Kebab Connection

Kebab Connection

Kebab Connection

Originaltitel: Kebab Connection – Regie: Anno Saul – Drehbuch: Fatih Akin, Ruth Toma, Jan Berger, Anno Saul – Kamera: Hannes Hubach – Schnitt: Tobias Haas – Musik: Marcel Barsotti – Darsteller: Denis Moschitto, Nora Tschirner, Güven Kiraç, Hasan Ali Mete, Adnan Maral, Adam Bousdoukos, Cem Akin, Tatjana Velimirov, Sibel Kekilli, Paul Faßnacht, Andrea Paula Paul, Nursel Köse, Romina Fütterer, Fahri Yardim, Marion Martienzen, Jessica McIntyre, Charlotte Crome u.a. – 2005; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Der in Hamburg aufgewachsene Türke Ibo träumt davon, den ersten Kung-Fu-Film in Deutschland zu drehen. Als Fingerübung inszeniert er erst einmal einen Werbespot für die Dönerbude seines Onkels Ahmet, der im örtlichen Kino gezeigt wird. Der unerwartete Erfolg überzeugt Ahmet, und er wünscht sich einen weiteren Spot von Ibo. Der hat inzwischen andere Sorgen: Seine Freundin Titzi ist schwanger, und weil sie ihn für zu unreif hält, um Vater zu sein, trennt sie sich von ihm ...
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Kritik

Auch wenn in "Kebab Connection" Türken, Griechen, Italiener, Albaner und Deutsche auftreten, geht es weniger um den culture clash als um Spaß. Es handelt sich um eine schräge und originelle, überdrehte und temporeiche Komödie.
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Der im Hamburger Schanzenviertel aufgewachsene, inzwischen einundzwanzigjährige Türke Ibrahim („Ibo“ – Denis Moschitto) verehrt Bruce Lee (Artemio Tensuan) und träumt davon, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu drehen. Als Fingerübung inszeniert er erst einmal einen Werbespot für die Dönerbude „King of Döner“, die seinem Onkel Ahmet (Hasan Ali Mete) gehört. Der reagiert entsetzt, als Ibo ihm den martialischen Kung-Fu-Spot „Für zwei Hand voll Kebab“ im örtlichen Kino vorführt, aber das Publikum ist begeistert und strömt nach den Vorstellungen zum „King of Döner“. Der unerwartete Erfolg überzeugt Ahmet: Er versöhnt sich mit seinem Neffen, lobt ihn vor allen Gästen als neuen Steven Spielberg und wünscht sich einen weiteren Werbespot.

Doch Ibo hat inzwischen andere Sorgen: Seine deutsche Freundin Patrizia („Titzi“ – Nora Tschirner) ist schwanger. Obwohl das Kind nicht geplant war und sie sich gerade mit ihrer Mitbewohnerin Nadine (Andrea Paula Paul) zusammen auf die Aufnahmeprüfung der Schauspielschule vorbereitet, kommt eine Abtreibung für sie nicht in Frage.

Mutig erzählt Ibo zu Hause seinen Eltern (Güven Kiraç, Nursel Köse) und seiner kleinen Schwester Ayla (Romina Fütterer), dass sie Großeltern und Tante werden. Vater Mehmet, der seit dreißig Jahren als Taxifahrer in Deutschland lebt, duldete zwar, dass sein Sohn eine Christin als Freundin hatte, aber er will auf keinen Fall Enkelkinder einer Ungläubigen: Zornig verstößt er Ibo und wirft ihn aus der Wohnung.

Ibo sucht Zuflucht bei seinem griechischen Freund Lefty (Fahri Ogün Yardim), dessen Vater Kirianis (Adnan Maral) gegenüber der Dönerbude „King of Döner“ die Taverne „Bouzouki“ betreibt und seinen Sohn enterbte, als dieser mit dem Albaner Valid (Adam Bousdoukos) ein vegetarisches Restaurant eröffnete.

Titzi teilt ihrer Mutter Marion (Marion Martienzen) mit, dass sie schwanger ist. Marion, die von Titzis Vater ständig betrogen wurde und deshalb nicht gut auf Männer zu sprechen ist, fragt Titzi sarkastisch: „Hast du schon mal einen Türken gesehen, der einen Kinderwagen schiebt?“

Das gibt Titzi zu denken, und sie besorgt sich einen Kinderwagen, um Ibo zu testen. Wie zufällig trifft sie ihn in der Stadt und lässt den Kinderwagen bei ihm stehen, als sie weitergeht.

Ibo – der sich auf der Straße grundsätzlich mit einem Skateboard fortbewegt – bleibt nichts anderes übrig, als den Kinderwagen mitzunehmen, doch sobald er drei Bekannte erblickt, lässt er den Kinderwagen aus, obwohl dieser auf dem abschüssigen Gehsteig zurückrollt. Erst als Ibo sich wieder unbeobachtet fühlt, läuft er dem Kinderwagen nach – und versucht sich erneut zu verstecken, als Valid auftaucht. Vergeblich, denn ein Säugling beginnt zu schreien: Ibo hat einen falschen Kinderwagen erwischt. Valid geht gerade weiter, da taucht die italienische Mutter des Babys (Sibel Kekilli) auf und schlägt mit ihrer Handtasche auf den vermeintlichen Kinderräuber ein. In dem Gerangel stoßen sie gegen den Kinderwagen, und der holpert eine lange Treppe hinunter. Vergeblich rennt Ibo hinterher; er stürzt auf der Treppe und kann gerade noch Valid rufen. Der dreht sich um – und fängt das in diesem Augenblick aus dem Kinderwagen geschleuderte Kind auf. So lernen der Albaner und die Italienerin sich kennen. Sie werden ein Paar.

