Friedensreich Hundertwasser

(1) Der junge Hundertwasser
(2) Die Anfänge des Künstlers
(3) Die Einheit von Leben und Werk
(4) Hundertwasser und die Bibel
(5) Hundertwasser und die Baukunst

Der junge Hundertwasser

Hundertwasser hieß eigentlich Friedrich Stowasser. Unter diesem Namen wurde er am 15. Dezember 1928 als einziges Kind eines arbeitslosen Reserveleutnants und dessen Ehefrau in Wien geboren. Ernst Stowasser starb im Jahr darauf im Alter von fünfunddreißig Jahren an einer Blinddarmentzündung. Seine Witwe Else zog ihren Sohn daraufhin allein auf und heiratete nicht noch einmal.

Im Alter von sieben Jahren kam Friedrich Stowasser auf die Montessori-Schule in Wien, wo ihm die Kunsterzieher ausdrücklich einen »außergewöhnlichen Formen- und Farbensinn« attestierten. Obwohl Else Stowasser Jüdin war, ließ sie ihren Sohn 1937 katholisch taufen und schickte ihn nach dem so genannten Anschluss Österreichs im Jahr darauf zur Hitler-Jugend, und weil Privatschüler eher auffielen, ließ sie Friedrich auf eine staatliche Wiener Schule wechseln. Obwohl es heißt, dass neunundsechzig engere und entferntere Verwandte von den Nationalsozialisten ermordet wurden, blieben Elsa und Friedrich Stowasser glücklicherweise verschont.

Noch während des Zweiten Weltkriegs begann Friedrich, Aquarelle von Motiven zu malen, die ihm bei Spaziergängen gefallen hatten. Sorgfältig bewahrte seine Mutter diese Blätter auf und zeigte sie Professor Herbert Boeckl, der nach dem Krieg Rektor der Wiener Akademie der Bildenden Künste geworden war. Boeckl ermutigte sie, Friedrich nach der Matura – also dem Abitur – auf die Akademie zu schicken.

So kam es, dass Friedrich Stowasser im Wintersemester 1948/49 einige Monate lang die Akademie besuchte und in der Klasse von Robin Christian Andersen sich im Aktzeichnen übte. Lieber malte er jedoch Landschaften; und die begann er nun mit dem Künstlernamen »Hundertwasser« zu signieren, denn er hatte festgestellt, dass »sto« im Russischen hundert bedeutet.

Unzufrieden mit dem Kunstunterricht an der Wiener Akademie brach Hundertwasser das Studium ab und reiste im April 1949 erstmals nach Italien. Dort gefiel es dem Zwanzigjährigen so gut, dass er schon im Juli an den Gardasee und in die Toskana fuhr, wo er drei junge Franzosen kennen lernte,

darunter den Maler René Brô, mit dem er sich enger befreundete. Gemeinsam reisten die vier Männer nach Sizilien, und im Oktober begleitete Hundertwasser seinen neuen Freund nach Paris. Fürs Erste kam er bei René Brô unter; im Dezember zog er dann zu dem Fotografen Augustin Dumage, einem anderen Freund René Brôs. Ein ganzes Jahr lang blieb Hundertwasser aus Wien fort; erst im Juli 1950 sah seine Mutter ihn wieder; im August hielt er sich jedoch in der Steiermark auf, und im Januar 1951 brach er zu einer mehrmonatigen Reise nach Marokko auf. Über Tunesien und Sizilien kehrte er zurück, und den Spätsommer verbrachte er wieder in der Steiermark.

Obwohl Hundertwasser immer ein Einzelgänger war und zunächst nicht über sonderlich viel Geld verfügte, reiste er Zeit seines Lebens gern und viel, anfangs auch als Anhalter oder Hilfsmatrose. Im Lauf seines Lebens lernte er Englisch, Französisch und Italienisch; darüber hinaus sprach er ein wenig Japanisch, Russisch, Tschechisch und Arabisch. Wo immer er hinkam, hatte er einen Miniaturmalkasten mit knopfgroßen Wasserfarbennäpfen und eine mit Wasser gefüllte Filmhülse bei sich. Unbekümmert über die Reaktion anderer Menschen setzte er sich an einen Tisch und malte, wenn ihm danach war, und wenn er nichts anderes zur Verfügung hatte, auch schon mal auf einen Briefumschlag.

Der Kunsthistoriker Wieland Schmied, der ein halbes Jahrhundert lang mit Hundertwasser befreundet war, erinnert sich an seine erste Begegnung mit ihm:

»Ich habe Hundertwasser im Herbst 1951 in Wien kennen gelernt […] Er trug Schuhe, die er sich selbst aus weichem Rindsleder zurechtgeschnitten und genäht hatte, die unförmig waren […], aber sehr praktisch und warm, wie er versicherte.«
»Es war nicht leicht, mit ihm zu kommunizieren […] Manchmal musste man ihn dreimal ansprechen, bevor er aufmerksam wurde und antwortete. Er konnte begeistert erzählen und urplötzlich wieder in tiefes Schweigen verfallen.«

Fortsetzung

© Dieter Wunderlich 2006

Friedensreich Hundertwasser (Kurzbiografie)

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