Liebe deine Nächste!

Liebe deine Nächste!

Liebe deine Nächste!

Originaltitel: Liebe deine Nächste - Regie: Detlev W. Buck - Drehbuch: Detlev W. Buck und F. J. Otto, nach einem Roman von Jens-Frederik Otto - Kamera: Joachim Berc - Musik: Stefan Fischer - Darsteller: Moritz Bleibtreu, Lea Mornar, Heike Makatsch, Heribert Sasse, Marc Hosemann, Eleonore Zetzsche, Monica Bleibtreu, Nina Hoss sowie Detlev W. Buck als Penner, Polizist und Hotelportier - 1998; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Josefine und Isolde, zwei Leutnants der Heilsarmee, kommen nach Berlin, um den Pennern mit "Suppe, Seife und Seelenheil" zu helfen. Mit ein paar Obdachlosen ziehen sie durch die Straßen und machen Musik. Der Lärm stört den Unternehmensberater Tristan Müller, der gerade mit drei Abteilungsleitern einer Firma frühstückt und ihnen erklärt, dass die Hälfte ihrer Belegschaft entlassen werden muss ...
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Kritik

"Liebe deine Nächste!" ist eine Märchensatire über einen skrupellosen Unternehmensberater und eine Soldatin Gottes: Der Böse will dem Engel die Unschuld rauben, um seine Macht zu beweisen ...
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Josefine (Lea Mornar) und Isolde (Heike Makatsch), zwei Leutnants der Heilsarmee, kommen nach Berlin, um den Pennern mit „Suppe, Seife und Seelenheil“ zu helfen. Sie wollen aus ihnen wieder respektable Menschen machen und Liebe und Hoffnung verbreiten. Dazu säubern sie zunächst einmal das heruntergekommene Obdachlosenheim und überreden die Männer und Frauen, nach langer Zeit wieder einmal zu duschen. Alkohol und Betteln werden verboten. Alles habe sich verändert, nur das Essen sei gleich schlecht geblieben, murren einige Männer. Mit ein paar von ihnen, die halbwegs auf Instrumenten spielen können, ziehen Josefine und Isolde durch die Straßen und machen Musik.

Der Lärm stört den Unternehmensberater Tristan Müller (Moritz Bleibtreu), der gerade in einem Restaurant mit drei Abteilungsleitern einer Firma frühstückt und ihnen erklärt, dass die Hälfte ihrer Belegschaft entlassen werden muss. Durch die intensivere Nutzung der elektronischen Datenverarbeitung sei das ohne weiteres möglich. Tristan Müller schickt seinen Adlatus Lutz (Heribert Sasse) hinaus, und der versucht die Kapelle der Heilsarmee mit einem Hundertmarkschein zum Schweigen zu bringen. Wütend marschiert Leutnant Josefine in das Restaurant und wirft Tristan Müller den Geldschein hin: Sie lasse sich nicht kaufen! Isolde, die ihr gefolgt ist, geht jedoch auf Müllers Vorschlag ein und setzt für eine Hundert-Mark-Spende ihre Haube ab.

Bald darauf kommt der Yuppie in das von der Heilsarmee betreute Obdachlosenheim. Mit 10 000 Mark könnte man aus dem Haus schon etwas machen, sagt er zu Josefine. Da klettert sie neugierig von ihrer Leiter herunter. Müller will sich mit ihr verabreden, doch sie ziert sich.

Als Isolde fragt, was der Unternehmensberater gewollt habe, behauptet Josefine, er habe sich mit ihr verabredet, um über eine 10 000-Mark-Spende reden. Für das viele Geld könnten sie auch nochmals ihr Haar zeigen, meint Isolde. Da sich Josefine weigert, allein zu dem Treffen zu gehen, begleitet Isolde sie in das Restaurant. Nach einiger Zeit verabschiedet sie sich. Tristan Müller bietet Josefine Wein an, doch ein Leutnant der Heilsarmee darf keinen Alkohol trinken. Im Scherz fragt er, ob sie bereit sei, in sein Hotel mitzukommen – und ist verblüfft, als sie darauf eingeht. „Das ist uns nicht verboten.“ Aber den Zimmerschlüssel hat bereits Liz (Nina Hoss) geholt, eine attraktive Angestellte des Unternehmens, das Tristan Müller gerade berät. Und ein anderes Zimmer ist nicht frei.