Ibo liegt noch auf der Treppe, da geht oben auf der Straße Titzi mit ihrem Kinderwagen vorbei und signalisiert ihm mit einer wütenden Handbewegung, dass sie nichts mehr von ihm wissen will, weil er als zukünftiger Vater versagte.

Vater Ahmet ist zwar gegen eine deutsche Schwiegertochter, aber er findet es skandalös, dass sein Sohn sich nicht um die Mutter seines Kindes kümmert. Ibo gerät völlig durcheinander. Erst einmal dreht er einen weiteren Spot für seinen Onkel – „Wir sterben für Döner“ –, aber als dieser im Kino gezeigt wird, bleibt der „King of Döner“ wieder leer.

Unmittelbar bevor Onkel Ahmet mit seinen Verwandten im „King of Döner“ Geburtstag feiern will, verwüsten die drei Stammgäste Montana, Altan und Kerem (Badasar Colbiyik, Cem Akin, Hakan Orbeyi) das Lokal, weil ihnen die Kuttelsuppe nicht geschmeckt hat. Auch zwischen Onkel Ahmet und seinem Neffen kommt es zum Streit. Verärgert geht Ibo daraufhin zur Konkurrenz gegenüber, in die Taverne von Kirianis, dessen Nichte Stella (Tatjana Velimirov) sich an Ibo heranmacht und ihn so lange mit Ouzo abfüllt, bis er verspricht, einen Werbespot für die Taverne „Bouzouki“ zu drehen. Kurz darauf torkelt er durch eine bodentiefe Scheibe ins Freie, fällt in die Scherben und übergibt sich.

Onkel Ahmets Geburtstagsgäste – darunter Ibos Vater, seine Schwester und Titzi – beobachten es mit Abscheu.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Unmittelbar nachdem Titzi die Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule bestanden hat, setzen die Wehen ein. Sie geht zu einem Taxistand, aber der Fahrer des vordersten Wagens lehnt es ab, eine Schwangere zu chauffieren, denn er sorgt sich um seine Polster. Zufällig ist Ibos Vater in der Nähe und übernimmt es, Titzi ins Krankenhaus zu bringen.

Während Titzi im Kreißsaal von einem Mädchen entbunden wird, versöhnen sich Ibo und sein Vater im Wartezimmer.

Bald darauf wird im „King of Döner“ Hochzeiti gefeiert. Dazu hat Ibo auch die griechische Konkurrenz von gegenüber eingeladen. Ein Filmproduzent (Paul Faßnacht), dem Ibo vor einiger Zeit seine Idee für einen deutschen Kung-Fu-Film mit dem Titel „Die Todesfaust des gelben Rächers“ vorgestellt hatte, taucht auf und bietet Ibo einen Vertrag darüber an. Zuvor dreht Ibo jedoch einen dritten Werbespot für seinen Onkel, damit sich dessen Dönerbude wieder füllt.

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Eigentlich wollte Fatih Akin („Gegen die Wand“) einen Kung-Fu-Film drehen. Statt das Vorhaben zu verwirklichen, lieferte er schließlich die Idee für die Komödie „Kebab Connection“, die von einem jungen Mann handelt, der an nichts anderes als den von ihm geplanten Kung-Fu-Film denkt, aber dann doch erwachsen wird und sich seiner Verantwortung als Vater bewusst wird. Türken, Griechen, Italiener, Albaner und Deutsche treffen dabei in Hamburg aufeinander, aber es geht nicht um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem culture clash, sondern um Spaß. „Kebab Connection“ ist temporeich, originell und überdreht, witzig und pointenreich, wobei der Humor mehr aus turbulenten Blödeleien als aus feingeistigen Ironien besteht. Schräg sind vor allem die Dialoge. Die Filmemacher haben einige Anspielungen auf berühmte Filmszenen untergebracht, beispielsweise an die – bereits in „Die nackte Kanone 33 1/3“ aufgegriffene – Treppenszene in „Panzerkreuzer Potemkin“ (1925; Regie: Sergei M. Eisenstein). Erwähnenswert sind nicht zuletzt die durch Weitwinkelobjektive und schiefe Aufnahmewinkel absichtlich leicht verzerrten Bilder.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

Anno Saul: Die Tür

Arnon Grünberg - Muttermale
Vor dem Hintergrund der großen Themen Liebe, Leben, Sterben und Tod dreht sich der tragikomische Roman "Muttermale" von Arnon Grünberg um die Grenzen zwischen Normalität und Krankheit. "Muttermale" ist ein Plädoyer für eine bunte, liberale Gesellschaft.
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Arnon Grünberg

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