Schuld und Rache

Schuld und Rache

Schuld und Rache

Originaltitel: Schuld und Rache – Regie: Martin Enlen – Drehbuch: Detlef Michel – Kamera: Philipp H. Timme – Schnitt: Monika Abspacher – Musik: Dieter Schleip – Darsteller: Katharina Böhm, Justus Von Dohnànyi, Lisa Martinek, Tim Bergmann, Kirsten Block, Wilfried Labmeier, Philipp Sonntag, Barbara Bauer u.a. – 2006; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Max und Corinna befinden sich in einer Ehekrise. Als sie nach einem Streit in einem Gasthaus nach Hause fahren, kommt es zu einem Unfall. Eine junge Frau liegt neben den Trümmern ihres Fahrrads. Erschrocken starren Max und Corinna sie an. Dann fahren sie weiter, ohne sich um das Unfallopfer zu kümmern, und Corinna drängt ihren Mann, niemandem etwas zu verraten. Einige Monate später gibt eine junge querschnittgelähmte Steuerberaterin in Max' Tischlerei Regale in Auftrag ...
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Kritik

Zwar erscheint nicht jede Einzelheit glaubwürdig, aber mit "Schuld und Rache" ist Detlef Michel (Drehbuch) und Martin Enlen (Regie) eine packende Mischung aus Drama und Psychothriller gelungen.
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Bei einem Abendessen in einem Gasthaus außerhalb von München beklagt sich Corinna (Katharina Böhm) bei ihrem Ehemann Max (Justus von Dohnànyi) darüber, dass sie auf Karrieremöglichkeiten in Berlin verzichtet habe, um keine Wochenendehe mit ihm führen zu müssen. Und nun sitze sie immer wieder abends allein zu Hause, weil er ohne sie ausgehe. Sie unterstellt ihm, eine Affäre zu haben, aber er beteuert, das sei nicht der Fall. (Zu seinem Freund Nils, mit dem zusammen er eine Möbeltischlerei in München betreibt, sagte er allerdings kürzlich, seine Ehe sei kaputt.)

Weil Max den Schlüssel nicht mehr ins Türschloss des Autos kriegt, setzt Corinna sich ans Steuer, obwohl auch sie zuviel getrunken hat. Unterwegs stößt sie beinahe mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen, dessen Scheinwerfer sie blenden. Daraufhin wechseln sie die Plätze, und Max fährt.

Er nickt ein. Ein Knall schreckt ihn hoch.

Sie halten an und steigen aus. Hinter dem Auto liegt eine junge Frau neben einem zertrümmerten Fahrrad regungslos am Boden. Starr vor Schreck schauen Max und Corinna sie an. Plötzlich krümmt Corinna sich vor Schmerzen und drängt Max, mit ihr ins Krankenhaus zu fahren. Um das Unfallopfer kümmern sie sich nicht weiter.

Bei der medizinischen Untersuchung stellt sich heraus, dass Corinna im zweiten Monat schwanger war. Aufgrund von Komplikationen muss ein Abortus eingeleitet werden.

Corinna drängt Max, niemandem etwas von dem Unfall zu sagen, und sobald sie entlassen worden ist, fährt sie das Auto bewusst gegen eine Mauer, damit es verschrottet wird.

Das Unfallopfer kommt in einem Krankenhausbett wieder zu sich. Der behandelnde Arzt erklärt Tina (Lisa Martinek), dass sie aufgrund einer Querschnittlähmung nie wieder gehen könne. Mit eisernem Willen absolviert sie das Rehabilitationsprogramm, bleibt aber auf einen Rollstuhl angewiesen. Sobald sie dazu in der Lage ist, setzt sie ihre Arbeit in der von ihr und Imke (Kirsten Block) geführten Steuerkanzlei fort.

Dem Kriminalbeamten (Philipp Sonntag), der die Ermittlungen leitet, kann Tina wenig sagen. Sie weiß nur, dass sie die Beine einer Frau auf der Fahrerseite in einem Auto verschwinden sah, das dann losfuhr. Weil Tina sich an die Buchstaben S, T und A erinnert, sucht die Polizei in Starnberg nach dem Fahrerflüchtigen. Doch alle Bemühungen, den Fall aufzuklären, bleiben vergeblich.

Tina ist ohnehin nicht daran gelegen, die Frau, die ihr das antat und sich nach dem Unfall nicht um sie kümmerte, für ein paar Monate ins Gefängnis zu bringen. Stattdessen will sie, dass die Täterin ein Leben lang unter ihren Schuldgefühlen leidet und keine glückliche Minute mehr hat. Tina geht denn auch nicht zur Polizei, als sie zufällig einen Lieferwagen mit der Aufschrift „Möbeltischlerei Staamann“ vorbeifahren sieht und sich erinnert, dass sie diesen Namen auch an dem Unfallauto las. Um an die Fahrerflüchtige heranzukommen, lässt sie sich von Imke zu der Tischlerei fahren und gibt Regale für die Steuerkanzlei in Auftrag.

