Anne Frank

Anne Frank

Anne Frank

Originaltitel: Anne Frank. The Whole Story - Regie: Robert Dornhelm - Drehbuch: Kirk Ellis, nach der Biografie "Das Mädchen Anne Frank" von Melissa Müller - Kamera: Elemér Ragályi - Schnitt: Christopher Rouse - Musik: Graeme Revell - Darsteller: Ben Kingsley, Hannah Taylor-Gordon, Joachim Król, Brenda Blethyn, Tatjana Blacher, Jessica Manley, Nick Audsley, Jan Niklas, Lili Taylor u.a. - 2001; 180 Minuten

Inhaltsangabe

Anne Frank war dreizehn, als ihre Familie sich mit Freunden – insgesamt acht Personen – vor den Nationalsozialisten in einem Hinterhaus versteckten. Nach 25 Monaten wurden sie entdeckt und in ein Vernichtungslager deportiert. Einige Wochen vor ihrem sechzehnten Geburtstag erlag Anne Frank einer Typhus-Erkrankung. Nur ihr Vater überlebte den Holocaust.
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Kritik

Robert Dornhelms Inszenierung für den amerikanischen Fernsehsender ABC ist im ersten Teil eher behäbig, im zweiten Teil dann sehr theatralisch. Aber das furchtbare Schicksal des jüdischen Mädchens Anne Frank wird niemand unberührt lassen.
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Robert Dornhelms Film über Anne Frank (Hannah Taylor-Gordon) beginnt im Februar 1939. Zu diesem Zeitpunkt lebt das neunjährige Schulmädchen aus Frankfurt am Main noch unbekümmert mit ihrer mittelständischen Familie in Amsterdam und spielt mit ihrer Freundin Hannah („Hannalei“) Goslar (Jade Williams).

1933 war die jüdische Familie Frank vor den Nationalsozialisten aus Frankfurt am Main geflohen, aber Otto Frank (Ben Kingsley) hatte zunächst geglaubt, Hitler werde nur vorübergehend Reichskanzler sein. Als die Deutschen am 1. September 1939 Polen angreifen, erwartet er zuversichtlich, dass die Briten Hitler in die Schranken weisen. Nichts dergleichen geschieht. Mit dem Einmarsch der Deutschen im Mai 1940 beginnen die Repressionen gegen Juden auch in Holland. Im Januar 1941 müssen sich Otto und Edith Frank (Tatjana Blacher) mit ihren Töchtern Margot (Jessica Manley) und Anne bei einer eigens eingerichteten Meldestelle für Juden Fingerabdrücke nehmen lassen, und ihre Pässe werden mit einem großen „J“ gestempelt. Als die ersten jüdischen Geschäfte zerstört werden, überträgt Otto Frank sein Handelshaus zum Schein Jan Gies (Rob Das), dem Ehemann seiner Sekretärin Miep Gies (Lili Taylor). Im Oktober 1941 muss Anne Frank von der Montessori-Schule in das Jüdische Lyzeum wechseln. Dort befreundet sie sich mit Jacqueline („Jacque“) van Maarsen (Victoria Anne Brown). Mit ihr tuschelt sie über die bevorstehende Menarche: Anne möchte endlich kein Kind mehr sein.

Weil die Lage immer bedrohlicher wird, bereitet Otto Frank mit Hilfe seiner Angestellten Victor Kugler (Peter Bolhuis), Johannes Kleimann (Johannes Silberschneider) und Miep Gies im Hinterhaus seines Büro- und Lagergebäudes an der Prinsengracht 263 ein Versteck vor und legt Vorräte an. Beziehen will er es am 16. Juli 1942 mit seiner eigenen Familie und der befreundeten Familie van Pels: Hermann, Auguste und Peter (Joachim Król, Brenda Blethyn, Nick Audsley). Aber als am 5. Juli ein Einschreiben eintrifft, in dem Margot Frank aufgefordert wird, sich im Durchgangslager Westerbork zu melden, verstecken die Franks sich einige Tage früher als geplant, und die van Pels‘ folgen am 13. Juli. Sie nehmen auch noch eine achte Person bei sich auf: den Zahnarzt Dr. Fritz Pfeffer (Jan Niklas). Kugler und Kleimann haben inzwischen einen schwenkbaren Aktenschrank anfertigen lassen, der den einzigen Zugang im Hauptgebäude verstellt. Miep Gies kümmert sich um die Versorgung der Untergetauchten.

