Doktor Schiwago

Doktor Schiwago

Doktor Schiwago

Doktor Schiwago - Originaltitel: Dotor Zhivago - Regie: David Lean - Drehbuch: Robert Bolt, nach dem Roman "Doktor Schiwago" von Boris Pasternak - Kamera: Freddie A. Jung - Darsteller: Omar Sharif, Geraldine Chaplin, Julie Christie, Rod Steiger, Alec Guinness, Rita Tushingham, Tom Courtenay u.a. - 1965; 185 Minuten

Inhaltsangabe

Als Jugendlicher sieht Juri A. Schiwago das schöne Mädchen Lara zum ersten Mal – und ist tief beeindruckt. Während des Ersten Weltkriegs begegnen sie sich in einem Feldlazarett erneut. Inzwischen sind sie beide verheiratet, aber ihre Liebe verstärkt sich ...
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Kritik

Aus Boris Pasternaks Roman "Doktor Schiwago" kondensierte David Lean vor allem das Liebesmelodram zwischen Jura und Lara heraus. Das setzte er mit ästhetischen Bildern episch breit in Szene.
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Der russische Revolutionsgeneral Jewgraf Schiwago (Alec Guinness) findet nach jahrelanger Suche eine junge Arbeiterin (Rita Tushingham), die er für die Tochter seines verstorbenen Halbbruders Jura hält. Er erzählt ihr von ihren Eltern, von denen sie kaum etwas weiß.

Ihr Vater Dr. Jurij („Jura“) Andréitsch Schiwago (Omar Sharif) war als Waisenknabe von der Familie eines Onkels aufgenommen worden. Es handelte sich um den erfolgreichen Moskauer Arzt Alexander Alexandritsch Gromeko. Als dieser 1903 von einer Abendgesellschaft zu Amalja Karlowna Guichard gerufen wurde, die sich aus Enttäuschung über ihren Liebhaber, den durchtriebenen Geschäftsmann Victor Ippolitowitsch Komarovskij (Rod Steiger), in einem Hotelzimmer mit Jod hatte vergiften wollen, durfte Jura ihn begleiten. In einem Sessel neben dem Bett saß schlafend die Tochter der Patientin: Larissa („Lara“) Fjodorowna Guichard (Julie Christie).

Jura hatte das schöne Mädchen schon einmal gesehen und war erneut tief beeindruckt.

Jura studierte Medizin und heiratete Tonja (Geraldine Chaplin), die Tochter seiner Pflegeeltern. Während des Ersten Weltkriegs begegnet Jura in einem Feldlazarett erneut Lara. Sie ist Lehrerin geworden, hat den Revolutionsführer Pawel („Pascha“) Pawlowitsch Antipov (Tom Courtenay) geheiratet und arbeitet jetzt als Krankenschwester. Immer wieder führt das Schicksal Jura und Lara zusammen; die Beziehung vertieft sich. Jura fühlt sich zwischen Pflicht und Leidenschaft hin- und hergerissen, bis er sich schließlich für Lara entscheidet.

Pascha fällt bei den siegreichen Revolutionären in Ungnade. Deshalb ist auch auch Lara gefährdet. Der opportunistische Überlebenskünstler Komarovskij findet Lara und bietet ihr an, sie ins Ausland zu bringen, aber sie weigert sich, Jura zu verlassen. Der macht ihr vor, nachzukommen und überredet sie, in Komarovskijs Schlitten zu steigen.

Allein kehrt Jura 1929 nach Moskau zurück. Er bildet sich ein, Lara zu sehen, will ihr nacheilen und bricht tot auf der Straße zusammen.

Der jungen Arbeiterin, der Jewgraf Schiwago dies erzählt, bedeutet die Geschichte ihrer Eltern nicht viel – sie lebt ihr eigenes Leben und blickt nach vorn.

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1945 bis 1955 schrieb Boris Leonidowitsch Pasternak an seinem Roman „Doktor Schiwago“, der in der UdSSR nicht erscheinen konnte und deshalb 1957 von Giangiacomo Feltrinelli in Mailand veröffentlicht wurde. Da bei der Verleihung des Nobelpreises für Literatur nur Werke in der Originalsprache berücksichtigt werden, ließ jemand eine kleine russische Auflage drucken und ebenfalls Feltrinelli als Verleger angeben, obwohl dieser nichts damit zu tun hatte. Gerüchten zufolge stand dahinter die CIA, die darauf hinarbeitete, dass der russische Schriftsteller 1958 den Nobelpreis bekam.

Aus dem Roman „Doktor Schiwago“ kondensierte David Lean vor allem das Liebesmelodram zwischen Jura und Lara heraus. Das setzte er mit ästhetischen Bildern episch breit in Szene. Drei Jahre dauerten die Dreharbeiten. Der publikumswirksame Film, der mit fünf „Oscars“ ausgezeichnet wurde, gilt als Klassiker des romantischen Kinos.

Lean baut sein künstliches, pathetisches Bilderbuch-Russland um die Figuren herum und verleiht ihnen damit fast biblischen Glanz, erzählt unaufgeregt und unglaublich glamourös, verlässt nie die Perspektive der Leidenden und führt dich mit der Autorität des gewieften Erzählers durch die Höhen und Tiefen einer gewaltigen Geschichte […] Er zeigt das Grausame, Unvorstellbare schön und gibt dem Leiden Poesie; er erzählt ein Märchen über die Wahrheit der Gefühle […] „Doktor Schiwago“ ist ein großer Film […] (Leander Haußmann)

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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