Yves Montand

Yves Montand wurde am 13. Oktober 1921 in der Toskana mit dem bürgerlichen Namen Ivo Livi geboren. Sein Vater Giovanni Livi, ein selbstständiger Besenbinder, floh wegen seiner kommunistischen Gesinnung nach Mussolinis Machtergreifung im Oktober 1922. Er beabsichtigte, in die USA zu emigrieren und seine Famiie nachzuholen. Weil er das erforderliche Geld für die Schiffspassage nicht aufbrachte, strandete er in Marseille. Dorthin folgte ihm die Familie 1924. Fünf Jahre später erhielten die Livis die französische Staatsbürgerschft.

1932 ging Giovanni Livi 1932 bankrott, und Yves musste deshalb die Schule abbrechen.

Mit 17 versuchte er sich erstmals als Sänger mit dem Künstlernamen Yves Montand in Klubs. Dabei eiferte er seinem Vorbild Fred Astaire nach.

Als General Charles de Gaulle 1944 nach der Landung der Alliierten in der Normandie und der Befreiung von Paris die Wiederherstellung der Republik versprach und die Vichy-Regierung nach Sigmaringen verlegt wurde, zog Yves Montand nach Paris. Dort brachte ihm Edith Piaf das Singen von Chansons bei und ließ ihn sowohl bei der Wiedereröffnung des Moulin Rouge im Oktober 1944 als auch während ihres Engagements in der Music Hall Théâtre de l’A. B. C. als Vorsänger auftreten. Sein Liederabend 1945 am Théâtre de l’Étoile gilt als Durchbruch in seiner Karriere, die er nicht zuletzt Edith Piaf verdankte. Im Jahr darauf kamen die ersten Filme mit ihm in die Kinos: „Chanson der Liebe“ und „Pforten der Nacht“.

Die gleichaltrige Schauspielerin Simone Signoret ließ sich 1950 von dem Regisseur Yves Allégret scheiden, dem Vater ihrer Tochter, um im Jahr darauf Yves Montand heiraten zu können. Das Ehepaar engagierte sich politisch. Yves Montand, der sich bis zur Niederschlagung des Prager Frühings 1968 zum Kommunismus bekannte, hatte 1950 bereits den Stockholmer Appell gegen Kernwaffen unterzeichnet.

Zum Weltstar wurde Yves Montand 1953 mit dem Film „Lohn der Angst“.

Am 9. November 1991, knapp vier Wochen vor seinem 70. Geburtstag, erlag der Chansonnier und Schauspieler in Senlis einem Herzinfarkt.

Er wurde auf dem Cimetière du Père Lachaise neben der sechs Jahre zuvor gestorbenen Simone Signoret bestattet.

Bereits zu seinen Lebzeiten war behauptet worden, Yves Montand sei der Vater der am 6. Oktober 1975 geborenen Aurore Drossart. 1994 erkannte das zuständige Gericht die von Yves Montand bestrittene Vaterschaft an. Weil die Erben das nicht hinnehmen wollten, wurden seine sterblichen Überreste im März 1998 exhumiert. Vergleiche von Gewebeproben bewiesen, dass Aurore Drossart nicht von Yves Montand gezeugt worden sein konnte.

Dessen 1946 geborene Erbin und Stieftochter Catherine Allégret beschuldigte ihn in ihren 2004 veröffentlichten Memoiren „Un monde à l’envers“, sie mit Wissen ihrer Mutter Simone Signoret seit ihrem fünften Lebensjahr sexuell missbraucht zu haben. Beweisen ließ sich das jedoch nicht.

Unter dem Pseudonym Michelle Marly schrieb Micaela Jary die Romanbiografie Madame Piaf und das Lied der Liebe“, in der sie sich auf die Beziehung von Yves Montand und Edith Piaf in den Jahren 1944 bis 1946 konzentriert.

© Dieter Wunderlich 2019

Michelle Marly: Madame Piaf und das Lied der Liebe

Kazuo Ishiguro - Was vom Tage übrigblieb
Kazuo Ishiguro ist es vortrefflich gelungen, den Lesern die tragische Romanfigur des Butlers Stevens nahezubringen, aus dessen traurigen Erinnerungen und Gedanken der vielschichtige, sensible und differenzierte Roman "Was vom Tage übrigblieb" besteht.
Was vom Tage übrigblieb

 

 

 

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(Vorstellung des Romans der Preisträgerin und zehn weiterer Bücher der Finalisten)


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