von ihren Plänen geahnt. Deshalb galt es zunächst auch als zweifelhaft, ob sie dessen Millionenerbe würde antreten können. Ein glamouröses Partygirl, das einen dreimal so alten Millionär heiratet und ihn nach sieben Jahren Ehe loswerden möchte: Das wäre ein Fall nach dem Geschmack der Klatschkolumnisten gewesen! Auf Dr. Bernhard Wankel, den Nürnberger Justizpressesprecher, prasselten die Anfragen der Journalisten und Klatschreporter ein: »Ich habe mir zwar gedacht, dass jetzt was kommt, aber über einen solchen Rummel war ich schon erstaunt.«

173 Tage verbrachte die Luxus gewohnte Dame in Untersuchungshaft. »Momentan arbeitet Tatjana Gsell als Autorin an ihrem ersten Buch und bereitet sich auf ihr eigenes TV-Format vor«, hieß es auf der Website von »ProSieben«. »Außerdem stellt sie gerade ihre erste eigene Kosmetik-Linie zusammen.« Im Widerspruch dazu verriet Tatjana Gsell der Illustrierten »Bunte«, sie habe sich während der Haft mit Selbstmordgedanken beschäftigt.

Die Ermittlungen ergaben schließlich, dass Franz Gsell nicht so unschuldig gewesen war, wie man zunächst angenommen hatte.

In Marbella sei ihr das Geld ausgegangen, erklärte Tatjana Gsell, weil sie von ihrem Ehemann nichts mehr bekam und Helmut Becker in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Ende 2002 ließ Franz Gsell sogar die Kreditkarte seiner Frau sperren und setzte sie damit peinlichen Situationen aus. Da kam sie auf die Idee, ihren in der Garage in Nürnberg stehenden dunkelblauen Mercedes 500 SEL zu verkaufen. Auf das Inserat in einer Autozeitschrift meldete sich jedoch nur ein einziger Interessent, Velimir V., der zu einer von Belgrad aus operierenden internationalen Autoschieberbande gehörte. Er soll 30 000 Euro für die Luxuslimousine im Wert von 100 000 Euro geboten und Tatjana Gsell vorgeschlagen haben, gegenüber ihrer Kaskoversicherung einen Autodiebstahl vorzutäuschen. (2014 erklärte Tatjana Gsell, sie habe zwar mit dem Gedanken gespielt, den Plan allerdings nicht verwirklicht.)

Am 5. Januar 2003 um 18.30 Uhr meldeten sich zwei Mitglieder der Autoschieberbande bei ihm in seiner Villa in Nürnberg-Erlenstegen, und er ließ sie ein. Weil die beiden Kriminellen nicht, wie vereinbart, 30 000 Euro für den Mercedes bezahlen wollten und Gsell sich weigerte, ihnen die Autoschlüssel und -papiere auszuhändigen, kam es zum Streit. Einer der beiden Ganoven schlug den Schönheitschirurgen mehrmals ins Gesicht und stieß ihn gegen ein Treppengeländer. Danach flüchteten die Autoschieber ohne die Luxuslimousine.

Erst einige Zeit später wurde die Polizei alarmiert. Die Beamten fanden Franz Gsell verletzt und geknebelt vor. Er sagte aus, vermummte Einbrecher hätten in überfallen, mit einer Axt bedroht und gezwungen, den Tresor zu öffnen. Tatsächlich war die Scheibe der Terrassentür eingeschlagen, und im Garten stellten die Ermittler ein Beil, zwei Wollmützen und eine aus Rumänien stammende Plastiktüte mit Erdbeermarmelade-Flecken sicher. Außerdem fand man in der Nähe der Auffahrt Nürnberg-Nord zur A3 Franz Gsells Geldbörse mit Kreditkarten und seinem Personalausweis.

Jemand scheint Franz Gsell geholfen haben, einen Raubüberfall vorzutäuschen und die Polizei in die Irre zu führen. Der Verdacht fiel auf den mit Tatjana Gsell seit der gemeinsamen Jugend in Bamberg befreundeten Staatsanwalt Stefan M. Die Ermittler kamen zu der Überzeugung, dass Tatjana Gsell den Dreiunddreißigjährigen dazu gebracht hatte, zur Tatzeit in der Nähe der Villa aufzupassen und ihr dann die 30 000 Euro abzüglich ihrer Schulden bei ihm nach Marbella zu schicken. Nach den außer Kontrolle geratenen Vorgängen soll der Staatsanwalt dem Schönheitschirurgen geholfen haben, falsche Spuren zu legen.

