Was nicht passt, wird passend gemacht

Was nicht passt, wird passend gemacht

Was nicht passt, wird passend gemacht

Originaltitel: Was nicht passt, wird passend gemacht - Regie: Peter Thorwarth - Drehbuch: Mathias Dinter, Martin Ritzenhoff und Peter Thorwarth - Kamera: Eckhard Jansen - Schnitt: Anja Pohl - Musik: Rainer Kühn - Darsteller: Peter Thorwarth, Alexandra Maria Lara, Willi Thomczyk, Ralf Richter, Hilmi Sözer, Dietmar Bär, Armin Dillenberger, Crescentia Dünßer, Nicholas Bodeux, Michael Brandner, Stefan Jürgens, Mathias Dinter, Patrizia Moresco, Heinrich Schafmeister, Heinrich Giskes, Johannes Rotter, Tana Schanzara, Hans Martin Stier, Karl Thorwarth, Herbert Knebel u.a. - 2002; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Der hemdärmelige Bauunternehmer Werner Wiesenkamp lässt im Ruhrgebiet von seinen Arbeitern Horst, Kalle und Kümmel das Haus eines umweltbewussten Lehrerehepaars errichten. Weil er dem Stadtrat einen Gefallen schuldet, lässt er dessen Neffen Philipp, einem Architekturstudenten, ein Praktikum machen. Das passt den Bauarbeitern zwar gar nicht, aber am Ende sind sie froh, dass sie jemand haben, der die Baupläne heimlich anpassen kann ...
mehr erfahren

Kritik

"Was nicht passt, wird passend gemacht" ist eine Ruhrpott-Komödie mit sehr lebendigen Figuren, groben Dialogen und viel Klamauk. Schauspieler wie Ralf Richter, Willi Thomczyk und Dietmar Bär sorgen für den richtigen Ton.
mehr erfahren

Drei Bauarbeiter – Horst (Willi Thomczyk), Kümmel (Hilmi Sözer) und Kalle (Ralf Richter) – fahren zur Villa ihres Chefs, um dort ihren Lohn abzuholen, aber der Bauunternehmer Werner Wiesenkamp (Dietmar Bär) gibt gerade eine Gartenparty für die Honoratioren der Stadt. Seine Frau Gerda (Patrizia Moresco) ist entsetzt, als sie die drei Arbeiter unter den illustren Gästen entdeckt, und Werner lockt sie rasch mit einem Fässchen Bier in den Keller. Überrascht stellt der Witwer Horst fest, dass seine Architektur studierende Tochter Astrid (Alexandra Maria Lara) als Serviererin auf der Party jobt. Alarmiert ist er, als er durchs Kellerfenster beobachtet, wie sie mit ihrem Kommilitonen Philipp (Peter Thorwarth) flirtet. Philipps Onkel Eberhart (Heinrich Schafmeister) ist Stadtrat und hat Werner Wiesenkamp schon öfter einen Gefallen getan. Im Gegenzug soll Werner nun Philipp ein Praktikum machen lassen, denn den Nachweis darüber benötigt der Student, um in einem renommierten Architektenbüro in Kuala Lumpur ebenfalls Erfahrungen sammeln zu können.

Widerwillig lassen Horst, Kümmel und Kalle den Akademiker am nächsten Morgen auf die Baustelle. Jedenfalls wollen sie ihm zeigen, was Arbeit ist und beauftragen ihn als Erstes, eine Fuhre Betonsäcke abzuladen. Schon nach kurzer Zeit macht er Ärger: Er schaltet den Betonmischer ein, ohne zu ahnen, dass die Bauarbeiter darin ihr Flaschenbier kühlen. „Lernt man das nicht auf der Universität?“, schimpft Kalle. Zum Ausgleich dafür, dass die Kumpels sich mit dem Schnösel herumplagen müssen, bringt Werner wenigstens einen Schwarzarbeiter vom „Polenstrich“: Marek (Armin Dillenberger).

