Ulrich Alexander Boschwitz

Ulrich Alexander Boschwitz wurde am 19. April 1915 in Berlin als Sohn eines im selben Jahr gefallenen jüdischen Kaufmanns geboren. Seine aus einer Lübecker Senatorenfamilie stammende Mutter Martha Wolgast Boschwitz erzog ihn und seine Schwester protestantisch.

Als Ulrich Alexander Boschwitz 1935 zur Wehrmacht eingezogen werden sollte, emigrierte er mit seiner Mutter. (Seine Schwester hatte sich bereits zwei Jahre zuvor ins Ausland abgesetzt.) Über Schweden und Norwegen gelangten sie 1936 nach Frankreich. 1938 wurden sie aus Luxemburg ausgewiesen und im Jahr darauf überquerten sie zwischen Belgien und England den Ärmelkanal.

Nachdem Deutschland 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hatte, internierte man die Deutschen Martha und Ulrich Alexander Boschwitz auf der Isle of Man. 1940 deportierten die Briten „enemy aliens“ wie Ulrich Alexander Boschwitz nach Australien und sperrte sie dort in ein Lager in New South Wales.

1942 sollte Ulrich Alexander Boschwitz nach Großbritannien zurückgebracht werden, aber das Schiff wurde von einem deutschen U-Boot im Atlantik versenkt. Ulrich Alexander Boschwitz starb am 29. Oktober 1942 im Alter von 27 Jahren.

Sein Debütroman „Menschen neben dem Leben“ erschien 1937 in schwedischer Übersetzung mit dem Titel „Människor utanför“. Sein zweiter Roman, „Der Reisende“, wurde in englischer Sprache veröffentlicht, 1939 in England mit dem Titel „The Man Who Took Trains“, 1940 in den USA mit dem Titel „The Fugitive“, jeweils unter dem Pseudonym John Grane.

Das unveröffentlichte Manuskript für den Roman „Das große Fressen“ wurde Ulrich Alexander Boschwitz vermutlich während der Überfahrt von England nach Australien im Juli 1940 gestohlen. Es blieb verschollen. Ein viertes Manuskript versank am 29. Oktober 1942 mit dem Autor.

Deutschsprachige Ausgaben der Romane „Menschen neben dem Leben“ und „Der Reisende“ erschienen erst mit acht Jahrzehnten Verspätung bei Klett-Cotta. Beide Bücher wurden von Peter Graf editiert.

© Dieter Wunderlich 2019

Ulrich Alexander Boschwitz: Menschen neben dem Leben

Emmanuelle Pagano - Der Tag war blau
Die Natur spielt in "Der Tag war blau" eine wichtige Rolle. Symbole und Spiegelungen laden die Handlung poetisch mit Bedeutung auf, bringen sie mit Tod und Geburt in Verbindung. Emmanuelle Pagano erzählt ruhig und nimmt sich Zeit für eingehende Beschreibungen.
Der Tag war blau