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Als Gottfried Wilhelm Leibniz sechs Jahre alt war, starb sein Vater. Der Junge las sich autodidaktisch so viel Wissen an, dass er mit fünfzehn an der Universität Leipzig Jura, Philosophie und Naturwissenschaften zu studieren beginnen konnte. Nach zehn Semestern promovierte er. Im Dienst des Mainzer Kurfürsten hielt er sich 1672 bis 1676 am Hof des Sonnenkönigs (Ludwig XIV.) in Frankreich auf, wo er führende Philosophen der Aufklärung kennen lernte. Nach seiner Rückkehr übernahm Leibniz in Hannover das Amt des Hofbibliothekars, und von 1691 an kümmerte er sich auch um die berühmte Bibliothek in Wolfenbüttel.
Der barocke Weltmann Leibniz gehörte zu der Gruppe von Künstlern und Wissenschaftlern, die Sophie von der Pfalz in Herrenhausen und deren Tochter Sophie Charlotte in Charlottenburg um sich versammelten.
Nach seinen Vorschlägen gründete Kurfürst Friedrich III. am 11. Juli 1700 in Berlin die "Kurfürstlich-Brandenburgische Societät der Wissenschaften",
aus der ein Jahrzehnt später die Preußische Akademie der Wissenschaften hervorging.
Leibniz erfand das binäre Zahlensystem, dessen Bedeutung erst im Computerzeitalter voll erkannt wurde. Und er entwickelte – unabhängig von Isaac Newton – die Infinitesimalrechnung. Auch eine Maschine für die vier Grundrechnungsarten konstruierte er. Die Mechaniker waren zu seiner Zeit zwar nicht in der Lage, die Staffelwalzen-Maschine so präzise zu bauen, dass sie zufriedenstellend arbeiten hätte können, aber ein Nachbau im Jahr 1894 demonstrierte die Funktionstüchtigkeit der Rechenmaschine.
Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz beschrieb die Welt – die er bekanntlich für "die beste aller nur möglichen" hielt – als hierarchisch abgestuften Kosmos unendlich vieler "Monaden" von der anorganischen Materie über den menschlichen Geist bis hin zu Gott. Keine Monade wirkt auf eine andere ein, und dennoch entsteht der Eindruck universaler Wechselwirkungen, weil der Demiurg die Abläufe innerhalb der einzelnen Monaden von Anfang an aufeinander abgestimmt hat.
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