About a Boy

About a Boy

About a Boy

Originaltitel: About a Boy - Regie: Paul Weitz und Chris Weitz - Drehbuch: Peter Hedges, Paul Wirtz und Chris Weitz, nach dem Roman "About a Boy" von Nick Hornby - Kamera: Remi Adefarasin - Schnitt: Nick Moore - Musik: Damon Gough - Darsteller: Hugh Grant, Nicholas Hoult, Toni Collette, Rachel Weisz, Victoria Smurfit, Sharon Small, Nat Gastiain Tena, Augustus Prew, Isabel Brook, Nicholas Hutchison, Mark Drewry, Ben Ridgeway u.a. - 2001; 101 Minuten

Inhaltsangabe

"About a Boy" handelt von einem Pubertierenden, der ohne väterliches Vorbild und ohne wirkungsvolle Unterstützung seiner überforderten Mutter seinen Weg finden muss, und von einem 36-Jährigen, der erst durch den Kontakt mit dem Zwölfjährigen dazu gebracht wird, Verantwortung zu übernehmen und sich um andere Menschen zu kümmern.
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Kritik

Mit leichter Hand machten Chris und Paul Weitz aus Nick Hornbys Bestseller "About a Boy" eine etwas oberflächliche, rührselige, doch immerhin nett-unterhaltsame Komödie.
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London 1993. Der Single Will (Hugh Grant) kann gar nicht verstehen, wie es die Leute zeitlich schaffen, arbeiten zu gehen. Mit Körperpflege, Friseurterminen, Flirts, Restaurantbesuchen, Einkäufen und Fernsehen habe man schon voll zu tun. Der 36-Jährige hat noch nie Geld verdienen müssen, weil er von den Tantiemen für eine von seinem inzwischen verstorbenen Vater in den Sechzigerjahren komponierten und viel gespielten Weihnachtsschnulze gut leben kann. John und Christine – es handelt sich um ein befreundetes Ehepaar mit zwei Kleinkindern – können nicht begreifen, dass Will keine Familie gründen möchte. Was habe das Leben sonst für einen Sinn? Aber der Egozentriker fühlt sich nicht einsam, hat er doch ständig wechselnde Gespielinnen. Und mit Kindern könnte er sowieso nichts anfangen, glaubt er. Er genießt es, wie eine Insel im Ozean zu schwimmen und sieht sich als Star der „Will-Show“.

Unangenehm sind nur die Szenen, die ihm die Frauen machen, wenn er sich nach kurzer Zeit von ihnen trennt. Als er wieder einmal Schluss machen möchte, kommt ihm die Frau zuvor. Dass er sich ohne schlechtes Gewissen ins nächste Abenteuer stürzen kann, hat er vorher noch nie erlebt. Weil er dieses Glück darauf zurückführt, dass es sich nicht um eine ledige Frau, sondern um eine von ihrem Mann verlassene Mutter handelt, verspricht er sich viel von einer Selbsthilfegruppe für allein erziehende Eltern. Bei den nicht mehr ganz jungen Müttern, die er dort antrifft, kann er verstehen, warum sie sitzengelassen wurden. Doch eine junge, attraktive Frau ist in der Runde: Suzie (Victoria Smurfit). Um an sie heranzukommen, lügt er bei der Vorstellung in der Gruppe, er sei Vater eines zweijährigen Sohnes und seine Frau habe ihn und das Kind im Stich gelassen. Um die Geschichte zu untermauern, kauft er eigens einen Kindersitz und bekleckert ihn vor dem Einbau in seinen Audi TT auf dem Parkplatz des Supermarkts. Andere Kunden sehen ihm dabei staunend zu. Als er Suzie zu einem Picknick abholt, behauptet er, seine Frau habe plötzlich Sehnsucht nach ihrem Sohn gehabt. Suzie nimmt nicht nur ihre kleine Tochter mit, sondern auch Marcus (Nicolas Hoult), den 12-jährigen Sohn ihrer Freundin Fiona (Toni Colette), die unter schweren Depressionen leidet.

Fiona trägt Ethnoklamotten, isst vegetarisch und backt ihr Brot selbst. Sie hat Marcus einen Laib davon mitgegeben, aber der zieht es vor, das steinharte Vollkornbrot an die Enten im Park zu verfüttern. Weil es ihm zu anstrengend ist, kleine Stückchen herauszureißen, wirft er den Laib ins Wasser – und trifft eine Ente. Gegenüber dem über die tote Ente aufgebrachten Parkwächter, der den Jungen als Täter verdächtigt, tut Will so, als sei er der Ehemann von Suzie und Vater der beiden Kinder. Die Ente sei bereits tot gewesen, behauptet er, und weil die Kleine bei dem Anblick zu schreien begann, habe Marcus sie mit dem Brotlaib versenken wollen.

Als Suzie und Will den Jungen nach Hause bringen, hängt dessen Mutter nach einem Selbstmordversuch bewusstlos über der Couch. Sie rufen sofort einen Krankenwagen. Die Ärzte können Fiona retten. Nach ein paar Tagen kehrt sie in ihre Wohnung zurück.

