Die Stunde des Jägers

Die Stunde des Jägers

Die Stunde des Jägers

Originaltitel: The Hunted – Regie: William Friedkin – Drehbuch: David Griffiths, Peter Griffiths, Marcus Viscidi – Kamera: Caleb Deschanel – Schnitt: Augie Hess – Musik: Brian Tyler – Darsteller: Tommy Lee Jones, Benicio Del Toro, Connie Nielsen, John Finn, José Zúñiga, Ron Canada, Mark Pellegrino, Aaron DeCone, Carrick O'Quinn u.a. – 2003; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Aaron Hallam, ein traumatisiert aus dem Kosovo-Krieg heimgekehrter Angehöriger einer amerikanischen Spezialeinheit, bringt in einem Wald in Oregon zwei mit Hightech-Gewehren ausgerüstete Jäger mit einem Messer um. Das FBI überredet L. T. Bonham, einen früheren Ausbilder von Elitesoldaten, der sich als Wildhüter in die Wälder von British Columbia zurückgezogen hat, bei der Fahndung nach dem Mörder zu helfen. Rasch findet er heraus, dass es sich um einen seiner besten Schüler handelt ...
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Kritik

Auf moralische Wertungen hat William Friedkin ebenso verzichtet wie auf nachhaltige Kritik an der Unmenschlichkeit des Krieges und illegalen Einsätzen des US-Militärs. "Die Stunde des Jägers" ist ein harter Actionthriller ohne Tiefe.
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Aaron Hallam (Benicio Del Toro), der als Einzelkämpfer in einer Spezialeinheit der US-Army dient, erhält 1999 den Auftrag, im Kosovo einen serbischen Offizier zu töten, der ein Massaker unter Albanern angeordnet hat [Balkankriege]. Für die erfolgreiche Durchführung der Geheimaktion wird der einunddreißigjährige amerikanische Elitesoldat mit einem Tapferkeitsorden ausgezeichnet – aber er kehrt traumatisiert aus dem Kosovo-Krieg in die USA zurück.

2002 werden im Wald von Silver Falls, Oregon, die wie Wild ausgewaideten Leichen von zwei Jägern gefunden. Daraufhin fliegt der FBI-Agent Ted Chenoweth (John Finn) nach British Columbia, um L. T. Bonham (Tommy Lee Jones) zur Mitarbeit bei der Aufklärung des Falls zu überreden.

Bonham war früher Ausbilder von Elitesoldaten, ohne selbst jemals der Army angehört zu haben. Inzwischen hat er sich nach Kanada in eine Blockhütte zurückgezogen und streift Fährten lesend durch den Wald. Einmal befreit er einen weißen Wolf, der mit einem Vorderlauf in eine Falle geraten ist, identifiziert in einer Kneipe den Fallensteller und schlägt ihm mit den Worten „Keine Wolfsfallen mehr!“ den Kopf auf den Tisch.

Widerstrebend fliegt Bonham nach Oregon, wo die FBI-Agentin Abby Durrell (Connie Nielsen) die Ermittlungen leitet. Als Erstes lässt Bonham die vielen Polizisten abziehen, die im Wald herumsuchen und dabei Spuren zertrampeln. Da die beiden toten Jäger erfahren und mit Hightech-Gewehren bewaffnet waren, geht die Polizei von mehreren Mördern aus, aber Bonham stellt bei der Untersuchung des Tatortes fest, dass es sich nur um einen einzelnen, mit nichts als einem Messer bewaffneten Täter handelte. Allein und unbewaffnet will er ihn im Wald suchen. Lediglich ein Handy lässt er sich von Abby Durrell aufdrängen. „Wenn ich in zwei Tagen nicht zurück bin, bin ich tot“, meint er zum Abschied.

Bonham findet das Lager des Gesuchten in einer Höhle. Der steht plötzlich hinter ihm. Bonham kennt ihn: Aaron Hallam war einer seiner besten Schüler. Es kommt zu einem Kampf auf Leben und Tot. Bonham geht zu Boden und ist benommen. Doch bevor sein Gegner sich noch einmal auf ihn stürzen kann, wird er durch einen Betäubungsschuss kampfunfähig gemacht: Abby Durrell ist mit ihren Männern den Signalen des Handys gefolgt.

