XX. Olympische Sommerspiele in München, 1972


Nachdem die Entscheidung gefallen war, die XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München auszutragen, wurde ein Areal im Norden der Stadt dafür vorbereitet. Auf dem Oberwiesenfeld, wo von 1925 bis 1938 der erste bayrische Verkehrsflugplatz gewesen war, arbeiteten nach der Grundsteinlegung am 14. Juli 1969 bis zu achttausend Menschen, um ein fast drei Quadratkilometer großes Sport- und Erholungsgelände zu gestalten.

Die zu einem 52 Meter hohen Schuttberg zusammengetragenen Trümmer aus dem Zweiten Weltkrieg verschwanden unter dem Rasen des „Olympiabergs“. Der Nymphenburger Kanal wurde umgeleitet, um einen 86 000 Quadratmeter großen künstlichen See zu speisen, und in den Grünanlagen pflanzten die Gärtner fünftausend Bäume.

Der 290 Meter hohe Fernseh- bzw. Olympiaturm stand bereits; er war 1965 bis 1968 errichtet worden. Neue Maßstäbe setzten die Sportbauten: Das Velodrom mit 5000 Plätzen, das Stadion für 80 000 Besucher, die Sporthalle für 12 000 und die Schwimmhalle für 9000 Zuschauer. Stadion, Sport- und Schwimmhalle wurden mit einem fast 75 000 Quadratmeter großen Dach aus einem an zwölf bis zu 80 Meter hohen Pylonen aufgehängten,

mit 75 mal 75 Zentimeter großen Plexiglasplatten abgedeckten Stahlnetz überspannt, das wie ein Zelt geschwungen ist [Frei Otto]. Mit diesem antimonumentalen Bauwerk rückte die Bundesrepublik Deutschland weit ab von den Gastgebern der Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Bewusst vermieden die von dem Designer Otl Aicher beratenen Veranstalter alles Pompöse. Pastellfarben herrschten vor; weltoffen und heiter sollten sie sein, die XX. Olympischen Sommerspiele vom 26. August bis 11. September 1972 in München.

Am 5. September 1972 um 5 Uhr morgens überfielen acht Terroristen der palästinensischen Gruppe „Schwarzer September“ das Quartier der israelischen Olympiamannschaft in München, um die Freilassung von zweihundert in israelischen Gefängnissen inhaftierten Gesinnungsgenossen zu erpressen. Bei dem Versuch, die Geiselnehmer zu überwältigen, kam es am Abend auf dem Militärflughafen Fürstenfeldbruck zu einem Desaster. Dem Attentat fielen elf israelische Sportler, ein Polizist und fünf Palästinenser zum Opfer. [mehr dazu]

Die 2007 begonnene Sanierung der Olympiabauten kostete bisher 111 Millionen Euro, und man rechnet damit, dass bis 2032 weitere 469 Millionen Euro dafür benötigt werden (Süddeutsche Zeitung, 10. April 2013). Die Stadt München zahlt einen jährlichen Zuschuss von 37,5 Millionen Euro (der möglicherweise auf 40 Millionen Euro erhöht wird). Ansonsten sind die Stadtwerke für den Zustand der Olympiabauten zuständig, und diese holen sich die erforderlichen Gelder über Pachtzahlungen von der Olympiapark GmbH zurück.

© Dieter Wunderlich 2006 / 2013

Attentat bei den XX. Olympischen Spielen in München, September 1972
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