Point Break. Gefährliche Brandung

Point Break. Gefährliche Brandung

Point Break. Gefährliche Brandung

Point Break. Gefährliche Brandung – Originaltitel: Point Break – Regie: Kathryn Bigelow – Drehbuch: W. Peter Iliff, Rick King – Kamera: Donald Peterman – Schnitt: Howard E. Smith – Musik: Mark Isham – Darsteller: Patrick Swayze, Keanu Reeves, Gary Busey, Lori Petty, John C. McGinley, James LeGros, John Philbin, Bojesse Christopher, Julian Reyes, Daniel Beer, Chris Pedersen, Vincent Klyn, Anthony Kiedis u.a. – 1991; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Weil vier Verbrecher, die bei ihren Bank­über­fällen in Kalifornien Masken von ehe­maligen US-Präsidenten tragen, unter den Wellen­reitern vermutet werden, schleust sich der junge FBI-Agent Johnny Utah am Latigo Beach in die Surfer-Szene ein. Er verliebt sich in Tyler, die ihm das Surfen beibringt, und die beiden werden ein Paar. Über Tyler kommt der Undercover-Agent an Bodhis heran, den charismatischen Anführer einer Surfer-Clique, der ihn schwer beeindruckt ...
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Kritik

"Point Break. Gefährliche Brandung" ist ein von Kathryn Bigelow professionell inszenierter Actionthriller mit eindrucksvollen Stunts. Der Begriff Point Break steht hier auch für die Grenze zur Freiheit jenseits der Moral.
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Eine Bande von vier Bankräubern hat in den letzten Jahren um die 30 Banken in Kalifornien überfallen. Weil sie dabei stets Gesichtsmasken von Lyndon B. Johnson, Richard Nixon, Jimmy Carter und Ronald Reagan tragen, werden sie in den Medien „Ex-Präsidenten“ genannt. Die Raubzüge dauern maximal 90 Sekunden. Die Verbrecher begnügen sich nämlich mit dem Geld in den Kassen und halten sich nicht mit dem Tresor auf. Obwohl sie schwer bewaffnet sind, hat es bisher keine Toten oder Schwerverletzten gegeben.

John („Johnny“) Utah (Keanu Reeves), der soeben die FBI-Akademie absolviert hat, wird dem seit 22 Jahren aktiven FBI-Agenten Angelo Pappas (Gary Busey) zugeteilt, der die Ermittlungen gegen die „Ex-Präsidenten“ leitet. Weil die Banküberfälle nur in den Sommermonaten stattfinden, geht Angelo davon aus, dass es sich bei den Tätern um Surfer handelt, die ihren Sport auf diese Weise finanzieren. Die Analyse einer nach einem Bankraub sichergestellten Haarprobe ergibt eine Spur zum Latigo Beach bei Malibu. Dort soll Johnny die Szene als Undercover-Agent beobachten.

Surf-Unterricht lässt er sich von einer jungen Frau namens Tyler Ann Endicott (Lori Petty) geben. Er gibt sich als Rechtsanwalt aus, und weil er aus den Daten des Polizei-Computers weiß, dass ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, erfindet er einen tödlichen Verkehrsunfall seiner Eltern, um sie zu beeindrucken.

Durch Tyler kommt er an ihren charismatischen Ex-Freund Bodhi (Patrick Swayze) und dessen Sportsfreunde Roach (James LeGros), Nathanial (John Philbin) und Grommet (Bojesse Christopher) heran. Die begeisterten Surfer lehnen den Neuling zunächst ab, aber im Lauf der Zeit überzeugt sie sein Sports- und Kampfgeist.

Johnny und Tyler werden ein Paar.

Der Verdacht, die „Ex-Präsidenten“ zu sein, fällt auf eine andere Surfer-Clique, deren Aggressivität berüchtigt ist. Ein SEK umstellt das Haus, in dem sich die Männer und eine Frau aufhalten. Unter dem Vorwand, nach seinem entlaufenen Hund zu suchen, klingelt Angelo an der Tür. Die schwer bewaffneten Bewohner eröffnen das Feuer, und es kommt zu einem heftigen Schusswechsel. Am Ende stellt sich heraus, dass die Männer keine Bankräuber, sondern Drogendealer sind. Bei einem von ihnen handelt es sich um einen eingeschleusten DEA-Agenten, der dabei war, über die Gruppe an wichtige Hintermänner heran­zu­kommen. Durch die Aushebung der Bande ist die viel­versprechende Aktion des Drogendezernats gescheitert.