Zwei Wochen später ließ Gsell seiner Versicherung durch einen Anwalt den angeblichen Schaden melden: Eine Herrenarmbanduhr der Marke »Bulgari« im Wert von 16 000 Euro, Tatjanas Ehering, der 10 000 Euro gekostet hatte, 5000 Euro in Scheinen und eine Geldbörse mit 650 Euro.

»Eine tragische Seifenoper, in der lauter Leute vorkommen, die für die Illusion, am brausenden Leben teilzuhaben, eine Menge unverständlicher Dinge getan haben«, meinte Hans Leyendecker in der »Süddeutschen Zeitung« vom 9./10. Oktober 2003.

Wenn Tatjana Gsell einen Strafbefehl des Amtsgerichtes Nürnberg in Höhe von 72 000 Euro akzeptiert hätte, wäre es gar nicht erst zur Hauptverhandlung gekommen. Warum legte sie Einspruch dagegen ein? In den Medien wurde spekuliert, sie könne sich zu diesem Schritt entschlossen haben, um nicht als Zeugin in einem Verfahren gegen ihren im Juni 2003 vom Dienst suspendierten und am 18. Juli 2003 inhaftierten Jugendfreund Stefan M. aussagen zu müssen. (Als Mitangeklagte konnte sie dagegen von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machen.)

Zum Auftakt des Prozesses vor dem Amtsgericht Nürnberg am 13. Juli 2004 trat Tatjana Gsell – beschützt von zwei Leibwächtern – in unschuldigem Weiß und mit zum Pferdeschwanz zusammengebundenen blonden Haaren ins Blitzlichtgewitter. Die Frage der Vorsitzenden Richterin Ute Kusch, was sie derzeit beruflich mache, beantwortete Tatjana Gsell mit »Schwierig …«

Helmut Becker gab als Zeuge zu, in Marbella auf Kosten seiner Geliebten gelebt zu haben. Allein die Hotelkosten schätzte er auf 90 000 Euro. Von Velimir V.s kriminellem Vorschlag habe er nichts gehalten und Tatjana davon abgeraten, darauf einzugehen. Am Abend des 5. Januar 2003 sei er mit ihr in einem chinesischen Restaurant gewesen. Durch einen Anruf habe sie von der Verletzung ihres Mannes erfahren und beinahe einen Nervenzusammenbruch erlitten.

Forouzandeh Gsell, die aus dem Iran stammende geschiedene Ex-Frau des Verstorbenen, sagte im Zeugenstand unter Eid aus, sie habe in den Wochen vor der Tat mehrmals mit ihm telefoniert und es sei ihr so vorgekommen, als werde er von ihrer Nachfolgerin unter Druck gesetzt. Tatjana Gsell habe dem Schönheitschirurgen gedroht, ihn ohne Toupet auf die Straße zu schicken, wenn er ihr nicht genügend Geld zur Verfügung stelle.

Tatjana Gsell räumte den versuchten Betrug ein. Stefan M. widerrief dagegen sein Geständnis und beteuerte: »Ich habe nie etwas mit dieser Tat zu tun gehabt.« Warum Tatjana ihn mit hineinzuziehen versuche, könne er sich nicht erklären. Bei diesen Worten verdrehte seine Mitangeklagte die Augen.

Das Gericht befand die beiden Angeklagten des gemeinschaftlichen versuchten Versicherungsmissbrauchs und Vortäuschens einer Straftat für schuldig. Die Vorsitzende Richterin, die keinen Hehl daraus machte, dass sie Tatjana Gsell für »die Initiatorin des Ganzen« hielt, warf der Witwe vor: »Sie haben mehrere Männer ins Unglück gestürzt.« Die Richterin hielt es für erwiesen, dass Stefan M. an der Tat beteiligt gewesen war und sich aus »Liebesverwirrung« von Tatjana Gsell hatte ausnutzen lassen. »Hätten Sie auf Ihre Mutter gehört«, rief Oberstaatsanwalt Walter Knorr dem Angeklagten im Gerichtssaal zu, »die hat Ihnen doch geraten, die Finger von dieser Frau zu lassen.« – In einem Verhör soll Stefan M. über sein Verhältnis zu Tatjana Gsell gesagt haben: »Hörig ist ein wenig zu hart, ich war ihr stets nachlaufend.« (»Süddeutsche Zeitung«, 29. Juli 2004)

Das Gericht verurteilte Tatjana Gsell und Stefan M. zu Geldbußen und sechzehn bzw. fünfzehn Monaten Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Während Tatjana Gsell das Urteil akzeptierte, beteuerte der ehemalige Staatsanwalt weiterhin seine Unschuld und ging in Berufung. Für den Vierunddreißigjährigen stand seine berufliche Existenz auf dem Spiel.

