Die Spitzenklöpplerin

Die Spitzenklöpplerin

Die Spitzenklöpplerin

Originaltitel: La dentellière - Regie: Claude Goretta - Buch: Claude Goretta und Pascal Lainé, nach dem Roman "La dentellière" ("Die Spitzenklöpplerin") von Pascal Lainé - Kamera: Jean Boffety - Schnitt: Joële Van Effenterre - Musik: Pierre Jansen - Darsteller: Isabelle Huppert, Yves Beneyton, Florence Giorgetti, Annemarie Dueringer, Renate Schroeter u.a. - 1977; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Die Liebe einer achtzehnjährigen Friseuse zu einem Studenten aus wohlhabender Familie scheitert trotz seiner Zärtlichkeit an seinem Unverständnis und ihrer Sprachlosigkeit. "Die Spitzenklöpplerin" ist eine subtile Studie über die Entfremdung zwischen zwei durch Sprach- und Bildungsbarrieren getrennte Menschen und die bewegende Geschichte eines klaglosen Verstummens.
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Kritik

"Er ist an ihr vorbeigegangen, ohne sie wahrzunehmen. Denn sie war eine von denen, die sich nicht bemerkbar machen, die erforscht werden wollen, bei denen man genau hinschauen muss. Früher hätte ein Maler sie in einem Genrebild verewigt, als Wäscherin, Wasserträgerin oder Spitzenklöpplerin."
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Die achtzehnjährige Béatrice (Isabelle Huppert) arbeitet in einem Friseursalon in Paris als Auszubildende. Anders als ihre extravertierte, lebenslustige Freundin und Kollegin Marylène (Florence Giorgetti) ist Béatrice unscheinbar, schüchtern und verschlossen. Als die beiden jungen Damen für einige Tage in einen Badeort in der Normandie fahren, findet Marylène rasch Ersatz für ihren bisherigen Liebhaber und lässt ihrer Freundin im Ferienapartment allein.

Béatrice hat keine Lust, am Strand zu liegen und isst stattdessen in einem Straßencafé gelangweilt ein Eis. Da wird der Student François (Yves Beneyton) auf sie aufmerksam. Er stammt aus einer wohlhabenden Familie vom Ort und benimmt sich höflich und zurückhaltend. Die beiden jungen Menschen verlieben sich zaghaft ineinander. François ist Béatrices erster Freund. Wieder zurück in Paris, zieht sie zu ihm in seine Studentenwohnung.

Seinen Kommilitonen gegenüber verteidigt François seine Liaison mit einem mittellosen, ungebildeten Mädchen: Er hält Béatrice für intelligent und ist überzeugt, dass sie sich weiterentwickeln kann. Immer wieder versucht er, ihr klarzumachen, dass ihre Berufstätigkeit unbefriedigend und schlecht bezahlt sei. Sie hört stumm zu, schließt sich seiner Meinung aber nicht an.

Schließlich glaubt er zu begreifen, dass sie beide zu verschieden sind, um gemeinsam glücklich bleiben zu können. François spricht mit Béatrice darüber und äußert auch seine Enttäuschung darüber, dass sie sich nicht mit seiner Hilfe geändert hat. Bedauerlicherweise habe sie nicht verstanden, was er ihr hätte beibringen können. Seinen intellektuellen Freunden erklärt er, es sei ganz einfach gewesen, mit Béatrice über die Trennung zu reden, denn sie habe sich in keiner Weise verteidigt oder gewehrt.

Béatrice zieht sich noch stärker als früher in sich selbst zurück und spricht selbst mit Marylène kaum noch ein Wort. Sie magert ab und bricht auf der Straße zusammen, wird in ein Krankenhaus eingeliefert und von dort einige Zeit später in eine psychiatrische Klinik überwiesen. Dort besucht François sie nach vielen Monaten einmal, aber sie hört ihm nur teilnahmslos zu und nimmt dann ihre Handarbeit wieder auf.


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Im Nachspann des Kinofilms heißt es:

„Er ist an ihr vorbeigegangen, ohne sie wahrzunehmen. Denn sie war eine von denen, die sich nicht bemerkbar machen, die erforscht werden wollen, bei denen man genau hinschauen muss. Früher hätte ein Maler sie in einem Genrebild verewigt, als Wäscherin, Wasserträgerin oder Spitzenklöpplerin.“

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Pascal Lainé (Gallimard, Paris 1974).

Claude Goretta und Pascal Lainé zeichnen in ihrem Film „Die Spitzenklöpplerin“ das einfühlsame Porträt einer achtzehnjährigen Friseuse, deren Liebe zu einem Studenten aus wohlhabender Familie trotz seiner Zärtlichkeit an seinem Unverständnis und ihrer Sprachlosigkeit scheitert. „Die Spitzenklöpplerin“ ist eine subtile Studie über die Entfremdung zwischen zwei durch Sprach- und Bildungsbarrieren getrennte Menschen und die bewegende Geschichte eines klaglosen Verstummens.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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