Der Mann mit dem goldenen Arm

Der Mann mit dem goldenen Arm

Der Mann mit dem goldenen Arm

Der Mann mit dem goldenen Arm - Originaltitel: The Man with the Golden Arm - Regie: Otto Preminger - Drehbuch: Walter Newman und Lewis Meltzer, nach dem Roman "Der Mann mit dem goldenen Arm" von Nelson Algren - Kamera: Sam Leavitt - Schnitt: Louis R. Loeffler - Musik: Elmer Bernstein - Darsteller: Frank Sinatra, Eleanor Parker, Kim Novak, Darren McGavin, Arnold Stang, Robert Strauss, John Conte, Doro Merande, George E. Stone, George Mathews, Emile Meyer, Leonid Kinskey, Frank Marlowe, Will Wright u.a. - 1955; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Frankie kehrt nach einer Drogen-Entziehungskur und der Verbüßung einer Haftstrafe zu seiner Ehefrau Zosh zurück, die seit einem von ihm im betrunkenen Zustand verschuldeten Autounfall vor drei Jahren im Rollstuhl sitzt. Als Schlagzeuger will Frankie ein neues Leben anfangen, aber davon hält Zosh nichts, und Schwiefka, der illegale Pokerrunden organisiert, will den exzellenten Berufskartenspieler zurückhaben ...
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Kritik

Bei seiner Verfilmung des Romans "Der Mann mit dem goldenen Arm" von Nelson Algren orientierte Otto Preminger sich nur am ersten Teil der literarischen Vorlage. Mit sparsamen Mitteln inszenierte er ein realistisches, packendes Drama.
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Der Berufskartenspieler Frankie „Machine“ wurde durch einen verständnisvollen Arzt während seiner sechsmonatigen Haftstrafe von seiner Heroinsucht befreit. Er kehrt nach Hause zurück, wo er von seiner fünfundzwanzigjährigen Ehefrau Sophia („Zosh“) erwartet wird, die seit einem von ihm im betrunkenen Zustand verschuldeten Autounfall vor drei Jahren im Rollstuhl sitzt. Dass Frankie – der sich im Gefängnis als Schlagzeuger ausbilden ließ – nicht mehr als Bankhalter bei den von Schwiefka (Robert Strauss) organisierten illegalen Pokerrunden arbeiten, sondern als Musiker ein neues Leben anfangen will, hält Zosh für keine Erfolg versprechende Idee, und sie befürchtet außerdem, Frankie könne sie verlassen. Sie weiß, dass er vor seiner Verhaftung eine Affäre mit der im selben Haus wohnenden Animierdame Molly (Kim Novak) hatte. Frankie ist jedoch fest entschlossen, dem Rat des Gefängnisarztes zu folgen und sich von Schwiefka ebenso fernzuhalten wie von dem Rauschgifthändler Louie (Darren McGavin).

Bei Antek (Frank Marlowe) in der Bar trifft Frankie seinen alten Freund „Sparrow“ (Arnold Stang) wieder, einen geistig beschränkten Herumtreiber, der gestohlene Hunde verkauft. Sparrow stiehlt in einem Kaufhaus einen Anzug für Frankie, den dieser bei seinem ersten Vorstellungsgespräch tragen soll. Stolz erzählt Sparrow es in Anteks Bar Schwiefka, der gekommen ist, um Frankie an den Kartentisch zurückzuholen, von diesem jedoch abgewiesen wird. Auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch werden Frankie und Sparrow von Detective Bednar (Emile Meyer) festgenommen: Schwiefka hat den Diebstahl bei der Polizei angezeigt. Unter der Bedingung, dass Frankie wieder für ihn arbeitet, hinterlegt der skrupellose Gauner eine Kaution und holt die beiden aus der Zelle.

Frankie sucht das Nachtlokal auf, in dem Molly arbeitet. Während der Haft habe er nachgedacht, sagt er, und sei zu dem Schluss gekommen, dass ihre Beziehung keine Zukunft habe, denn er könne keine hilflose Frau im Rollstuhl verlassen. Molly sieht das ein. Während Frankies Abwesenheit fing sie eine Affäre mit dem alkoholkranken John (John Conte) an, der ohne den Rückhalt, den er bei ihr findet, völlig verloren wäre.

Der Impresario Harry Lane (Will Wright) verspricht Frankie bei einem Vorstellungsgespräch, sich nach einer freien Stelle umzuhören und ihn anzurufen. Als der Anruf ausbleibt, ist Frankie so niedergeschlagen, dass er sich von Louie Heroin spritzen lässt. Das sei eine einmalige Ausnahme, versichert er sich selbst, denn er habe die Sucht längst überwunden. Zosh fühlt sich in ihrer Skepsis gegen die Musikerpläne bestätigt, aber Molly – die Frankie zufällig in Anteks Bar trifft – ermutigt ihn und drängt ihn, mit Lane zu telefonieren. Tatsächlich hat der Impresario einen Vorspieltermin für Frankie vereinbart, konnte ihn jedoch nicht anrufen, weil er die Nummer verloren hatte.