Mit dem Rechtsanwalt Leonid N., dessen Mandantin sie 2003 drei Monate lang gewesen war, stritt Tatjana Gsell 2005 vor Gericht über das Honorar. Als die Polizei im September 2006 die Wohnung eines ehemaligen Praktikanten der Kanzlei des Anwalts in Rostock nach Hinweisen für Geldwäsche durchsuchte, fand man die von Franz Gsell als gestohlen gemeldete Herrenarmbanduhr.

Weil Franz Gesell seiner Ehefrau Forouzandeh im Scheidungsvertrag von 1996 zugesichert hatte, seine Erben würden die vereinbarten Unterhaltszahlungen auch nach seinem Tod weiter leisten, wurde Tatjana Gsell 2005 dazu verurteilt, dieser Verpflichtung gegenüber Forouzandeh Gsell nachzukommen.

Im Jahr darauf stritten sich die beiden Damen erneut vor Gericht. Diesmal ging es Forouzandeh Gsell um sieben Pelzmäntel im Wert von 75 000 Euro, die sie ihrem Ex-Mann im Februar 2002 geliehen haben wollte und angebliche Schulden von Franz Gsell in Höhe von über 11 000 Euro.

Die Medien berichteten ausführlich über die gerichtlichen Auseinandersetzungen und das Millionenerbe, das Tatjana Gsell antrat. Die Witwe sorgte auch selbst dafür, dass sie weiterhin von der Öffentlichkeit beachtet wurde.

Am 11. März 2004 – fünf Monate nach ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft – war Tatjana Gsell erneut eingesperrt worden, diesmal allerdings freiwillig und nur für drei Tage im »Bereich der Reichen« bei der fünften Staffel der umstrittenen Reality-TV-Show »Big Brother«, bei der die Teilnehmer vom 2. März 2004 bis 1. März 2005 rund um die Uhr mit Kameras beobachtet wurden. »Ich will den Leuten mal zeigen, wie ich wirklich bin«, hatte sie angekündigt, »nicht nur Luxusweib, sondern total locker drauf.«

Einen für den 11. Juli 2004 geplanten Auftritt in der Reality-TV-Sendung »Die Alm. Promischweiß und Edelweiß« sagte Tatjana Gsell zunächst ab; wegen Kreislaufproblemen, hieß es, vielleicht war es aber auch, weil zwei Tage später die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Nürnberg begann. Am 22. Juli reiste sie doch noch auf die Alm ohne Stromanschluss und Wasserleitung in Südtirol, und die frühere Porno-Darstellerin Kelly Trump musste ihr Platz machen. Später beklagte sich Tatjana Gsell in der »Bild«-Zeitung darüber, die anderen Prominenten auf der Alm seien nicht sehr nett zu ihr gewesen. Es gelang ihr zwar nicht, mit ihren aufgeklebten Fingernägeln eine Kuh zu melken, aber sie scheute sich nicht, Kuhfladen in einem Holzzuber zu sammeln und »ihre Füße in dem grünlich-braunen Brei zu baden«, wie Hans Holzhaider in der »Süddeutsche Zeitung« berichtete. Am 26. Juli saß sie wieder wohlriechend zwischen ihren Anwälten im Gerichtsaal 116 des Nürnberger Justizgebäudes.

Gegen die Titulierung »Busenwitwe« in einem Zeitungs-Artikel vom 7. August 2004 klagte Tatjana Gsell. Das hielt sie allerdings nicht davon ab, kurz darauf ihren Körper in Zeitschriften zur Schau zu stellen. Während ihr das Landgericht Berlin keinen »Anspruch auf Unterlassung der Bezeichnung als Busenwitwe« zubilligte, weil sie sich – so heißt es im Urteil vom 26. Oktober 2004 – »doch nach wie vor anscheinend bevorzugt in sexuell aufreizender Pose« darstelle, befand das Kammergericht in Berlin am 14. April 2005: »Die Tatsache, dass sich die Klägerin in der Öffentlichkeit mit entblößter Brust bzw. in Unterwäsche gezeigt hat, rechtfertigt nach wie vor nicht die Verkürzung ihrer Person auf den Begriff einer ›Busenwitwe‹.« Anders verhalte es sich mit dem Begriff »Busenmacher-Witwe«, denn in diesem Fall werde Tatjana Gsell »als Witwe eines Mannes darstellt, dessen Tätigkeit mit ›Busenmacher‹ charakterisiert wird«. Das musste sie sich nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes München vom 5. April 2005 gefallen lassen.

