Hyde Park am Hudson

Hyde Park am Hudson

Hyde Park am Hudson

Hyde Park am Hudson – Originaltitel: Hyde Park on Hudson – Regie: Roger Michell – Drehbuch: Richard Nelson nach seinem Hörspiel "Hyde Park on Hudson" – Kamera: Lol Crawley – Schnitt: Nicolas Gaster – Musik: Jeremy Sams – Darsteller: Bill Murray, Laura Linney, Samuel West, Olivia Colman, Olivia Williams u.a. – 2012; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Vom 7. bis 12. Juni 1939 besucht erstmals ein englischer König die USA. Georg VI. befürchtet ebenso wie der seit 1932 amtierende US-Präsident Franklin D. Roosevelt, dass Hitler einen Krieg auslösen wird und hofft auf die Unterstützung durch die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung am Isolationismus festhalten möchte. Zwei Tage lang bewirtet Roosevelt das englische Königspaar auf dem Landsitz Hyde Park am Hudson. Erzählt wird die Geschichte von Daisy Suckley, einer der Geliebten Roosevelts ...
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Kritik

Bill Murray spielt Franklin D. Roosevelt widersprüchlich und vielschichtig, aber der Komödie "Hyde Park am Hudson" fehlt es an Fokus und Stringenz. Sie wirkt auch nicht besonders inspiriert, und der Unterhaltungswert liegt im Mittelfeld.
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Der englische König Georg VI. (Samuel West) und seine Frau Elizabeth (Olivia Colman) treffen am 8. Juni 1939 in Washington, D. C., ein. Es ist der erste Staatsbesuch eines englischen Monarchen in den USA überhaupt. König Georg befürchtet ebenso wie der seit 1932 amtierende US-Präsident Franklin D. Roosevelt (Bill Murray), dass Hitler einen Krieg auslösen wird und hofft auf die Unterstützung durch die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung am Isolationismus festhalten möchte.

Nach zwei Tagen in der Hauptstadt folgt das Königs- dem Präsidentenpaar Franklin D. und Eleanor Roosevelt (Olivia Williams) auf den Landsitz Hyde Park am Hudson River.

Das Anwesen gehört Sara Ann Delano Roosevelt (Elizabeth Wilson), der Mutter des Präsidenten. Franklin D. Roosevelt wurde dort geboren, hat auch noch ein Zimmer im Herrenhaus und zieht sich gern nach Hyde Park zurück. Während der Vorbereitungen für den königlichen Besuch begann er dort eine Affäre mit Margaret („Daisy“) Suckley (Laura Linney), einer Cousine fünften oder sechsten Grades.

Nach dem Abendessen in Hyde Park ziehen sich Franklin D. Roosevelt und Georg VI. zu einem Vier-Augen-Gespräch zurück. Der stotternde König und der fast 14 Jahre ältere, seit einer Polio-Erkrankung gehbehinderte Präsident kommen sich menschlich näher.

Am späten Nachmittag flüsterte Roosevelt seiner Geliebten zu, dass er die Nacht mit ihr verbringen wolle. Aber Daisy wartet vergeblich auf ihn. Weil sie sich nach ihm sehnt und nicht schlafen kann, fährt sie mitten in der Nacht zu seinem abgelegenen Top Cottage. Dort überrascht sie ihn mit seiner Sekretärin Missy (Elizabeth Marvel). Daisy rennt davon. Missy, die von Anfang an über das Verhältnis ihres Liebeshabers mit seiner entfernten Cousine Bescheid wusste, folgt ihr und klärt sie darüber auf, dass Roosevelt auch noch andere Affären hat.

Das Gerücht, dass der Präsident mindestens zwei Geliebte habe, dringt bis zum Königspaar vor, das in dieser Vollmondnacht in Hyde Park keinen Schlaf findet. Elizabeth argwöhnt, dass es sich bei dem für den nächsten Tag geplanten Picknick um einen Affront gegen den englischen König handelt, zumal es heißt, dass dabei Hot Dogs gegessen werden sollen. Dass Georg nichts Entwürdigendes daran sieht, hält sie für Schwäche, und sie vergleicht ihn deshalb mehrmals mit seinem älteren Bruder Eduard VIII..