Plötzlich liegt Marek reglos am Boden. Horst, Kümmel und Kalle springen aufgeregt um ihn herum. Offenbar stürzte er von dem Gerüst, das Philipp ungenügend gesichert hatte. Philipp ruft einen Krankenwagen, aber als die Sanitäter eintreffen und er sie zur Baugrube dirigiert, ist von Marek nichts mehr zu sehen. Während Kalle Philipp zuzischt, nur ja den Mund zu halten, behauptet Horst, er habe sich ein paar blaue Flecken geholt, und der Student sei darüber in Panik geraten.

Werner wird alarmiert. Es darf nicht herauskommen, dass er Schwarzarbeiter beschäftigt. Womöglich kontrolliert dann noch jemand die Bücher. Philipp will zugeben, dass er das Gerüst nicht ordentlich gesichert hatte, aber die Kumpels schneiden ihm das Wort ab. Damit sie den Toten beseitigen und schweigen, wirft Werner ihnen einen Umschlag mit 20 000 Euro hin, aber der Polier Horst handelt ihn auf 50 000 Euro hoch.

Vor Entsetzen muss Philipp sich übergeben, als die drei Bauarbeiter die Leiche zersägen und die in Plastiksäcke verpackten Teile in die Bodenplatte des Hauses einbetonieren („Was nicht passt, wird passend gemacht“). Er kann nicht ahnen, dass alles nur vorgetäuscht ist, um den Bauunternehmer abzuzocken: Marek ist unverletzt, bekommt 5000 Euro und soll unverzüglich nach Polen verschwinden, damit der Betrug nicht auffliegt.

Als die Arbeiter am nächsten Morgen an der Baustelle eintreffen, werden gerade alle Maschinen abgeholt. Werner ist pleite. Da beschließen die Kumpels, das Haus ohne Lohn hochzuziehen, damit der Bauunternehmer eine Chance hat, weitere Aufträge zu bekommen und sie ihre Arbeitsplätze behalten können. Vor allem Kalle, der mit zwei Frauen drei uneheliche Kinder hat, kann es sich auf keinen Fall leisten, arbeitslos zu werden. Statt des teuren „Ökoscheißzeugs“ erbettelt Kalle von einem im Baumarkt arbeitenden Bekannten minderwertige Baumaterialien. Bei den weiteren Aushebearbeiten stoßen sie auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Weil sie keine Zeit damit verlieren wollen, bis die Bombe entschärft wird, schaufeln sie die Stelle wieder zu und beschließen, das Haus einfach um einen Meter kürzer zu machen („Was nicht passt, wird passend gemacht“).

Die Bauherren, das umweltbewusste, Rad fahrende Lehrerehepaar Urte (Crescentia Dünsser) und Arno (Nicholas Bodeux), lässt sich mit einem Maßband hereinlegen, aus dem Kümmel schnell noch einen Meter herausgeschnitten hat, aber für den nächsten Tag hat sich der Architekt angesagt. Philipp bittet Astrid, ihren PC benutzen zu dürfen und ändert in nächtlicher Arbeit die Baupläne. Auf diese Weise können Werner und seine Bauarbeiter dem Architekten (Stefan Jürgens) „beweisen“, dass sie sich genau an seine Vorgaben gehalten haben.

Eigentlich hat Philipp seiner Kommilitonin Astrid versprochen, am Abend mit ihr auszugehen, aber die Kumpels wollen ihm zeigen, dass sie ihn jetzt akzeptieren und bestehen darauf, dass er mit ihnen feiert. Nach der Zechtour nehmen sie sturzbetrunken ein Taxi zum Bordell und bezahlen eine Prostituierte für Philipp, der auf dem Weg auch noch von zwei finsteren Typen zusammengeschlagen wurde und sich am anderen Morgen an nichts mehr erinnern kann.

Weil er der Prostituierten in seinem Rausch erzählte, er habe einen Menschen zerstückelt und die Leichenteile einbetoniert, überprüft die Polizei den Bau. Dadurch erfahren Philipp und Werner, dass Mareks Tod nur fingiert war. Wütend entlässt Werner den Bautrupp.

Die Arbeiter kommen bei Ernst Wiesenkamp (Michael Brandner) unter, der im Gegensatz zu seinem hemdärmeligen Bruder Werner studiert hat und auf dem benachbarten Grundstück eine mustergültige Baustelle für den Bürgermeister leitet. Als Horst, Kümmel und Kalle dort jedoch für Stimmung sorgen und ihre Kollegen zum Singen bringen, stehen sie gleich wieder auf der Straße.

