Im Visier des Bösen

Im Visier des Bösen

Im Visier des Bösen

Originaltitel: Im Visier des Bösen - Regie: Giacomo Battiato - Drehbuch: Giacomo Battiato und Nicola Lusuardi, nach dem Roman "Daddy" von Loup Durand - Kamera: Florian Ballhaus - Musik: Gert Wilden - Darsteller: Klaus Maria Brandauer, Thomas Sangster, Giovanna Mezzogiorno, Stephen Moyer, Claire Keim, Ken Duken, Dominique Pinon, Thomas Heinze, Gottfried John, Thierry Lhermitte, Giorgio Pasotti u.a. - 2003; 180 Minuten

Inhaltsangabe

Ein deutscher Bankier hat 1942 700 Millionen Reichsmark auf Schweizer Konten versteckt, damit Juden geholfen werden kann, aus dem Deutschen Reich zu fliehen. Nachdem er und seine Tochter ums Leben gekommen sind, kennt nur noch sein elfjähriger Enkel die Zugangscodes. Die Gestapo zwingt einen genialen Philosophieprofessor, das Geheimnis herauszufinden ...
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Kritik

Ehrgeizige, dreistündige Fernsehfilmversion des Romans "Daddy" von Loup Durand. "Im Visier des Bösen" ist zwar aufwendig inszeniert und einigermaßen spannend, aber in vielen Punkten unglaubwürdig.
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1942 ist der deutsche Bankier Thomas von Gall (Gottfried John) mit seiner unverheirateten Tochter Maria (Giovanna Mezzogiorno) und ihrem am 2. August 1931 geborenen Sohn Thomas (Thomas Sangster) in Südfrankreich untergetaucht. Es ist ihm gelungen, 700 Millionen Reichsmark auf Schweizer Nummernkonten zu deponieren. Mit dem Geld soll verfolgten Juden geholfen werden, aus dem Deutschen Reich zu fliehen. Aber die SS spürt ihn auf und bringt ihn nach München. Dort versucht der SS-Offizier Joachim Gortz (Thomas Heinze), die Zugangscodes herauszufinden. Von Gall gibt das Geheimnis auch unter der Folter nicht preis und stürzt sich aus einem Fenster in den Tod.

Daraufhin wendet Gortz sich an den Philosophieprofessor Dr. Gregor Lämmle (Klaus Maria Brandauer). Er weiß, dass dieser in seine ehemalige Studentin Maria von Gall verliebt war und fordert ihn nun auf, nach ihr zu suchen, weil er vermutet, dass sie nach dem Tod ihres Vaters als Einzige über die Liste mit den Zugangsdaten verfügt. Falls Lämmle sich weigern würde, wäre es ein Leichtes für Gortz, ihm den unaufgeklärten Mord an der Studentin Christa Altmeier oder ein anderes Verbrechen anzuhängen.

Lämmle ist seit seiner Zurückweisung durch Maria von Gall ein gebrochener Mann. Der hochintelligente Professor ahnt, dass Maria bei ihrer letzten Begegnung vor elf Jahren schwanger war und sucht deshalb in Südfrankreich nach einem Kind. Mit Hilfe eines Einheimischen – Henri Lafont (Dominique Pinon) – findet er die französische Bauernfamilie, bei der Thomas von Gall junior aufgewachsen ist. Michele (Giorgio Pasotti), ein Mitglied der Résistance, in der auch Maria von Gall engagiert ist, rettet den Jungen im letzten Augenblick vor den Verfolgern.

In Aix-en-Provence gerät Thomas in Lämmles Gewalt. Der ahnt noch nicht, dass Maria ihrem Sohn das Geheimnis anvertraut hat und dieser die langen Listen auswendig gelernt hat. Lämmle wartet darauf, dass sie herausfindet, wo ihr Sohn ist. Nur so kann er an sie herankommen.

