Freshman

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Freshman

Originaltitel: The Freshman – Regie: Andrew Bergman – Drehbuch: Andrew Bergman – Kamera: William A. Fraker – Schnitt: Barry Malkin – Musik: David Newman – Darsteller: Marlon Brando, Matthew Broderick, Bruno Kirby, Penelope Ann Miller, Maximilian Schell, Paul Benedict, Frank Whaley, Jon Polito, Richard Gant, Kenneth Welsh, Pamela Payton-Wright u.a. – 1990; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Als Clark Kellogg zum Studium nach New York kommt, wird ihm kurz nach dem Eintreffen das Gepäck mit dem gesamten Geld gestohlen. Zufällig entdeckt er den Dieb nach ein paar Tagen wieder. Victor Ray behauptet, alles beim Spiel verloren zu haben, aber als Wiedergutmachung nennt er ihm die Adresse eines Onkels, der einen lukrativen Job für ihn haben könnte. Clark staunt, als Viktor ihn vorstellt: Carmine Sabatini sieht Vito Corleone zum Verwechseln ähnlich ...
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Kritik

"Freshman" ist eine unterhaltsame Mafia-Komödie von Andrew Bergman mit einem selbstironischen Marlon Brando in der Hauptrolle.

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Clark Kellogg (Matthew Broderick) verabschiedet sich in Belmont, Nebraska, von seiner Mutter Liz (Pamela Payton-Wright) und seinem Stiefvater Dwight Armstrong (Kenneth Welsh) und fährt mit dem Zug nach New York, um an einer Filmhochschule zu studieren.

An der Grand Central Station wird Clark von einem aufdringlichen Fremden angesprochen, der sich als selbstständiger Taxifahrer Victor Ray (Bruno Kirby) ausgibt und ihn zum Studentenwohnheim bringt. Dort steigt Clark aus, aber bevor er sein Gepäck aus dem Kofferraum nehmen kann, rast der Betrüger davon, und Clark bleibt mit leeren Händen zurück.

Weil ihm das ganze Geld gestohlen wurde, kann der Freshman auch nicht die von Arthur Fleeber (Paul Benedict), seinem Professor, veröffentlichten und als Pflichtlektüre vorgeschriebenen Bücher kaufen.

An einem der nächsten Tage entdeckt er Victor zufällig wieder und verlangt sein Geld und sein Gepäck zurück. Victor behauptet, alles verspielt zu haben, verspricht aber als Wiedergutmachung, Clark einem Onkel vorzustellen, der ihm vielleicht einen gut bezahlten Job anbieten werde. Er gibt Clark eine Adresse im Stadtteil Little Italy, wo sein Onkel Carmine Sabatini (Marlon Brando) im Hinterzimmer eines Cafés residiert.

Clark staunt, denn Sabatini sieht dem Paten Vito Corleone („Der Pate“) zum Verwechseln ähnlich. Der alte Herr scheint Gefallen an dem Filmstudenten zu finden, denn er bietet ihm 500 Dollar für eine Kurierfahrt und stellt weitere Aufträge in Aussicht. Zunächst soll Clark einen Komodowaran vom Flughafen abholen und zu einem Mann namens Larry London (Maximilian Schell) bringen. Ein Auto für die Kurierfahrt wird er in Queens bekommen, wo Sabatini wohnt.

Als Clark dort den Autoschlüssel abholen will, öffnet ihm Sabatinis Tochter Tina (Penelope Ann Miller). Im Wohnzimmer bleibt Clark vor dem Gemälde „Mona Lisa“ stehen und bewundert die vermeintliche Arbeit eines Fälschers, aber Tina versichert ihm, dies sei das von Leonardo da Vinci gemalte Original; im Louvre hänge eine Kopie.

Nachdem er Larry London den Waran gebracht hat, erzählt Clark seiner Mutter am Telefon von dem Auftrag. Sie blättert in einem Nachschlagewerk ihres Mannes, eines engagierten Tierschützers, und stellt fest, dass es sich beim Komodowaran um eine vom Aussterben bedrohte Tierart handelt, deren Einfuhr strafbar ist. Dwight Armstrong hört das Telefongespräch heimlich mit und ist empört. Er zeigt seinen Stiefsohn an.

Clark erschrickt, als er erfährt, dass er gegen ein Gesetz verstoßen hat. Damit ihm das nicht noch einmal passiert, sucht er Carmine Sabatini auf und erklärt ihm, er wolle keine weiteren Aufträge mehr übernehmen. Aber der alte Herr scheint Clark inzwischen bereits als Ersatz für den Sohn zu betrachten, den er nie hatte. Und er teilt ihm mit, dass Tina ihn heiraten werde. Seine Tochter wolle eigentlich keinen Aufschub, sagt Sabatini, aber er brauche noch etwas Zeit für die Vorbereitungen, denn zu der Hochzeitsfeier müsse er ein paar Tausend Geschäftspartner, Politiker und Polizeibeamte einladen. Was Clark von der geplanten Eheschließung hält, steht offenbar gar nicht zur Debatte. Er gehört bereits zur Familie, ob er will oder nicht.