Kurz nachdem Hallam zum Verhör ins FBI-Büro von Portland, Oregon, gebracht wurde, erscheinen dort zwei Armeeangehörige mit einem streng geheimen Dokument und verlangen die Überstellung des Soldaten Aaron Hallam, der offiziell als vermisst gilt. Das Militär will ein Gerichtsverfahren vermeiden, bei dem geheime Kommandounternehmen im Kosovo und anderswo ebenso zur Sprache kämen wie die Traumatisierung von Soldaten durch grauenvolle Kriegserlebnisse. Die beiden Offiziere bringen Hallam in einen mit Fahrer bereit stehenden geschlossenen Armee-Transporter. Während der Fahrt stellen sie ihn vor die Alternative, von ihrer oder eigener Hand zu sterben. Hallam überwältigt die beiden Bewacher, und der Fahrer verliert die Kontrolle über das Fahrzeug. Aus dem Wrack klettert nur Hallam; die anderen drei Männer sind tot.

Danach sucht er Zuflucht bei Irene Kravitz (Leslie Stefanson) und ihrer kleinen Tochter Loretta (Jenna Boyd), mit denen er sich vor acht Monaten befreundet hatte. Er gibt Irene Geld, damit sie mit Loretta für einige Zeit aus Portland verschwinden kann, denn er befürchtet, dass das FBI sie in Kürze verhören will.

Seine Sorge ist begründet: Bevor Irene Kravitz das Haus verlassen kann, erhält sie Besuch von Abby Durrell und L. T. Bonham. Sie behauptet, Hallam seit Monaten nicht gesehen zu haben, aber Bonham spürt ihn im Obergeschoss auf. Hallam flieht durchs Fenster und rast mit Irenes Wagen davon. Bonham und die Polizei nehmen die Verfolgung auf. Immer wieder kommt Bonham dicht an ihn heran, aber ebenso oft gelingt es Hallam, ihm im letzten Augenblick zu entwischen. Schließlich klettert er auf den Träger einer Hängebrücke. Bonham folgt ihm trotz seiner Höhenangst, aber Hallam springt von der Spitze des Turms in den Fluss und wird von der starken Strömung mitgerissen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Die Polizei sucht die Ufer ab und setzt Hubschrauber bei der Fahndung nach dem flüchtigen Mörder ein. Während Bonham sich einen Stein zum Faustkeil zurechtschlägt, schmiedet Hallam über einem offenen Feuer das Ende einer Metallstange zum Messer um und bastelt eine Falle: Als Bonham auf die Vorrichtung tritt, wird er in die Tiefe gerissen und dicht über der Wasseroberfläche wie an einem Bungee-Seil aufgefangen. Mit dem Faustkeil befreit er sich von der Fessel und durchschwimmt die Stromschnellen. Als er erschöpft ans Ufer kriecht, wartet Hallam bereits auf ihn. Erneut kommt es zum Kampf. Abby Durrell taucht mit ihren Männern auf, aber da ist Hallam bereits tot.

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„Die Stunde des Jägers“ beginnt mit einem grell bunten Actionspektakel, mit dem ein Gemetzel im Kosovo-Krieg nachgestellt wurde. Nach diesem Prolog zeigt uns William Friedkin, wie L. T. Bonham einen weißen Wolf aus einer Falle befreit. In der folgenden Einstellung sehen wir Aaron Hallam, der zwei mit Hightech-Waffen ausgerüstete Jäger umbringt, obwohl er selbst nur ein Messer bei sich hat. Der Rest des Films besteht aus der Menschenjagd zwischen dem früheren Militärausbilder und einem seiner besten Schüler, einer durch die Kriegserlebnisse inzwischen traumatisiertierten und aus der Kontrolle geratenen Tötungsmaschine. Auf moralische Wertungen hat William Friedkin ebenso verzichtet wie auf nachhaltige Kritik an der Unmenschlichkeit des Krieges und illegalen Einsätzen des US-Militärs. Figuren wie Irene Kravitz und Ted Chenoweth werden eingeführt und spielen nach kurzen Auftritten keine Rolle mehr; Abby Durrell ist zwar häufiger zu sehen, aber auch nicht mehr als eine Figur ohne Persönlichkeit. Fazit: „Die Stunde des Jägers“ ist ein harter Actionthriller ohne Tiefe.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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