In ihrer Verzweiflung ruft Maria erstmals nach elf Jahren ihren ehemaligen Geliebten an, David Quattermain (Stephen Moyer), den Spross einer amerikanischen Bankiersfamilie, der nach der Trennung in die USA zurückgekehrt war und nie erfuhr, dass er einen Sohn hat. David nimmt das nächste Flugzeug nach Europa.

Währenddessen ruft Maria ihren ehemaligen Professor an. Im Austausch gegen Thomas ist sie bereit, sich ihm auszuliefern.

SS-Offizier Jürgen Müller (Ken Duken) hat inzwischen die Pflegeeltern von Thomas und deren Tochter Catherine Lamiel (Claire Keim) in seine Gewalt gebracht. Als Catherine die Folterung ihrer Eltern nicht länger mit ansehen kann, verrät sie ihm, wo er Maria von Gall finden könne: bei dem geplanten Austausch.

Am vereinbarten Ort treffen sich Lämmle, Thomas und Maria. Mitglieder der Résistance liegen ebenso auf der Lauer, wie Henri Lafont und seine Leute. Da taucht auch noch David auf, und außerdem die SS. Es kommt zu einem heftigen Schusswechsel. Maria verbrennt in ihrem explodierten Auto. David packt Thomas und rennt mit ihm fort. Catherine klettert aus dem Fond von Müllers Wagen, setzt sich ans Steuer und rettet auch David und Thomas.

Ihre Eltern wurden inzwischen umgebracht.

Damit Thomas mit Catherine eine bewachte Brücke überqueren kann, rast David mit einem gestohlenen Auto durch die Absperrung. Die beiden Wachposten verfolgen ihn, und er wird verhaftet. Auf einem Dorfplatz, den Thomas und Catherine überqueren müssen, wimmelt es von Deutschen. Die junge Französin opfert sich: Sie erschießt einen deutschen Offizier und wird gleich darauf von anderen Soldaten getötet. In dem Getümmel gelingt es Thomas, unbemerkt weiterzulaufen.

In Genf sucht er nach einem Mann namens Andreas Lazik (Thierry Lhermitte), wie seine Mutter es ihm aufgetragen hatte, aber er trifft nur dessen Tochter an. Die verhilft ihm zu einem Anzug und einer Pistole.

Inzwischen ist auch Lämmle in Genf eingetroffen, denn er ist überzeugt, dass der Junge das Geheimnis kennt und deshalb versucht, nach Genf zu kommen.

Weil Thomas von Gall weiß, dass Lämmle ein leidenschaftlicher Schachspieler ist, geht er regelmäßig in den örtlichen Schachklub. Wie erwartet, taucht auch Lämmle dort auf. Thomas gewinnt die Partie gegen den Professor, aber er bringt es anschließend nicht fertig, ihn auch zu erschießen. Lämmle nimmt ihm die Pistole ab und tötet sich selbst.

Endlich kann Thomas mit Andreas Lazik, dem Treuhänder seiner toten Mutter, zur Bank gehen und die geheimen Daten aufsagen, damit die geplante Hilfsoperation für Juden im Deutschen Reich anlaufen kann.

Die Familie Quattermain erreicht durch ihre guten Geschäftsbeziehungen mit den Nationalsozialisten die Freilassung Davids. Er nimmt seinen Sohn mit in die USA.

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Bei „Im Visier des Bösen“ handelt es sich um eine ehrgeizige, dreistündige Fernsehfilmversion des Romans „Daddy“ (1987) von Loup Durand. Die Geschichte ist zwar aufwendig inszeniert und einigermaßen spannend, aber in vielen Punkten unglaubwürdig: Professor Lämmle durchschaut die Absichten von Maria und Thomas ein bisschen zu leicht, und der 11-jährige Junge ist viel zu altklug. Das heißt nicht, dass Klaus Maria Brandauer und Thomas Sangster schlecht spielen, im Gegenteil, aber die Figuren und die Handlung sind nicht überzeugend angelegt.

Den Themen Widerstand (Résistance) und Judenverfolgung wird der Film in keiner Weise gerecht.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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