Syriana

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Syriana – Originaltitel: Syriana – Regie: Stephen Gaghan – Drehbuch: Stephen Gaghan, nach dem Buch "Der Niedergang der CIA. Der Enthüllungsbericht eines CIA-Agenten" von Robert Baer – Kamera: Robert Elswit – Schnitt: Tim Squyres – Musik: Alexandre Desplat – Darsteller: George Clooney, Matt Damon, Jeffrey Wright, William Hurt, Amanda Peet, Christopher Plummer, Shahid Ahmed, Alexander Siddig u.a. – 2005; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Emir Hamed Al-Subaai ernennt nicht seinen ältesten Sohn Nasir, sondern dessen Bruder Meshai zum Nachfolger, aber Prinz Nasir plant einen Staatsstreich, um seine demokratischen Reformideen durchsetzen zu können. Weil er keine US-Stützpunkte im Land haben möchte, beauftragt die CIA den erfahrenen Agenten Bob Barnes, ihn zu ermorden. Parallel dazu verliert ein pakistanischer Ölarbeiter am Persischen Golf seinen Job und verdingt sich frustriert als Selbstmordattentäter ...
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Kritik

Der auf Enthüllungen des ehemaligen CIA-Agenten Robert Baer basierende Politthriller "Syriana", mit dem Stephen Gaghan die imperialistische Politik einer republikanischen US-Regierung anprangert, leidet unter einem Zuviel an Figuren, Schau-plätzen und Handlungssträngen.
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Im Auftrag seines Chefs (Richard Lintern) besucht der amerikanische Wirtschaftsexperte Bryan Woodman (Matt Damon) mit seiner Ehefrau Julie (Amanda Peet) und den beiden kleinen Kindern Max und Riley (Steven Hinkle, Nicholas Art) einen luxuriösen Empfang des arabischen Prinzen Nasir Al-Subaai (Alexander Siddig) in Marbella. Als Max in den Swimming Pool springt, kommt es zu einem tödlichen Unfall, denn das Wasser steht unter Strom.

Gegen den Willen seiner Frau verdingt Woodman sich danach als Berater des Prinzen, der vorhat, nach der bevorstehenden Abdankung seines kranken Vaters in seinem Golf-Emirat demokratische Reformen durchzuführen. Nasir strebt eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China an und will verhindern, dass die USA Militärstützpunkte in dem Emirat errichten.

Geheimdienstberichte über die Absichten des Prinzen alarmieren Kreise, die der republikanischen amerikanischen Regierung nahestehen und auf einen von den USA kontrollierten Mittleren Osten hinarbeiten, um den Zugriff amerikanischer Unternehmen auf die Ölvorkommen zu sichern. Als sich Emir Hamed Al-Subaai (Nadim Sawalha) dem Druck der USA beugt und nicht seinen ältesten Sohn Nasir, sondern dessen Bruder Meshal (Akbar Kurtha) zum Nachfolger ernennt, plant der übergangene Prinz einen Staatsstreich. Das will die CIA verhindern.

Den Mordauftrag erhält der erfahrene CIA-Agent Bob Barnes (George Clooney), ein Experte für den Nahen und Mittleren Osten, der kürzlich in Ungnade fiel, weil er bei einem Einsatz in Teheran nicht verhindern konnte, dass Terroristen eine amerikanische Rakete erbeuteten. Barnes fliegt nach Beirut und beauftragt einen Terroristen namens Mussawi (Mark Strong), mit dem er schon früher zusammenarbeitete, Prinz Nasir Al-Subaai zu betäuben, ihn dann in ein Auto zu setzen und mit einem Lastwagen zu rammen. Er ahnt nicht, dass Mussawi inzwischen für den Iran arbeitet: Der Araber nimmt Barnes gefangen, reißt ihm persönlich Fingernägel aus und versucht, aus ihm die Auftraggeber für den Mordplan herauszuprügeln. In der Öffentlichkeit streut er die Nachricht, dass Prinz Nasir Al-Subaai von dem amerikanischen Agenten Bob Barnes ermordet werden sollte.