Unter der Überschrift »Tatjana Gsell. Nackt, wie Gott und der Chirurg sie schufen« berichtete der »Stern« am 16. Januar 2006, die Vierunddreißigjährige habe sich für die neue Ausgabe des Herrenmagazins »Penthouse« nackt fotografieren lassen. Eine Reportage vom Foto-Shooting gab es bei RTL zu sehen. Immerhin beteuerte Tatjana Gsell in der »Bild«-Zeitung: »Breitbeinig wäre für mich nie in Frage gekommen.«

Besonders schockierend dürften die am 18. Januar 2006 veröffentlichten »Penthouse«-Fotos für die Aristokratie gewesen sein, denn seit über einem Jahr war Tatjana Gsell mit dem achtundzwanzig Jahre älteren Ferfried Maximilian Pius Meinrad Maria Hubert Michael Justinus Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen (* 1943) zusammen, dem Enkel des letzten Sachsen-Königs Friedrich August III., als dessen Taufpate Papst Pius XII. fungiert hatte. Zunächst hatte sie ihm in einem Brief eine Adoption vorgeschlagen (»zur Zeit mache ich alle Schlagzeilen in Deutschland und habe die Medien voll im Griff […] Adoptieren Sie mich, und die Presse steht Kopf«), doch stattdessen bezogen sie gemeinsam eine 230 Quadratmeter große Altbauwohnung in Berlin-Zehlendorf, obwohl der Prinz noch bis März 2007 mit seiner dritten Ehefrau Maja verheiratet war. Maja Synke Prinzessin von Hohenzollern (* 1971) sagte in einem Interview: »Ich kann bis heute nicht verstehen, dass Foffi nicht die Würde besaß, sich ordentlich von mir zu trennen […] Ich musste aus der Zeitung erfahren, dass er mit dieser Tatjana zusammen ist […] Ich habe einen Prinzen geküsst, und er wurde zur Kröte.«

Es kam noch schlimmer für die Hohenzollern: An den Montagen vom 8. bis 29. Mai 2006 sendete »RTL II« eine vierteilige Doku-Soap über die Vorbereitungen zur »Märchenhochzeit« des Paares auf Schloss Moritzburg bei Dresden: »Tatjana & Foffi. Aschenputtel wird Prinzessin«. Die eigentlich für Mai versprochene Hochzeit wurde im November 2006 endgültig abgesagt. »Sie war zu jung für mich«, klagte der Bräutigam. »Ich kann nicht jedes Wochenende sechs Stunden in die Disko und mir die Ohren volldröhnen lassen.« Schon vorher war der Verdacht aufgekommen, es habe sich um einen PR-Gag gehandelt. Dafür spricht auch, dass es auf Schloss Moritzburg keine Buchung gegeben hatte und wohl auch kein Brautkleid bestellt worden war.

Bei der von »ProSieben« veranstalteten Wahl der »100 nervigsten Deutschen 2006« kam Tatjana Gsell auf Platz 2. Das bewies zugleich, dass man sie kannte und beachtete. Wenn das ihr Ziel war, hatte sie Erfolg.

2010 stellten dänische Polizisten bei den Ermittlungen nach einem Diebstahl DNA-Spuren sicher, die denen entsprachen, die man nach dem Überfall auf Franz Gsell im Januar 2003 gefunden hatte. Man nahm die beiden Männer fest, ließ sie dann aber wieder frei. Als im Mai 2013 vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gegen sie verhandelt werden sollte, konnte dem älteren der beiden nicht einmal die Ladung zugestellt werden, und der andere blieb in Rumänien. Gegen ihn wurde deshalb Haftbefehl erlassen. Der Prozess platzte erst einmal. Am 9. September 2014 begann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth ein neuer Prozess gegen die zwei Männer, die beschuldigt wurden, Franz Gsell bei dem Raubüberfall am 5. Januar 2003 so schwer verletzt zu haben, dass der 76-jährige Schönheitschirurg zwei Monate später gestorben war. Am 10. Dezember 2014 verurteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth die beiden inzwischen 45 bzw. 39 alten Rumänen wegen des Überfalls mit Todesfolge zu je elf Jahren Haft.

© Dieter Wunderlich 2007 / 2013 / 2014

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