Max Perkins

Maxwell („Max“) Perkins wurde am 20. September 1884 in New York geboren und wuchs in Plainfield/New Jersey auf. Seine Eltern waren Edward Clifford Perkins und Elizabeth Perkins, die Tochter des Rechtsanwalts und Politikers William M. Evarts (1818 – 1901).

Nach dem 1907 abgeschlossenen Studium der Wirtschaftswissenschaften am Harvard College arbeitete Max Perkins als Reporter für The New York Times. 1910 stellte ihn der Verlag Charles Scribner’s Sons als Lektor ein, und im selben Jahr heiratete er die aus Plainfield stammende Louise Saunders. Das Ehepaar bekam fünf Töchter.

Als Verlagslektor wurde Max Perkins 1918 auf den 22-jährigen Autor F. Scott Fitzgerald aufmerksam, der bis dahin nur ein paar Kurzgeschichten veröffentlicht hatte. Zwar bekam er keine der beiden ersten Fassungen des Manuskripts mit dem Titel „The Romantic Egotist“ im Verlag durch, aber nach einer weiteren Überarbeitung erreichte er im Jahr darauf, dass Charles Scribner’s Sons daraus ein Buch mit dem Titel „This Side of Paradise“ („Diesseits vom Paradies“) machte.

Im Oktober 1924 schickte der seit April vorübergehend in Frankreich lebende F. Scott Fitzgerald das Manuskript seines Romans „The Great Gatsby“ („Der große Gatsby“) an seinen Literaturagenten Harold Ober und den Lektor Max Perkins. In einem ausführlichen Brief vom 20. November regte Max Perkins eine Reihe von Änderungen an, die F. Scott Fitzgerald auch aufgriff. Der Roman wurde im April 1925 veröffentlicht.

Durch F. Scott Fitzgerald lernte Max Perkins im Oktober 1924 dessen 25 Jahre alten Freund Ernest Hemingway kennen. Charles Scribner’s Sons brachte 1926 dessen Roman „The Sun Also Rises“ („Fiesta“) heraus. Einen noch größeren Erfolg erzielten Ernest Hemingway und Max Perkins 1929 mit „A Farewell to Arms“ („In einem andern Land“).

Zu dieser Zeit begann auch die Zusammenarbeit zwischen Max Perkins und Thomas Wolfe, einem ebenso undisziplinierten wie überschwänglichen Exzentriker Ende 20, dessen erstes, 1100 Seiten dickes Romanmanuskript „O Lost“ von allen anderen Verlagen abgelehnt worden war. Der Lektor überredete den unerfahrenen Autor zu massiven Kürzungen und sorgte dann dafür, dass Charles Scribner’s Sons 1929 den Debütroman von Thomas Wolfe unter dem Titel „Look Homeward, Angel. A Story of the Buried Life“ („Schau heimwärts, Engel! Eine Geschichte vom begrabenen Leben“) veröffentlichte.

Der Verlag brachte 1931 auch den von Max Perkins lektorierten Kurz­geschich­ten-Band „American Earth“ von Erskine Caldwell heraus und im Jahr darauf dessen Roman „Tobacco Road“ („Die Tabakstraße“).

Thomas Wolfe legte dem Lektor ein 5000 Seiten dickes Manuskript vor. Zwei Jahre lang arbeitete Max Perkins mit ihm an den erforderlichen Kürzungen, bevor „Of Time and the River“ („Von Zeit und Strom“) 1935 gedruckt werden konnte.

Thomas Wolfe wusste aufgrund der Ablehnungen durch andere Verlage, dass er ohne Max Perkins kaum die Chance gehabt hätte, ein erfolgreicher Romanautor zu werden. Aber es ärgerte ihn wohl auch, dass er von ihm abhängig war. Ende 1936 trennte er sich von Charles Scribner’s Sons und rückte auch von Max Perkins ab, obwohl er sich zu der Freundschaft mit ihm bekannte und ihn als literarischen Nachlassverwalter vorsah. Kurz vor seinem Tod schrieb der Kranke seinem früheren Lektor einen letzten Brief.

Max Perkins starb am 17. Juni 1947 in Stamford/Connecticut an einer Lungenentzündung.


A. Scott Berg schrieb die Biografie „Max Perkins. Editor of Genius“ (New York 1978), die von Michael Grandage nach einem Drehbuch von John Logan verfilmt wurde: „Genius. Die tausend Seiten einer Freundschaft“ (2016).

© Dieter Wunderlich 2017

F. Scott und Zelda Fitzgerald (tabellarische Doppelbiografie)
Thomas Wolfe (kurze Biografie)
Michael Grandage: Genius. Die tausend Seiten einer Freundschaft

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