Obwohl Johnny vom Wellenreiten fasziniert ist und Bodhis vom Surfen geprägte Lebensweise und Weltanschauung immer stärker teilt, übersieht er nicht Indizien, die darauf hindeuten, dass es sich bei Bodhi und seinen drei Freunden um die „Ex-Präsidenten“ handeln könnte.

Johnny und Angelo beschatten eine Bank, von der sie annehmen, dass sie das nächste Ziel der „Ex-Präsidenten“ ist. Weil jedoch Johnny gerade Frühstück besorgt und Angelo abgelenkt ist, bemerken sie die Bankräuber erst, als diese in den Fluchtwagen springen. Die halsbrecherische Verfolgungsjagd endet, als die Gehetzten ihren Wagen zu Schrott fahren. Johnny rennt der Person mit der Reagan-Maske nach, bis er sich beim Sprung von einer Mauer das Knie verdreht und liegen bleibt. Er könnte auf den Fliehenden schießen, aber als er trotz der Maske Bodhis Augen erkennt, feuert er in die Luft und lässt den Mann entkommen.

Nachdem Johnnys Tarnung aufgeflogen ist, nimmt er sich vor, Tyler am Abend die Wahrheit zu gestehen. Sie will jedoch nichts hören. Am nächsten Morgen weckt sie ihn allerdings mit einer Pistole in der Hand, denn sie hat seinen FBI-Ausweis entdeckt. Wütend über seine Lügen rennt sie davon. Vergeblich versucht Johnny, sie telefonisch zu erreichen.

Als es an der Tür klopft, glaubt er, dass Tyler zurückkommt, aber es sind Bodhi, Roach, Nathanial und Grommet. Sie nehmen Johnny mit zum Flughafen, starten mit einer Privatmaschine, geben ihm einen Fallschirm und bringen ihn dazu, mit ihnen abzuspringen. Johnny befürchtet, dass die Bankräuber einen tödlichen Unfall vortäuschen wollen. Aber er ist begeistert vom freien Fall, und sein Fallschirm öffnet sich problemlos.

Nach der Landung zeigt Bodhi ihm ein Video. Tyler sitzt gefesselt auf einem Stuhl, und ein Verbrecher namens Rosie (Lee Tergesen) drückt ihr eine Messerklinge an den Hals. Bodhi erklärt Johnny, das sei seine Lebensversicherung, denn nur er könne ihm verraten, wo Rosie die Geisel hingebracht hat. Falls Bodhi sich nicht bis zu einer bestimmten Uhrzeit bei Rosie melde, werde dieser Tyler töten.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Mit dieser Drohung zwingt Bodhi den enttarnten FBI-Agenten, beim letzten Banküberfall der Saison mitzumachen, und zwar unmaskiert. Dieses Mal begnügt Bodhi sich nicht mit dem Geld in den Kassen, sondern zwingt den Filialleiter (Mick Regan) und eine Angestellte (Deborah Lemen), den Tresorraum zu öffnen. Bei einem der am Boden liegenden Bankkunden handelt es sich um einen Polizisten außer Dienst (Anthony Mangano). Der neben ihm liegende Wachmann der Bank (John Apicella) kann ihn nicht davon abhalten, seine Pistole zu ziehen. Einer der Bankräuber wird tödlich getroffen. Bodhi erschießt den Polizisten, und bevor er mit der Beute hinausrennt, schickt er Johnny mit einem Kinnhaken zu Boden.

Der am Bankraub beteiligte FBI-Agent wird festgenommen, mit Handschellen gefesselt und von seinem Boss Ben Harp (John C. McGinley) beschimpft. Angelo schlägt Ben Harp nieder und befreit seinen Partner. Sie holen die Verbrecher, die mit einer Privatmaschine nach Mexiko fliehen wollen, am Flughafen ein. Es kommt zu einer Schießerei. Angelo zielt auf Bodhi, aber Johnny deckt den Gangster mit seinem Körper, denn er will Tyler retten. Sein Eingreifen führt allerdings dazu, dass Angelo erschossen wird. Bodhi zwingt Johnny, mit ihm und dem schwer verletzten Roach in das Privatflugzeug zu klettern.