Im Januar 1943 stellt das Unternehmen „Gies & Co“ einen neuen Lagerverwalter ein: Wilhelm van Maaren (Cees Geel). Miep Gies misstraut ihm von Anfang an. Er stiehlt, erkundigt sich nach Otto Frank und schnüffelt herum, doch Kugler und Kleimann wagen es nicht, ihn zu entlassen, weil er dann möglicherweise erst recht zur Gestapo geht. Van Maaren vermutet schließlich, dass im Hinterhaus jemand versteckt ist; im April 1944 rüttelt er an einer Türklinke und versucht, die Tür aufzudrücken. Dabei wird er von einem Gendarmen überrascht und verjagt. Die Untergetauchten, die durch die Geräusche aufgeschreckt wurden, befürchten, dass sie im nächsten Augenblick entdeckt werden, aber dem Gendarm fällt offenbar nichts Verdächtiges auf, und er entfernt sich wieder.

Am 6. Juni 1944 landen die Alliierten in der Normandie: Fritz Pfeffer und die Familien Frank und van Pels atmen auf und schöpfen neue Hoffnung.

Van Maaren erzählt dem Hausverwalter Lammert Hartog (Jeff Caster) von seinem Verdacht, und dessen Frau verständigt von einer Telefonzelle aus anonym die Gestapo. Am 4. August 1944 reißt der Wiener SS-Unteroffizier Karl Josef Silberbauer (Holger Daemgen) mit ein paar Männern in der Firma „Gies & Co“ die Tür auf und zwingt Kugler, sie zu dem Versteck im Hinterhaus zu führen. Dort lässt er die Untergetauchten und ihre Helfer Kugler und Kleimann festnehmen, leert die Mappe mit Anne Franks Tagebuchaufzeichnungen auf den Fußboden aus und füllt sie mit dem Schmuck der entdeckten Juden, die zum Durchgangslager Westerbork gebracht werden.

Miep Gies hebt die auf dem Boden des Verstecks verstreuten Blätter und das Tagebuch auf und deponiert sie in einer Schublade des Büros, um sie für Anne aufzubewahren.

Im Viehwaggon werden Fritz Pfeffer und die Familien Frank und van Pels von Westerbork nach Auschwitz-Birkenau transportiert. Anne und Margot kommen im November 1944 nach Bergen-Belsen. Dort trifft Anne zufällig im Februar 1945 ihre Jugendfreundin Hannah Goslar wieder. Einige Wochen später erliegen Margot und Anne Frank kurz nacheinander einer Typhuserkrankung.

Einen Monat nach der deutschen Kapitulation kehrt Otto Frank nach Amsterdam zurück und sucht Miep Gies und ihren Mann Jan im Büro auf. Er weiß, dass seine Frau, Herman van Pels und Fritz Pfeffer tot sind, aber er hofft, dass seine beiden Töchter noch leben – bis sich eines Tages Lientje Brandes (Zdenka Volencova) bei ihm meldet: Sie war mit Margot und Anne Frank in Bergen-Belsen und sah sie sterben. Da übergibt Miep Gies Otto Frank die Tagebücher seiner Tochter.

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Weil die Erben der Urheberrechte an Anne Franks Tagebuch die Filmrechte an „20th Century Fox“ verkauft hatten, durfte in Robert Dornhelms zweiteiligem Fernsehfilm keine Zeile daraus verwendet werden. Kirk Ellis orientierte sich an dem Buch „Das Mädchen Anne Frank. Die Biographie“, das die Journalistin Melissa Müller 1998 im Claassen-Verlag veröffentlicht hatte. Mit viertausend Statisten und einem Etat von 25 Millionen Dollar drehte Robert Dornhelm in Prag. Beraten wurde er dabei von Miep Gies (1909 – 2010) und Anne Franks Freundinnen Jacqueline van Maarsen-Sanders und Hannah Goslar. (Hannah Goslar und ihre Schwester Gabi hatten vierzehn Monate Bergen-Belsen überlebt und waren 1947 nach Palästina ausgewandert.)

Robert Dornhelms Inszenierung für den amerikanischen Fernsehsender ABC ist im ersten Teil eher behäbig, im zweiten Teil dann sehr theatralisch. Aber das furchtbare Schicksal des jüdischen Mädchens wird niemand unberührt lassen.

Bei der klassischen Musik, die im Film zu hören ist, handelt es sich um „Eine kleine Nachtmusik“ von Wolfgang Amadeus Mozart und um die Ballettsuite „Schwanensee“ von Peter Tschaikowski.

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