Carmine Sabatini küsst seinen zukünftigen Schwiegersohn und schenkt ihm ein Auto. Als Clark damit losfährt, wird er von zwei Männern in einer schwarzen Limousine verfolgt. Es gelingt ihm zwar, sie abzuhängen, aber kurz darauf nehmen ihn die beiden Undercover-Polizisten Chuck Greenwald und Lloyd Simpson (Jon Polito, Richard Gant) fest und bringen ihn zur Vernehmung in eine leer stehende Lagerhalle. Sie klären ihn darüber auf, dass es sich bei Sabatini um einen auch unter dem Namen „Jimmy der Tukan“ bekannten Mafia-Paten handelt. Zusammen mit Larry London, einem aus Deutschland stammenden Koch, der eigentlich Hans-Kurt Schlegel heißt, betreibt der Mafioso einen illegalen Gourmet-Club, auf dessen Speisekarte nur vom Aussterben bedrohte Tierarten stehen. Beim nächsten Club-Dinner soll der Komodowaran zubereitet werden. Weil es noch sieben weitere Komodowarane auf der Welt gibt, brauchen die Gäste bloß 350 000 Dollar pro Gedeck zu bezahlen. Beim nachweislich letzten Tier einer Art beträgt der Eintrittspreis 1 Million Dollar. Die Agenten drohen Clark wegen seiner Verwicklung in das Verbrechen mit zwei Jahren Gefängnis und erpressen ihn damit zur Zusammenarbeit: Er soll Sabatini bespitzeln und ihnen Ort und Zeitpunkt des nächsten Club-Treffens nennen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Clark will den Mann nicht verraten, der wie ein Vater zu ihm ist. Um dem Konflikt zu entkommen, packt er seine Sachen, aber bevor er damit fertig ist, besucht ihn Sabatini in der Studentenbude, die er sich mit Steve Bushak (Frank Whaley) teilt. Da nimmt Clark sich vor, den Paten am nächsten Tag zu warnen.

Sabatini fährt mit Tina und Clark im Auto zum Gourmet-Club. Unterwegs berichtet Clark von Chuck Greenwald und Lloyd Simpson. Der Pate kennt sie. Er weiß, dass die beiden Agenten korrupt sind und für die Mafia-Familie Bornelli arbeiten. Clark brauche nicht zu befürchten, von ihnen verhaftet zu werden, meint er, sie würden ihn stattdessen erschießen.

Während sich die Gäste für das Dinner einfinden und im Voraus bezahlen, verstecken sich Greenwald und Simpson im nahen Maisfeld. Dwight Armstrong, der den Komodowaran retten will, ist bei ihnen. In dem Augenblick, in dem Schlegel das Beil hebt, um die seltene Echse zu töten, stürmen sie in die Küche. Sabatini beschuldigt Clark des Verrats, packt ihn und hält ihn als Geisel fest. Die Agenten schießen. Sabatini geht zu Boden und bleibt leblos liegen. Die korrupten Beamten nehmen die Einnahmen als „Beweismittel“ mit. Aber sie kommen nicht weit: Im Maisfeld werden sie von FBI-Agenten verhaftet.

Sabatini steht wieder auf. Sein Tod war nur vorgetäuscht.

Die Gäste haben von dem Zwischenfall nichts mitbekommen. Schlegel muss sich nun aber beeilen, damit der hawaiianische Tigerfisch mit der gepökelten Truthahnbrust aus Virgina serviert werden kann.

Clark begreift, dass es sich bei dem Gourmet-Club um einen lukrativen Schwindel handelt. Schlegel zeigt den Gästen zwar die vom Aussterben bedrohten Tiere, die auf der Karte stehen, bereitet jedoch in Wirklichkeit ganz andere Gerichte zu. Ein Teil der Einnahmen dient dazu, die seltenen Tiere in einem Privatzoo in der Bronx artgerecht zu halten.

Sabatini und Schlegel werden allerdings keine weiteren Gourmet-Dinner mehr veranstalten.

Sie wussten längst, dass die Bornellis ihnen mit Hilfe von Greenwald und Simpson das lukrative Geschäft abjagen wollten. Um die korrupten Beamten hereinzulegen und sie vom FBI verhaften zu lassen, dachten sie sich ein Täuschungsmanöver aus. Dazu gehörte, dass Viktor am Grand Central Terminal einen geeigneten jungen Mann aussuchte, der den Köder spielen sollte. Es war ein abgekartetes Spiel.

Zum Abschied meint Sabatini, Clark solle sich nach Abschluss seines Studiums an der Filmhochschule bei ihm melden, er kenne eine Menge einflussreicher Leute in Hollywood.

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„Freshman“ ist eine unterhaltsame Mafia-Komödie, in der Marlon Brando sich selbst parodiert, und zwar in der Rolle des Mafia-Paten Vito Corleone in „Der Pate“. Andrew Bergman spielt in „Freshman“ auf amüsante Weise mit ineinander verschachtelten Täuschungen.

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Inhaltsangabe und Filmkritik: © Dieter Wunderlich 2009

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