Zur gleichen Zeit bereitet die Anwaltskanzlei von Dean Whiting (Christopher Plummer) die Verträge für die Fusion des texanischen Ölkonzerns Connex mit dem von Jimmy Pope (Chris Cooper) geführten Ölkonzern Killen vor. Hintergrund ist, dass Connex kürzlich ein Ölfeld am Persischen Golf aufgeben musste und nun in Kasachstan expandieren möchte, wo Killen Förderrechte besitzt. Der Rechtsanwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright), der die Fusion überprüft, findet einen Sumpf von Korruption vor.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Die billigen „Gastarbeiter“ auf dem von Connex verlassenen Ölfeld verlieren ihren Job und müssen das Land verlassen. Der frustrierte junge Pakistani Wasim Khan (Mazhar Muzir) schließt sich daraufhin radikalen Muslimen in einer Koranschule an und bereitet sich auf einen Selbstmordanschlag vor. Dabei dient die in Teheran erbeutete amerikanische Rakete als Sprengkörper. Sie wird in ein Fischerboot verladen, mit dem Wasim Khan in einen Tanker des Connex-Killen-Konzerns rast.

Die CIA plant inzwischen die Ermordung des Prinzen Nasir Al-Subaai mit einer Drohne. Als er in einem Konvoi unterwegs ist, wird das Fahrzeug identifiziert, in dem er sich befindet. Plötzlich rast ein Geländewagen auf den Konvoi zu. Barnes steuert das Fahrzeug, schwenkt eine weiße Fahne aus dem Fenster und bringt den Konvoi zum Anhalten. Während Barnes aussteigt, um Prinz Nasir vor einem Anschlag zu warnen, tauscht Woodman den Platz neben Prinz Nasir mit dessen Frau (Badria Timimi). Dieser Schritt rettet ihm das Leben: Im nächsten Augenblick schlägt eine Rakete in das Fahrzeug des Prinzen ein und tötet nicht nur die Insassen, sondern auch Barnes.

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Der Politthriller „Syriana“ basiert auf dem Buch „Der Niedergang der CIA. Der Enthüllungsbericht eines CIA-Agenten“ („See No Evil. The True Story of a Ground Soldier in the CIA’s War on Terrorism“, 2002) von Robert Baer (* 1952). Der Autor war von 1976 bis 1997 für die CIA tätig. Zu seinen Aufgaben soll die Unterwanderung von Organisationen wie Hisbollah und Al Qaida gehört haben. Baer spricht amerikanisch, arabisch, persisch, französisch, deutsch und gilt als Experte für den Nahen und Mittleren Osten. Weil er die Regierung unter Präsident Bill Clinton nicht dafür gewinnen konnte, im Irak einen Aufstand gegen Saddam Hussein zu unterstützen, verließ er frustriert die CIA. Von Robert Baer stammt auch das Buch „Die Saudi-Connection. Wie Amerika seine Seele verkaufte“ („Sleeping With the Devil. How Washington Sold Our Soul for Saudi Crude“, 2003).

In „Syriana“ geht es vor dem Hintergrund des internationalen Ölgeschäfts um eine skrupellose Interessenpolitik sowohl des amerikanischen Staates als auch von Wirtschaftskonzernen im internationalen Kampf um die Macht im Mittleren Osten. Dadurch werden junge, verzweifelte Muslime in die Arme der Terroristen getrieben.

„Syriana“ spielt in Teheran, Georgetown (Washington), Houston (Texas), Genf, am Persischen Golf, in Langley (Virginia), Princeton (New Jersey), Marbella, Washington D. C., am Cap d’Antibes, in Hondo (Texas), Rockville (Maryland), Beirut und in einem namenlosen Golf-Emirat. Die amerikanischen Dialoge sind synchronisiert, aber wenn Araber oder Pakistani sprechen, müssen wir uns mit Untertiteln behelfen, obwohl es gerade dann nicht selten um kritische Betrachtungen geht. Stephen Gaghan entwickelt aus mehreren Handlungssträngen ein Geflecht mit zahlreichen Figuren, von denen einige – z. B. Bob Barnes‘ Sohn Robby (Max Minghella) und Leland Janus (Peter Gerety) als „Oilman of the Year“ – nur kurze Auftritte haben. Szenen werden oft nur für wenige Sekunden gezeigt, bevor uns das Bild zu einem anderen Ort mitreißt. Die ruhelose Schnitttechnik suggeriert Tempo, aber in Verbindung mit der überladenen, unnötig komplizierten Struktur stört das dauernde Hin und Her eher.

George Clooney nahm für die Rolle des heruntergekommenen CIA-Agenten Bob Barnes innerhalb eines Monats 35 Pfund zu. Für seine schauspielerische Leistung wurde er in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. Nominiert hatte man auch das Drehbuch von Stephan Gaghan.

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Inhaltsangabe und Filmkritik: © Dieter Wunderlich 2008

Andrzej Stasiuk - Die Welt hinter Dukla
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