Enttäuscht kehrt Daisy zu ihrer Tante (Eleanor Bron) in Rhinebeck / New York zurück. Aber dann nimmt sie doch an dem Picknick vor Top Cottage teil, und der Präsident fordert sie auf, sich zu ihm und den Ehrengästen zu setzen. Aus nächster Nähe sieht sie zu, wie der englische König während eines Blitzlichtgewitters in einen Hot Dog beißt.

Nachdem das Königspaar abgereist ist, schickt der Präsident mehrmals seinen Chauffeur zu Daisy, aber sie behauptet, krank zu sein und lehnt die Einladungen ab. Erst als Roosevelt persönlich vorfährt, steigt sie zu ihm in den Wagen.

Wie Missy, die zu ihrer Freundin wird, findet sie sich damit ab, nicht die einzige Geliebte Roosevelts zu sein.

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Die von Margaret („Daisy“) Suckley (1891 – 1991) hinterlassenen Tagebücher regten den Dramatiker Richard Nelson (* 1950) zu dem Hörspiel „Hyde Park am Hudson“ an, das am 7. Juni 2009 von BBC gesendet und drei Jahre später von Roger Michell verfilmt wurde.

Anfangs geht es in der Komödie um die Affäre des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt mit seiner Cousine Daisy Suckley. Aber dann treffen König Georg VI. und seine Ehefrau Elizabeth in Hyde Park ein, und der vom 7. bis 12. Juni 1939 dauernde Staatsbesuch schiebt sich ins Zentrum des Films.

Zum ersten Mal besucht ein englischer König die USA. Georg VI. befürchtet, dass Hitler einen Krieg auslösen wird und hofft auf die Unterstützung durch die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung am Isolationismus festhalten möchte. Der seit 1932 amtierende US-Präsident Franklin D. Roosevelt zeigt viel Verständnis für ihn, und die beiden Männer legen den Grundstein für eine besonders enge Beziehung ihrer beiden Staaten, die bis heute anhält. Aber erst nach dem japanischen Überfall auf den US-Stützpunkt in Pearl Harbor gelingt es Roosevelt, genügend Unterstützung für ein Eingreifen in den Zweiten Weltkrieg zu bekommen.

Richard Nelson und Roger Michell geht es in „Hyde Park am Hudson“ allerdings nicht um Zeitgeschichte, sondern um einen Blick hinter die Kulissen der großen Politik. Sie thematisieren das Misstrauen, das Elizabeth den Amerikanern entgegenbringt und setzen auf den Cultural Clash zwischen steifen Engländern und hemdsärmeligen Amerikanern. Zum Running Gag wird Elizabeths Argwohn, dass es sich bei dem geplanten Picknick mit Hot Dogs um einen Affront handeln könnte. Die Figuren Georg VI., Elizabeth und Sara Ann Delano Roosevelt wirken beinahe wie Karikaturen, zum Beispiel wenn das englische Königspaar mehrmals einem Bauern huldvoll zuwinkt, der auf seinem Mähdrescher vorbeifährt, ohne es zu beachten. Gelungener ist das Porträt von Franklin D. Roosevelt, der seit einer Polio-Erkrankung gehbehindert ist, sein Schicksal scheinbar ruhig hinnimmt, aber auch Menschen manipuliert und nichts dabei findet, neben seiner Ehefrau mehrere Geliebte zu haben. Bill Murray mimt diesen Charakter widersprüchlich und vielschichtig. Sein schauspielerisches Können macht „Hyde Park am Hudson“ sehenswert.

Der Komödie „Hyde Park am Hudson“ fehlt es an Fokus und Stringenz. Sie wirkt auch nicht besonders inspiriert, und der Unterhaltungswert liegt im Mittelfeld.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

Margaret „Daisy“ Suckley (kurze Biografie)

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