Dem begeisterten Flieger Werner wird wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten auf dem von ihm gebauten Sportflugplatz keine Maschine mehr geliehen. Seine Frau Gerda verlässt ihn. Da beschließt Wernert, die Bombe auszugraben, eine Sportmaschine zu stehlen und Ernsts Finca auf Mallorca zu bombardieren.

Die Kumpels entdecken ihn, wie er den Blindgänger mit einem Bagger ausgräbt und wollen ihn davon abhalten. Sie können sich gerade noch alle retten, bevor die Bombe in der Baggerschaufel explodiert. In dem Krater stoßen Horst, Kümmel, Kalle und Philipp auf einen aufgelassenen Bergwerksstollen, der unter Ernst Wiesenkamps Neubau führt, und aus Rache für die Entlassung entfernen sie die Stützbalken.

Ernst Wiesenkamp feiert gerade Richtfest. Die Honoratioren der Stadt sind zugegen. Von ihrem schlechten Gewissen geplagt, laufen die Kumpels hin und warnen vor einem Unglück. Ernst Wiesenkamp, der versäumt hatte, den Baugrund zu untersuchen, lässt die unerwünschten Gäste verjagen. Doch als der Kranfahrer den Kranz aufs Dach hievt, gibt der Boden unter dem Haus nach und der Bau stürzt ein. Ernst Wiesenkamp wird in dieser Gegend keine Bauaufträge mehr bekommen.

Philipp verzichtet auf die Ausbildung in Kuala Lumpur, um bei Astrid bleiben zu können, und Horst sieht endlich ein, dass die beiden sich ernsthaft verliebt haben und eigentlich auch gar nicht so schlecht zu einander passen.

nach oben

Als Student an der Münchner Filmhochschule gewann Peter Thorwarth 1996 den aus Krefeld stammenden Produzenten Christian Becker für seinen im Ruhrgebiet spielenden Kurzfilm. „Was nicht passt, wird passend gemacht“ wurde für einen Studenten-„Oscar“ nominiert.

Was nicht passt, wird passend gemacht (1997) – Regie: Peter Thorwarth und Tim Trageser – Drehbuch: Peter Thorwarth – Musik: Rainer Kühn – Darsteller: Diether Krebs, Willi Thomczyk, Ralf Richter, Ömer Simsek, Peter Thorwarth, Paco González, Tim Trageser, Werner Kranwetvogel u.a. – 15 Minuten

Peter Thorwarth drehte als Nächstes den Kinofilm „Bang Boom Bang. Ein todsicheres Ding“. An eine Langfassung seines erfolgreichen Kurzfilms dachte er zunächst nicht. Aber Christian Becker und die Drehbuchautoren Mathias Dinter und Martin Ritzenhoff machten sich an die Arbeit. Als Diether Krebs, der wieder die Hauptrolle spielen sollte, acht Monate vor dem geplanten Drehbeginn starb, verzögerte sich das Projekt. Gedreht wurde schließlich vom 25. August bis 19. Oktober 2000 in Unna, Dortmund und Umgebung.

„Was nicht passt, wird passend gemacht“ (2002) ist eine Ruhrpott-Komödie mit sehr lebendigen Figuren, groben Dialogen und viel Klamauk. Die Liebesgeschichte wirkt etwas uninspiriert, und dem Film fehlt es auch ein wenig an Raffinesse, aber er ist recht unterhaltsam. Außerdem sorgen Schauspieler wie Ralf Richter, Willi Thomczyk und Dietmar Bär für den richtigen Ton.

„Bang Boom Bang“ und „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und „Goldene Zeiten“ lauten die Titel einer Ruhrpott-Trilogie von Peter Thorwarth.

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Douglas Brinkley - Rosa Parks. A Life
Douglas Brinkley berichtet nicht nur über den von Rosa Parks ausgelösten Busboykott, sondern auch über ihr Leben davor und danach. Er fragt nach ihren Motiven, verrät wissens-werte Details und stellt Rosa Parks in einen zeitgeschichtlichen Kontext.
Rosa Parks. A Life

Douglas Brinkley

Rosa Parks. A Life

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Sommer durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.