Max, der den Gedanken an den Unfall nicht los wird, ahnt nicht, für wen er das Regal anfertigt. Er verliebt sich in die junge Frau, und um noch häufiger mit ihr zusammen sein zu können, engagiert er sie als Steuerberaterin. Corinna beobachtet die beiden in einem Café und kurz darauf im Park. Eifersüchtig stellt sie Max zur Rede, aber er versichert ihr, es handele sich um eine rein geschäftliche Beziehung.

Als Tina ihn zusammen mit seiner Frau zum Essen einlädt, lügt er, Corinna sei krank und lebe ganz zurückgezogen.

Daraufhin fragt Corinna Nils, mit dem sie vor ihrer Ehe ein Verhältnis hatte. Nils, der Corinna noch immer zurückgewinnen möchte, erzählt ihr, dass Max ihm alles gebeichtet habe.

Als Max klar wird, dass er durch die Beziehung mit Tina seine Ehe erneut gefährdet, beginnt er, den Kontakt mit ihr zu meiden. Tina, die sich nicht vorstellen kann, dass der sympathische Tischler etwas von der Fahrerflucht seiner Frau weiß und durch ihn an Corinna herankommen möchte, fragt nach dem Grund. Da bricht es aus Max heraus: Er habe einen Menschen angefahren, gesteht er, und Fahrerflucht begangen. Darüber komme er nicht hinweg, und durch die Begegnung mit ihr sei das alles wieder hochgekommen. Entsetzt muss Tina zur Kenntnis nehmen, dass sie sich getäuscht hat und sie die ganze Zeit über mit dem Mann zusammen war, der sie umgefahren und sich anschließend nicht um sie gekümmert hatte. – Sie offenbart Max, dass sie das Unfallopfer ist.

Das wirft Max um. Er schleppt sich nach Hause und erzählt Corinna, was er gerade erfuhr. Sie ruft einen Arzt, der dem Verstörten eine Beruhigungsspritze gibt.

Während Max schläft, telefoniert Corinna mit Nils. Sie befürchten, dass Tina sich rächen will, und weil sie als Steuerberaterin über die prekäre finanzielle Lage der Tischlerei genau Bescheid weiß, könnte sie die kleine Firma zugrunde richten.

Sobald Max wieder auf den Beinen ist, warnt Nils ihn vor Tina, aber Max ist überzeugt, dass die liebenswürdige junge Frau nichts gegen ihn unternehmen wird.

Kurz darauf erhält er einen anonymen Brief mit der Forderung, zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Unfallstelle einen Umschlag mit 20 000 Euro abzulegen. Andernfalls werde er wegen Fahrerflucht angezeigt. Max ist fassungslos. Er fährt zur Polizei und will sich stellen. Nils holt ihn mit dem Motorrad ein und hält ihn davon ab. Den Brief könne auch Corinna geschrieben haben, meînt er, um Max stärker an sich zu binden.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Um die Wahrheit herauszufinden, bringt Max das Geld zur Unfallstelle, wo Nils sich auf die Lauer gelegt hat. Über ihre Handys halten sie Kontakt, während Max ein Stück weit entfernt parkt. Nils schildert, wie ein Auto neben dem am Boden liegenden Geldkuvert hält und ein Mann aussteigt, um zu urinieren. Dabei bemerkt er das Kuvert, hebt es auf und fährt damit weg. Während Nils noch die Lügengeschichte erzählt, taucht Corinna hinter ihm auf. Sie streiten. Max kommt dazu. Das Ehepaar überlässt Nils die 20 000 Euro als seinen Anteil an der Tischlerei und will nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Endlich gesteht Corinna ihrem Mann die Wahrheit: In der Unfallnacht wechselten sie nicht ein-, sondern zweimal die Plätze, und den Unfall verursachte nicht er, sondern sie. Sie ließ ihn jedoch in dem Glauben, er sei schuld, weil er sie sonst verlassen hätte.

Max trifft sich mit Tina im Park und klärt sie über die Wahrheit auf. Da kommt Corinna hinzu. Sie war gerade bei der Polizei und machte dort ihre Aussage. Max drückt Tinas Hand, dann geht er Corinna nach. Er muss jetzt zu ihr halten.

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Es geht nicht nur um Schuld und Rache, sondern auch um Verantwortung, Gewissensnöte, Liebe, Freundschaft und Verrat. Zwar erscheint nicht jede Einzelheit beispielsweise im Verhalten des Unfallsopfers Tina glaubwürdig, aber mit „Schuld und Rache“ ist Detlef Michel (Drehbuch) und Martin Enlen (Regie) eine packende Mischung aus Drama und Psychothriller gelungen. Hervorzuheben ist die schauspielerische Leistung von Katharina Böhm, Justus von Dohnàny und Lisa Martinek.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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