In der Luft legt Bodhi seinem Kumpan einen der beiden vorhandenen Fallschirme an und nimmt den anderen. Bodhi und Roach lassen sich aus der Maschine fallen. Johnny springt ohne Fallschirm hinterher, und es gelingt ihm, Bodhi von hinten zu umklammern. Erst als es fast schon zu spät ist, öffnet sich der Fallschirm. Beide schlagen hart auf dem Boden auf. Roach ist verblutet und landet tot neben ihnen.

Ein Jeep nähert sich. Darin sitzen Rosie und Tyler. Bodhi lässt Tyler frei, aber Johnny muss tatenlos zusehen, wie Bodhi zu Rosie in den Wagen klettert und mit ihm wegfährt.

Johnny verfolgt Bodhi um die halbe Welt.

Während vor einem Jahrhundertsturm gewarnt wird, geht er zum Bells Beach in Australien. Die Surfer kommen ihm entgegen. Aber wie erwartet, steht Bodhi am Strand und wartet auf eine Monsterwelle. Johnny will den Verbrecher festnehmen. Der kämpft mit ihm, bis der FBI-Agent ihm Handschellen anlegt. Aus einem Hubschrauber werden die Männer eines SEK abgesetzt. Bodhi bittet Johnny darum, ihm noch einen Wellenritt zu gönnen, und der FBI-Agent nimmt ihm die Handschellen ab. Bodhi stürzt sich in das tödliche Abenteuer. Johnny geht weg und wirft seine Dienstmarke angewidert in den Sand.

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„Point Break. Gefährliche Brandung“ ist ein von Kathryn Bigelow professionell inszenierter Actionthriller mit eindrucksvollen Stunts.

Surfer verstehen unter einem Point Break die Stelle bzw. Linie, die das Brechen einer Welle verursacht. Das ist in diesem Film auch im übertragenen Sinn zu verstehen, als Grenze zur Freiheit jenseits der Moral. Der Name Bodhi ist ein Begriff aus dem Buddhismus. Im Sanskrit bedeutet das Wort Erwachen. Gemeint ist damit ein Erkenntnisvorgang auf dem Weg zur Reinheit und Vollkommenheit seines Geistes.

Die Dreharbeiten für „Point Break. Gefährliche Brandung“ fanden vom 9. Juli bis 24. Oktober 1990 in Kalifornien, Oregon, Utah und Hawaii statt. Bei dem See, über dem die fünf Fallschirmspringer zu sehen sind, handelt es sich um den Lake Powell im Grenzgebiet von Utah und Arizona. Die am Bells Beach in Australien spielende Schlussszene entstand am zum Ecola State Park in Oregon gehörenden Indian Beach.

Der australische Streifen „Liquid Bridge“, den es in Deutschland als DVD mit dem Titel „Gefährliche Brandung 2“ gibt, ist kein Sequel zu Kathryn Bigelows Film.

Gefährliche Brandung 2. Liquid Bridge – Originaltitel: Liquid Bridge – Regie: Phillip Avalon – Drehbuch: Pim Hendrix – Kamera: Roger Buckingham – Schnitt: David Stiven – Musik: Brett Rosenberg – Darsteller: Tony Bonner, Carmen Duncan, Ryan Kwanten, Simone Kessell, Jarrod Dean, Jeremy Sims u.a. – 2003; 105 Minuten

Das Remake von Ericson Core, das am 21. Januar 2016 in die deutschen Kinos kam, hält sich nur locker an die Handlung des Originals.

Point Break – Originaltitel: Point Break – Regie: Ericson Core – Drehbuch: Kurt Wimmer – Kamera: Ericson Core – Schnitt: Thom Noble – Musik: Junkie XL – Darsteller: Édgar Ramírez, Luke Bracey, Teresa Palmer, Ray Winstone, Tobias Santelmann, Clemens Schick, Matias Varela, Delroy Lindo, Nikolai Kinski, Judah Lewis, Frank Richartz u.a. – 2015; 110 Minuten

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2016

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