Dallas Buyers Club

Dallas Buyers Club

Dallas Buyers Club

Dallas Buyers Club – Originaltitel: Dallas Buyers Club – Regie: Jean-Marc Vallée – Drehbuch: Craig Borten, Melisa Wallack – Kamera: Yves Bélanger – Schnitt: Martin Pensa, Jean-Marc Vallée – Darsteller: Matthew McConaughey, Jared Leto, Jennifer Garner, Denis O'Hare, Steve Zahn, Dallas Roberts, Kenneth Kynt Bryan, Griffin Dunne, Joji Yoshida u.a. – 2013; 115 Minuten

Inhaltsangabe

Bei dem 35-jährigen Elektriker Ron Woodroof wird 1985 HIV diagnostiziert. Dr. Sevard schätzt Rons Lebenserwartung auf 30 Tage. Damit findet Ron sich nicht ab. Nachdem er sich in Mexiko von einem Arzt ohne Approbation mit einer Kombination von Medikamenten erfolgreich behandeln ließ, gründet er mit der ebenfalls aidskranken Transidentikerin Rayon den "Dallas Buyers Club", um auch andere Kranke mit den nicht von der FDA zugelassenen Medikamenten versorgen zu können ...
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Kritik

Jean-Marc Vallées Film – eine nüchterne Mischung aus Biopic, Milieu- bzw. Charakterstudie, Psychodrama und David-gegen-Goliath-Drama – basiert auf der Biografie des Texaners Ron Woodroof, der 1988 den "Dallas Buyers Club" gründete.
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Ron Woodroof (Matthew McConaughey) arbeitet wie früher sein Vater als Elektriker in Dallas. Seine Mutter war Malerin. Er begeistert sich für Rodeo, spielt Karten, hat ständig eine Flasche Whisky zur Hand, schnupft Kokain, nimmt Metamphetamin, mag schnellen Sex und liebt das Risiko kleiner Betrügereien. 1985 erhält er an einem Schaltkasten einen Stromschlag und wird ins Krankenhaus gebracht. Dort eröffnen ihm der Arzt Dr. Sevard (Denis O’Hare) und die Ärztin Dr. Eve Saks (Jennifer Garner), dass er HIV-positiv ist. Sevard schätzt Rons Lebenserwartung auf maximal 30 Tage. Der 35-Jährige kann das nicht glauben. AIDS kriegen doch nur Schwuchteln! Und Ron ist heterosexuell. Die Ärzte müssen die Blutproben vertauscht haben. Ron beschimpft Dr. Sevard als „Wichser“ und geht.

Obwohl Ron an der Diagnose zweifelt, informiert er sich in einer öffentlichen Bibliothek über AIDS und steckt Krankenhausmitarbeitern Geld zu, damit sie ihn heimlich mit Azidothymidin (AZT) versorgen. Diesen in den Sechzigerjahren als Medikament in der Onkologie erfolglos eingesetzte Wirkstoff erprobt Dr. Sevard seit kurzem in einem auf ein Jahr angelegten Blindtest als Mittel gegen HIV bzw. AIDS. Ein Pharmakonzern bezahlt dafür viel Geld.

Trotz oder wegen der hohen AZT-Dosen, die Ron einnimmt, bricht er auf der Rampe des Krankenhauses zusammen und wird in der Abteilung von Dr. Sevard aufgenommen. Neben ihm liegt die aidskranke Transidentikerin Rayon (Jared Leto). Der homophobe Rodeo-Fan hält sie sich vom Leib, und sobald er dazu in der Lage ist, verlässt er das Krankenhaus auf eigene Faust.

Als die Entsorgung abgelaufener Produkte im Krankenhaus strenger kontrolliert wird und Ron kein AZT mehr bekommt, fährt er nach Mexiko. Dort bricht er erneut zusammen und gerät an den Mediziner Dr. Vass (Griffin Dunne), dem vor drei Jahren die Approbation entzogen wurde. Der Arzt stellt fest, dass Rons Immunsystem durch den Drogenkonsum und die AZT-Einnahme geschädigt ist. Er behandelt den Patienten mit einer Kombination von Medikamenten, die in den USA nicht zugelassen sind, und Ron geht es bald besser.

Bei der Rückreise verkleidet er sich als Geistlicher. Dennoch fällt er an der Grenze mit dem Kofferraum voll Tabletten auf. Richard Barkley (Michael O’Neill) von der Food and Drug Administration (FDA) wird hinzugezogen. Aber die Einfuhr von nicht von der FDA zugelassenen Arzneimitteln ist erlaubt, sofern die Menge nicht den Eigenbedarf von 90 Tagen überschreitet.

