Kitchen Stories

Kitchen Stories

Kitchen Stories

Kitchen Stories – Originaltitel: Salmer fra kjøkkenet – Regie: Bent Hamer – Drehbuch: Bent Hamer, Jörgen Bergmark – Kamera: Philip Øgaard – Schnitt: Pål Gengenbach – Musik: Hans Mathisen – Darsteller: Joachim Calmeyer, Tomas Norström, Bjørn Floberg, Reine Brynolfsson, Sverre Anker Ousdal, Leif Andrée, Gard B. Eidsvold, Lennart Jähkel, Trond Brænne, Bjørn Jenseg, Jan Gunnar Røise, Karin Lunden u.a. – 2003; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Ein schwedisches Institut erforscht in den 50er-Jahren die Wege von Hausfrauen in der Küche. Für eine weitere Studie melden sich 18 norwegische Männer. Jedem von ihnen wird ein Beobachter zugeteilt, mit dem sie keinen Kontakt aufnehmen dürfen. Folke kommt zu dem Eigenbrötler Isak, der seine Zusage bedauert und kurzerhand im Schlafzimmer kocht, um nicht dabei beobachtet zu werden. Obwohl Folke sich Mühe gibt, lassen sich Kontakte zwischen ihm und Isak nicht vermeiden ...
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Kritik

"Kitchen Stories" ist eine absurde Satire von Bent Hamer. Die unkomplizierte Handlung entwickelt sich langsam, lakonisch, in einfachen Bildern und mit schrägem Humor, aber ohne jede Effekthascherei.
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In den Fünfzigerjahren erforscht das schwedische Forschungsinstitut für Heim und Haushalt das Verhalten von Hausfrauen in der Küche und stellt fest, dass sie pro Jahr eine Strecke zurücklegen, die der Entfernung zwischen Schweden und dem Kongo entsprach. Durch eine aufgrund der Studie optimierte Anordnung der Spüle, des Herds und anderer Gegenstände reduziert das Forschungsinstitut die Wege so, dass die Schwedinnen in ihren Küchen gewissermaßen nur noch jedes Jahr bis Italien laufen müssen.

Nach diesem Erfolg entsendet das Forschungsinstitut für Heim und Haushalt nun achtzehn speziell geschulte Beobachter nach Norwegen, wo sie in dem Dorf Landstad das Verhalten von ebenso vielen Freiwilligen in der Küche studieren sollen. An der schwedisch-norwegischen Grenze wechselt die aus achtzehn Autos und achtzehn Wohnwagen bestehende Kolonne von der linken auf die rechte Straßenseite. Die norwegischen Freiwilligen – allesamt alleinstehende Männer – haben sich verpflichtet, den ihnen zugeteilten Beobachter jederzeit in die Küche zu lassen. Jeglicher Kontakt zwischen Beobachter und Proband ist untersagt, damit die Ergebnisse nicht verfälscht werden.

Der Freiwillige Isak Bjørvik (Joachim Calmeyer), ein Eigenbrötler, der allein in einem abgelegenen Haus wohnt und nur regelmäßig Besuch von seinem Nachbarn Grant (Bjørn Floberg) bekommt, dem er auch die Haare schneidet, soll von Folke Nilsson (Tomas Norström) beobachtet werden. Der sitzt fortan fast den ganzen Tag auf einer Art Hochsitz in Isaks Küche und notiert seine Beobachtungen. Isak wollte ihn zuerst gar nicht hereinlassen, denn er hat es längst bedauert, dass er sich für die Feldforschung zur Verfügung gestellt hat, zumal er dafür nicht, wie erwartet, ein richtiges Pferd bekommt, sondern nur ein Dalarna-Pferd. Er sabotiert zunächst Folkes Bemühungen, indem er das Licht in der Küche ausknipst, im Schlafzimmer darüber kocht und seine Unterwäsche in der Küche aufhängt. Es macht Folke auch schwer zu schaffen, zusehen zu müssen, wie Isak Schokolade isst und Schnaps trinkt. Außerdem beobachtet ihn Isak hin und wieder durch ein Loch im Fußboden des Schlafzimmers.

Obwohl Folke sich Mühe gibt, lässt sich eine Beeinflussung des Probanden nicht immer vermeiden: Als Isak beispielsweise Mäusefallen prepariert, muss Folke husten; Isak zuckt zusammen und gerät mit den Fingern in eine zuschnappende Falle.

Der Projektleiter, der immer wieder vorbeischaut, teilt Folke mit, dass er Green (Lennart Jähkel), einen der achtzehn Beobachter, eigentlich entlassen müsste, weil dieser mit seinem Probanden zusammen getrunken habe.

Schließlich stellt Isak dem schweigsamen Beobachter eine Tasse Kaffee hin und fordert ihn auf, von seinem Stuhl herunterzuklettern. Als er Folke im Wohnwagen husten hört und merkt, dass er erkältet ist, hilft er ihm. Zögernd kommen die beiden schrulligen, einsamen Männer ins Gespräch, und es entwickelt sich eine holprige Freundschaft zwischen ihnen. Grant wird darüber so eifersüchtig, dass er eines Nachts Folkes Wohnwagen an seinen Traktor hängt und auf dem Bahngleis abstellt. Zum Glück merkt Isak es und zieht ihn mit seinem Pferd wieder herunter, bevor der nächste Zug kommt.

Bei seinem nächsten Besuch ertappt der Projektleiter Folke und Isak beim gemeinsamen Kaffeetrinken. Folke, der gerade von seinem neuen Freund eingeladen wurde, Weihnachten mit ihm zu verbringen, will nicht mehr als Beobachter weitermachen, aber der Projektleiter weist ihn auf seine vertragliche Verpflichtung hin, das Auto und den Wohnwagen nach Schweden zurückzubringen. Missmutig reiht Folke sich in die Fahrzeugkolonne ein. An der Grenze, wo der Linksverkehr beginnt, koppelt er jedoch den Wohnwagen ab und kehrt mit dem Auto um.

Vor Isaks Haus steht ein Krankenwagen. Der einsame alte Mann hat sein krankes Pferd erlöst und sich selbst ebenfalls das Leben genommen.

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„Kitchen Stories“, so der deutsche (!) Titel dieser absurden Satire des norwegischen Regisseurs Bent Hamer, handelt von zwei schrulligen einsamen Männern, zwischen denen sich eine holprige Freundschaft entwickelt. Obwohl sie eigentlich nicht miteinander reden dürfen, gewinnt ihr Bedürfnis nach einem mitmenschlichen Kontakt die Oberhand. Die unkomplizierte Handlung entwickelt sich langsam, lakonisch, in einfachen Bildern und mit schrägem Humor, aber ohne jede Effekthascherei.

Auf dem Tromsø International Film Festival wurde „Kitchen Stories“ am 15. Januar 2003 erstmals vorgeführt. In die deutschen Kinos kam die Komödie am 5. Februar 2004.

Norwegen schlug „Kitchen Stories“ für eine „Oscar“-Nominierung vor, hatte damit jedoch keinen Erfolg.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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