Marcus denkt darüber nach, was er tun kann, damit sich seine Mutter nicht noch einmal das Leben zu nehmen versucht, und er hat eine glänzende Idee: Ein Mann muss her. Er beobachtet Will, findet heraus, dass dieser gar kein Kind hat, klingelt bei ihm und erpresst ihn mit diesem Wissen zu einer Verabredung mit Fiona. Aber die Frau im flauschigen Jumper und der coole Sportwagenfahrer wissen während des Restaurantbesuchs nicht, worüber sie reden sollen.

Obwohl der Versuch gescheitert ist, Fiona mit Will zu verkuppeln, klingelt Marcus nun jeden Nachmittag an Wills Wohnungstür, um mit ihm eine Stunde Fernsehen zu gucken, bevor er zu seiner Mutter zurückkehrt, die mit ihrem eigenen Kummer beschäftigt ist und nicht mitbekommt, dass ihr Sohn in der Schule als Außenseiter verspottet wird. Beim ersten Mal wollte Will den aufdringlichen Jungen aus seinem Apartment fernhalten – aber der hörte nicht auf, zu klingeln, und Will hat seinen Widerstand aufgegeben.

Als Fiona herausfindet, wo sich Marcus jeden Nachmittag herumtreibt, stürmt sie das Restaurant, in dem Will gerade mit Christine sitzt und bezichtigt ihn lautstark der Päderastie. Will gelingt es, sie von seiner Unschuld zu überzeugen und erklärt wütend, er wolle weder sie noch ihren Sohn jemals wiedersehen. Daraufhin schaltet Fiona um und wirft ihm Unmenschlichkeit vor, weil er sich nicht um den Jungen kümmern wolle.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

An Weihnachten sitzt Will gewöhnlich allein zu Hause, sieht sich ein Horrorvideo an und betrinkt sich. Diesmal folgt er Marcus‘ Einladung zur Weihnachtsfeier im Familienkreis mit Fiona, ihrer schwerhörigen Mutter und ihrem vertrottelten Vater. Fiona hat auch ihre Freundin Suzie eingeladen. Da Will sich in der Selbsterfahrungsgruppe selbst geoutet hat, weiß sie von der Lüge mit dem zweijährigen Kind und fordert ihn zum Gehen auf, aber es gelingt Marcus, sie zu besänftigen.

Eines Tages lernt Will eine junge Frau kennen, die ihm besonders gut gefällt. Zufällig handelt es sich um eine alleinstehende Mutter. Rachel (Rachel Weisz) hat einen Jungen im Alter von Marcus. Um seine Chancen bei Rachel zu erhöhen, überredet Will seinen neuen Freund, ihn bei seinem ersten Rendezvous mit Rachel zu begleiten. Er behauptet zwar nie explizit, dass Marcus sein Sohn sei, aber Rachel nimmt es natürlich an, und als sie den Irrtum erkennt, bricht sie den Kontakt zu Will ab.

Weil Fiona gesagt hat, dass Marcus sie mit seinem Gesang glücklich macht, lässt er sich nicht davon abbringen, bei einer Schulaufführung aufzutreten. Nach einem rasanten Breakdance von Rachels Sohn steht er verlegen auf der Bühne und gibt mit kicksender Stimme ein schmalziges Lied zum Besten. Das überwiegend aus Schülern zusammengesetzte Publikum lacht ihn aus. Da taucht unvermittelt ein Erwachsener mit einer Gitarre neben Marcus auf und begleitet ihn: Will teilt sich mit ihm die Blamage. Rachel, die unter den Zuschauern sitzt, ist beeindruckt.

Am Ende findet Will unter seinen Bekannten auch noch einen zu Fiona passenden Mann. Die beiden, Marcus, Will, Rachel und deren Sohn bilden schließlich beinahe so etwas wie eine Großfamilie, in der auch Fiona neuen Lebensmut fasst.

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Nach „Fever Pitch“ und „High Fidelity“ wurde auch Nick Hornbys Bestseller „About a Boy“ (1998) verfilmt.

„About a Boy“ handelt eigentlich gar nicht von einem Jungen, sondern von zwei Unerwachsenen: Marcus und Will. Einerseits geht es um einen Pubertierenden, der ohne väterliches Vorbild und ohne wirkungsvolle Unterstützung seiner überforderten Mutter seinen Weg finden muss. Der andere ist zwar bereits 36 Jahre alt, aber er glaubt noch immer, sich einer verantwortungsvollen Lebensführung entziehen zu können. Der Egomane wird erst durch den Kontakt mit dem Zwölfjährigen dazu gebracht, Verantwortung zu übernehmen und sich um andere Menschen zu kümmern. Er lernt, dass nicht One Night Stands, sondern mitmenschliche Beziehungen dem Leben einen Sinn geben.

Chris und Paul Weitz inszenierten das mit leichter Hand. Im Film wirken die Dialoge weniger humorvoll als im Roman, und einige Pointen fehlen ganz. Da Marcus‘ unangepasste Schulfreundin Ellie im Film, anders als im Buch, kaum eine Rolle spielt, dachten sich die Drehbuchautoren einen anderen Schluss aus – und glitten damit in den Kitsch ab. Aber eine nett-unterhaltsame Komödie ist „About a Boy“ schon noch geworden.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002/2003

Nick Hornby: About a Boy

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