Nachdem Müller durch Menschen verachtende Tests die „Spreu vom Weizen“ getrennt hat und klar ist, wer seinen Arbeitsplatz verliert und wer bleiben darf, lässt er seine Abreise vorbereiten. Zuvor schickt er Josefine einen Geschenkkarton mit Rosen und 10 000 Mark in bar. „Zum Abschied“ steht auf dem beigefügten Kärtchen. Josefine eilt in das Hotel. Und diesmal geht sie mit Tristan Müller ins Bett. Danach meint er trocken: Für 100 Mark habe sie sich nicht kaufen lassen, für 10 000 Mark schon. Weinend läuft sie zurück ins Obdachlosenheim.

Isolde und Josefine beschließen, die 10 000 Mark auf den Kopf zu hauen und laden ihre Schützlinge in ein gutes Restaurant ein. Obwohl sie reserviert haben und offenbar auch die Rechnung bezahlen können, will man sie dort nicht bedienen. Erst als Tristan Müller dazukommt, mit dem Geschäftsführer spricht und die Gruppe einlädt, verteilen die Kellner Speisekarten. Klar, dass das Essen im Tumult endet. Schließlich zwingt Josefine Tristan Müller mit vorgehaltener Pistole, die Rechnung zu bezahlen. Funkstreifen mit heulenden Sirenen fahren vor. Die Beamten, die mit angelegten Gewehren in Position gehen, wundern sich, als zwei weibliche Leutnants der Heilsarmee aus dem Restaurant kommen.

Am Ende verabschieden sich Isolde und Josefine im Obdachlosenasyl und reisen in die nächste Stadt.

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„Liebe deine Nächste!“ ist eine Märchensatire über einen skrupellosen Unternehmensberater und eine Soldatin Gottes: Der Böse will dem Engel die Unschuld rauben, um seine Macht zu beweisen, und es gelingt ihm, durch eine großzügige Spende Josefines Begehrlichkeit zu wecken. Doch am Ende muss auch er einsehen, dass er nicht alles haben kann.

Wer ist bedauernswerter, die Penner oder die der Willkür im Unternehmen ausgelieferten Angestellten? Jedenfalls landen die auf die Straße gekehrten Menschen im Obdachlosenheim; zum Beispiel einer derjenigen, die durch Tristan Müller arbeitslos geworden ist und sich nicht zu seiner Frau nach Hause wagt. „Er ist des Teufels General, der in morsche Betriebe einreitet, um die Belegschaft auf die Straße zu setzen“, so charakterisiert Detlev Buck in einem Interview den Unternehmensberater in „Liebe deine Nächste!“. „Claus-Rudolf Amler, einer unserer Ausstatter hat mir von einer Filmproduktion erzählt: Eines Tages – sie waren so ein bisschen überm Budget – kam ein Mann in einem alten schotterigen Wagen angefahren, ging einfach durchs Büro, wo sieben Leute saßen, fegte alles vom Tisch, setzte seinen Computer darauf und machte das Ding an – Fanfare: ta ta tata. Der Mann war von der Versicherung, trug ein „Have a nice day“-T-Shirt, wohnte in einem Sanatorium und nach zwei Tagen hatte er alles im Computer. Und zehn Leute von der Produktion waren draußen. Das habe ich fast eins zu eins übersetzt, wobei ich ihm noch einen Adlatus an die Seite gegeben habe.“ (Deutsches Entertainment Magazin).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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