Während Frankie bereits von einer Karriere unter dem Künstlernamen Jack Duvall träumt, drängen Schwiefka und Louie ihn in Anteks Bar, wenigstens noch eine Nacht als Bankhalter zu arbeiten. Keiner in Chicago sei besser als er. Sie wollen ihm 250 Dollar dafür zahlen, ein Vielfaches der üblichen Summe.

Als Molly merkt, dass Frankie wieder Drogen nimmt, packt sie enttäuscht ihre Sachen und sucht sich ein anderes Apartment.

In der Nacht zeigt Frankie, dass er seine Fertigkeiten als Bankhalter nicht verloren hat: Er gewinnt zwei auswärtigen Pokerspielern – Markette und Williams (George E. Stone, George Mathews) – das ganze Geld für Schwiefka ab. Als es hell wird, hört er auf, wie es vereinbart war. Bezüglich der 250 Dollar, die ihm zustehen, vertrösten Schwiefka und Louie ihn auf später. Ohne Heroin schafft Frankie es nicht mehr. Er bettelt Louie um eine Spritze an, und der Drogenhändler nutzt Frankies Abhängigkeit, um ihn zu zwingen, an den Kartentisch zurückzukehren, denn inzwischen hat Schwiefka als Bankhalter alles Geld verspielt, auch das, was er und Louie sich während der Nacht von Bekannten geliehen haben. Frankie soll es zurückgewinnen. Doch er ist so erschöpft, dass es ihm nicht gelingt und er von Markette und Williams beim Falschspiel ertappt wird.

Als Louie immer noch nicht bereit ist, Frankie Heroin zu geben, schlägt dieser ihn nieder und durchwühlt seine Wohnung nach Drogen. Vergeblich.

Frankie geht zum Vorspielen, ist jedoch unfähig, sich auf die Musik zu konzentrieren und versagt völlig. Beschämt rennt er fort.

Auf der Suche nach Frankie stößt Louie in dessen Apartment auf Zosh, die zu seiner Überraschung mitten im Raum steht. Er droht, sie und Frankie wegen Versicherungsbetrugs anzuzeigen, aber Zosh drängt ihn ins Treppenhaus zurück, und Louie stürzt über das Geländer in die Tiefe.

Detective Bednar, die sofort Frankie als Mörder verdächtigt, verhört Zosh, die behauptet, zur Tatzeit in ihrem Rollstuhl geschlafen zu haben.

In seiner Verzweiflung sucht Frankie bei Molly Zuflucht. Von ihr erfährt er, dass er wegen Mordes gesucht wird. Obwohl er sie vor den Gefahren warnt, ist sie bereit, ihn bei sich zu verstecken und ihm beim Entzug zu helfen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
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Einige Zeit später hat Frankie es geschafft. Er fühlt sich besser. Zusammen mit Molly schaut er aus dem Fenster, um frische Luft zu atmen. Dabei werden die beiden von John gesehen, den Molly seit Tagen nicht in ihre Wohnung ließ. Wütend geht er zur Polizei und Frankies Aufenthaltsort. Doch als der Streifenwagen vorfährt, ist Frankie bereits fort. Er lief zu seiner Frau, um ihr zu sagen, dass er sich von ihr trennen will und ihr zu versichern, dass er ihr Geld schicken wird, wenn er dazu in der Lage ist. Als er zur Tür geht, springt Zosh auf und läuft ihm nach. In diesem Augenblick kommt Detective Bednar herein. Er begreift sofort, dass Louie nicht von Frankie, sondern von Zosh ermordet wurde, doch als er sie festnehmen will, stürzt sie sich über ein Balkongeländer in den Tod.

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1930 hatte sich die „Motion Pictures Producers and Distributors Association of America“ (MPAA) freiwillig verpflichtet, keine Filme über Drogenmissbrauch, sexuelle Ausschweifungen und organisiertes Verbrechen zuzulassen („Hays Code“). Weil Otto Preminger mit „Der Mann mit dem goldenen Arm“ gegen diese bis 1967 bestehende Auflage verstieß, erhielt er dafür von der MPAA keine Lizenz und der Film durfte ihn zahlreichen amerikanischen Kinos nicht vorgeführt werden.

Bei seiner Verfilmung des Romans „Der Mann mit dem goldenen Arm“ von
Nelson Algren orientierte Otto Preminger sich nur am ersten Teil der literarischen Vorlage. Mit sparsamen Mitteln inszenierte er ein realistisches, packendes Drama über einen Junkie, der nach einer Entziehungskur und der Verbüßung einer Haftstrafe ein neues Leben anfangen will, aber durch eine selbstsüchtige Ehefrau und skrupellose Bekannte daran gehindert wird.

Für einen „Oscar“ nominiert wurden Frank Sinatra (Hauptdarsteller), Elmer Bernstein (Musik) sowie Joseph C. Wright und Darrell Silvera (Ausstattung).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Nelson Algren: Der Mann mit dem goldenen Arm

Otto Preminger: Anatomie eines Mordes

Anna Seghers - Transit
Indem Anna Seghers in ihrem Roman "Transit" das Wort einem Ich-Erzähler überlässt, verleiht sie der Darstellung Authentizität und betont zugleich die Subjektivität der Perspektive.
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