Wenn das Fest beginnt

Wenn das Fest beginnt

Wenn das Fest beginnt

Wenn das Fest beginnt - Originaltitel: Que la fête commence … - Regie: Bertrand Tavernier - Drehbuch: Jean Aurenche und Bertrand Tavernier - Kamera: Pierre William Glenn - Musik: Philippe d'Orléans - Darsteller: Philippe Noiret, Jean Rochefort, Jean-Pierre Marielle, Christine Pascal, Marina Vlady u.a. - 1975; 115 Minuten

Inhaltsangabe

1719, fünf Jahre nach dem Tod des Sonnenkönigs, führt Philippe II. von Orléans für den neunjährigen König Ludwig XV. die Regentschaft. Beraten wird er dabei von Guillaume Dubois, einem ehrgeizigen Zyniker, der es 1721 zum Kardinal bringt, obwohl er nicht an Gott glaubt.
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Kritik

Weder mit Action noch mit pompösen Dekors beeindruckt "Wenn das Fest beginnt" die Kinobesucher, sondern mit zynischen Dialogen und hervorragenden Schauspielern.
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Frankreich 1719. An einem Strand in der Bretagne versucht ein Mann, zwei Mädchen zu entführen, doch als er von den Dorfbewohnern ertappt wird, flieht er. Der Marquis de Pontcallec (Jean-Pierre Marielle), der den Vorfall vom Pferd aus beobachtet hat, reitet ihm nach und schlägt ihn mit einem Knüppel nieder. Obwohl der Übeltäter an den Folgen des Schlags stirbt, ohne das Bewusstsein wiederzuerlangen, behauptet Pontcallec, er habe gestanden, dass er dabei gewesen sei, für den Regenten Kinder zu rauben. Sie sollten wie viele andere Franzosen zwangsweise in die französische Kolonie Louisiane gebracht und dort angesiedelt werden. Offenbar versucht der Reiter, das Volk aufzuwiegeln.

Pontcallec ist der Anführer einer bretonischen Gruppe von Verschwörern gegen Philippe II., Herzog von Orléans (Philippe Noiret), der für den neunjährigen König Ludwig XV. die Regentschaft führt und dabei von seinem früheren Erzieher, Abbé Guillaume Dubois (Jean Rochefort), beraten wird, der es unbedingt zum Erzbischof und zum Kardinal bringen will, obwohl er zynisch zugibt, ein Atheist zu sein. Hin und wieder suchen die beiden auch zusammen ein Bordell auf, und mit der jungen Hure Emilie (Christine Pascal) vergnügt der König sich auch im Schloss. Zornig über die Pflichtvergessenheit des Regenten, streben die Verschwörer eine von Frankreich unabhängige bretonische Republik an und konspirieren mit der spanischen Regierung, um ihr Ziel zu erreichen.

Der Marquis de Pontcallec wird festgenommen, als er gerade mit einer Prostituierten im Bett liegt, doch es gelingt ihm, sich und das Mädchen mit einem Ring freizukaufen. Abbé Dubois sorgt allerdings persönlich dafür, dass er ein weiteres Mal verhaftet wird. Diesmal soll er nach Louisane deportiert werden. Wieder gelingt Pontcallec die Flucht. Er versucht, die Bauern in der Bretagne für einen offenen Aufstand gegen die Zentralregierung aufzustacheln, aber nur ein paar Männer sind bereit, ihm zu folgen. Als Soldaten des Königs nach ihm suchen, versteckt er sich in einem Nonnenkloster, und zwar ausgerechnet im Badezuber der sechzehnjährigen Severine, einem Patenkind des Regenten, das ihn nicht verrät.

Obwohl Guillaume Dubois, der inzwischen (1720) zum Erzbischof von Cambrai ernannt wurde, genau weiß, dass der bretonische Aufstand gescheitert ist, stilisiert er die Verschwörung um den Marquis de Pontcallec zu einer furchtbaren Gefahr für Frankreich, schickt Scharfrichter aus Paris in die Bretagne und sorgt für möglichst viel Aufsehen, um sich selbst wichtig machen zu können. Pontcallec fällt seinen Häschern erneut in die Hände und wird zum Tod verurteilt. Der Regent, der die Machenschaften seines ehrgeizigen Beraters und die Willkür des Urteils durchschaut, beabsichtigt, den Aristokraten zu begnadigen, aber Dubois setzt ihn durch die Androhung seines Rücktritts so unter Druck, dass er nachgibt. Der Marquis de Pontcallec wird also geköpft.

Angewidert von dem Machtmissbrauch, glaubt Philippe von Orléans, seine rechte Hand rieche nach Verwesung. Guillaume Dubois soll sie ihm abschneiden. Der überredet den Wahnsinnigen, die Amputation wenigstens einem Chirurgen zu überlassen. Auf dem Weg zum Arzt stoßen sie mit einer ihrer beiden Kutschen den Karren einer jungen Bäuerin um, und ihr kleiner Bruder, der sie begleitet hat, stirbt noch an der Unfallstelle. Schockiert lässt Philippe dem Mädchen Geld geben und fordert es auf, die Eltern zum Schloss zu schicken. Dann lässt er eine Kutsche wenden. Der Erzbischof darf nicht mit einsteigen, sondern muss sich mit auf den Kutschbock setzen.

Die Schwester des toten Kindes setzt die stehen gebliebene Kutsche in Brand und meint: „Wir werden noch viel mehr verbrennen!“

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Weder mit Action noch mit pompösen Dekors beeindruckt Bertrand Tavernier die Kinobesucher, sondern mit zynischen Dialogen und hervorragenden Schauspielern. „Wenn das Fest beginnt“ ist eine sarkastische Kritik am Absolutismus.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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