Das Schloss von Rons Trailer wurde während seiner Abwesenheit ausgewechselt: Weil AIDS als ansteckende Schwulenseuche verschrien ist, wird Ron ausgegrenzt.

AZT wird im März 1987 von der FDA zugelassen. Der Kurs der Aktie des entsprechenden Pharmaunternehmens schießt in die Höhe. Obwohl inzwischen bekannt ist, dass AZT (in der damals üblichen hohen Dosierung) lebensbedrohliche Anämien verursachen kann, propagiert Dr. Sevard das Medikament weiterhin und stellt dafür die angebliche Wirkungslosigkeit bzw. Schädlichkeit alternativer Präparate heraus. Unterstützt wird er dabei auch von Richard Barkley.

Ron dagegen gründet mit Hilfe des Rechtsanwalts David Wayne (Dallas Roberts) den „Dallas Buyers Club“ und beteiligt Rayon mit 25 Prozent am Geschäft mit den von Dr. Vass empfohlenen, aus dem Ausland eingeschmuggelten Wirkstoffen. Weil sie beim Verkauf dieser von der FDA nicht zugelassenen Präparate mit hohen Strafen rechnen müssten, verschenken Ron und Rayon sie an die Klubmitglieder, die einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 400 Dollar bezahlen.

Rayon gehörte zu der Testgruppe von Dr. Sevard, meldet sich aber nicht mehr im Krankenhaus. Zufällig erfährt Dr. Eve Saks, wo sie zu finden ist – und stößt dabei auf den Dallas Buyers Club.

Beim gemeinsamen Einkaufen im Supermarkt kehrt Ron gegenüber Rayon den Macho heraus, aber als er dort einen alten Freund trifft und dieser vor der Berührung einer Transidentikerin zurückschreckt, zwingt Ron ihn mit Gewalt, Rayon die Hand zu geben.

Nach einem weiteren Zusammenbruch wacht Ron erneut im Krankenhaus auf. Sobald er hört, dass er von Dr. Sevard mit AZT behandelt wird, reißt er sich die Infusion aus dem Arm.

Richard Barkley unternimmt alles, damit der Dallas Buyers Club von den Behörden geschlossen wird. Er hetzt die Steuerfahndung auf Ron, und nachdem diese nichts ausrichten konnte, kommt er mit Polizisten und lässt die gesamten Vorräte an nicht von der FDA zugelassenen Medikamenten beschlagnahmen.

Anfangs ging es Ron bei der Versorgung anderer AIDS-Kranker ums Geldverdienen. Inzwischen sind er und Rayon jedoch zu Überzeugungstätern geworden: Offensiv setzen sie sich für den freien Zugang zu augenscheinlich wirksamen Medikamenten ein. Ein Gericht entscheidet allerdings zu ihren Ungunsten.

Während Ron im Ausland Nachschub besorgt, stirbt Rayon.

Bei einer Verabredung mit Eve Saks in einem Restaurant gewinnt Ron die junge Ärztin für seine Aktion, die daraufhin von Dr. Sevard entlassen wird.

Ron nimmt noch einmal an einem Rodeo teil.

Die HIV-Diagnose überlebt er um sieben Jahre.

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Der Film des franko-kanadischen Regisseurs Jean-Marc Vallée basiert auf der Biografie des Texaners Ronald („Ron“) Dickson Woodroof (1950 – 1992), der im März 1988 den „Dallas Buyers Club“ gründete. Matthew McConaughey nahm über 20 kg ab, um die Rolle spielen zu können. Er versucht nicht, sich die Sympathie der Zuschauer zu erschleichen, sondern verkörpert einen anfangs homophoben Macho voller Vorurteile, der sich auch nicht zum strahlenden Weltverbesserer entwickelt, sondern ein widersprüchlicher Charakter bleibt.

„Dallas Buyers Club“ ist eine Mischung aus Biopic, Milieu- bzw. Charakterstudie, Psychodrama und David-gegen-Goliath-Drama. Die Darstellung ist nüchtern, zurückhaltend und ohne Effekthascherei. Einblendungen geben immer wieder an, wieviele Tage seit der Diagnose vergangen sind. Etwas irritierend sind die harten Schnitte mit abrupten Szenewechseln und Zeitsprüngen.

Die Dreharbeiten fanden Ende 2012 an 25 Tagen in New Orleans statt.

Matthew McConaughey und Jared Leto wurden mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. Nominiert hatte man „Dallas Buyers Club“ auch in den Kategorien Bester Film, Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bestes Make-up.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2014

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