Equilibrium

Equilibrium

Equilibrium

Originaltitel: Equilibrium – Regie: Kurt Wimmer – Drehbuch: Kurt Wimmer – Kamera: Dion Beebe – Schnitt: Tom Rolf und William Yeh – Musik: Klaus Badelt (Ludwig van Beethoven, Ramin Djawadi, Geoff Zanelli) – Darsteller: Christian Bale, Sean Bean, William Fichtner, Taye Diggs, Angus MacFayden, Emily Watson, Dominic Purcell, Christian Kahrmann, John Keogh, Sean Pertwee, David Barrash, Dirk Martens u.a. – 2002; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Wer den dritten Weltkrieg überlebt hat, ist Librianer, Bürger in einem totalitären Staat, der mit Hilfe sog. Kleriker alle Emotionen ausrottet, denn die gelten als Ursache allen Übels. Wer bei einer Gefühlsregung ertappt und gemeldet wird, hat sein Leben verwirkt: Er wird ins Feuer geworfen wie Gemälde, Bücher und Erinnerungsfotos. John Preston ist ein kompromissloser Kleriker – bis er eines Tages an dem System zu zweifeln beginnt ...
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Kritik

Farben gibt es in diesem gefühlskalten futuristischen Staat kaum. Umso bewusster arbeitet der Kameramann Dion Beebe mit Licht- und Schattenwirkungen. "Equilibrium" ist ein stilvoller Science-Fiction-Thriller.
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Wer den Dritten Weltkrieg im 21. Jahrhundert überlebt hat, ist Bürger eines totalitären Staates, der alle Gefühle auszurotten versucht, weil sie der offiziellen Ideologie zufolge die Ursache aller Kriege waren. Während die Librianer – so heißen die Bürger dieses globalen Staates – pausenlos über riesige Bildschirme und Lautsprecher durch den „Vater“ genannten Staatschef (Sean Pertwee) indoktriniert werden („nicht die Botschaft ist wichtig, sondern der Gehorsam“), achtet eine Elite so genannter Gramaton-Kleriker darauf, dass alles verbrannt wird, was Emotionen evozieren könnte: Gemälde, Belletristik, Erinnerungssachen. Wird jemand bei einer Gefühlsregung ertappt und gemeldet, hat er sein Leben verwirkt. Wer sich jedoch pflichtgemäß seine tägliche Dosis Prozium in den Hals injiziert, kann sicher sein, dass er nichts empfindet.

John Preston (Christian Bale) ist einer der besten Gramaton-Kleriker. Als seine Ehefrau (Maria Pia Calzone) vor vier Jahren unter dem Verdacht, eine Sinnesstraftäterin zu sein, verhaftet und liquidiert wurde, empfand er weder Mitleid noch Trauer. Seither erzieht er seinen Sohn Robbie (Matthew Harbour) und seine Tochter Lisa (Emily Siewert) allein. Eines Tages bemerkt er, dass sein langjähriger Partner Errol Partridge (Sean Bean) ein konfisziertes Buch von William Butler Yeats (1865 – 1939) nicht verbrannt, sondern eingesteckt hat. Er stellt ihn bei der Lektüre, und als Errol zur Pistole greift, erschießt er ihn kaltblütig.

Zusammen mit seinem neuen Partner führt John den Kampf gegen die wenigen noch lebenden Rebellen kompromisslos fort. Dabei nehmen sie auch eine Frau fest, die in ihrer Wohnung verbotenerweise einen Wandspiegel und einen Raum voller Andenken hat: Mary O’Brien (Emily Watson).

Beim abendlichen Zähneputzen fällt John die Ampulle mit der Tagesdosis Prozium zu Boden und zerbricht. Sein Sohn ermahnt ihn, sich im „Equilibrium“ genannten Regierungsgebäude Ersatz zu besorgen, aber er unterlässt es. Am nächsten Morgen erwacht John aus einem Albtraum und sieht zum ersten Mal bewusst die warmen Farben eines Sonnenaufgangs. Er reißt die Beschichtung vom Fenster und blickt hinaus. Erschrocken läuft er ins Bad, um sich Prozium zu spritzen, tut es dann aber doch nicht. Einige Stunden später zieht er beim Treppensteigen die Handschuhe aus und staunt darüber, wie es sich anfühlt, mit der bloßen Hand über das Geländer zu gleiten.

Nach der Liquidierung einer weiteren Rebellengruppe findet John in deren Unterschlupf eine Schneekugel und eine Schallplatte mit der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Da weint er. Die Soldaten erschießen die von den soeben getöteten Rebellen gehaltenen Hunde, denn Haustiere sind in dem Staat verboten. Ein Welpe flüchtet sich zu John, und der verhindert die Erschießung des Hundes unter dem Vorwand, man müsse ihn zuerst noch auf ansteckende Krankenheiten untersuchen. Kurz darauf wird er von einem Überwachungskommando mit dem Hund im Kofferraum ertappt. Der Kommandant befiehlt seinen Männern, John zu erschießen, doch aufgrund seiner hervorragenden Kampfausbildung ist dieser dem halben Dutzend Soldaten überlegen und tötet sie alle.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Beim nächsten Einsatz rettet er die Rebellen und erschießt die Mitglieder des Militärkommandos, das sie töten sollte.

Mary O’Brien wird nach einigen Verhören zu einem der Verbrennungsöfen geführt. John rennt los, um sie vor dem Flammentod zu bewahren, kommt jedoch um Sekunden zu spät.

Damit John an den „Vater“ herankommt und ihn töten kann, opfert sich die allerletzte Widerstandsgruppe und lässt sich von ihm ausheben. Tatsächlich erhält er daraufhin eine Audienz im Innersten des Regimes. Nachdem er seine Waffen abgegeben und einen Test bestanden hat, eröffnet ihm sein Chef, dass der „Vater“ vor Jahren starb und er seither faktisch der Machthaber ist. In mehreren Kämpfen tötet John zuerst die Wachen und schließlich auch den Diktator. Dann zerstört er die Anlagen, mit denen die gespeicherten Aufnahmen der Reden des „Vaters“ auf die Bildschirme überall im Land übertragen werden.

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„Equilibrium“ ist ein anspruchsvoller, von George Orwells Roman „1984“ inspirierter Science-Fiction-Thriller über einen totalitären Staat, der jedes Gefühl ausrotten will. Das Besondere an „Equilibrium“ ist weniger die Geschichte, als die stilvolle Inszenierung durch Kurt Wimmer. Die „Librianer“ tragen meistens schwarze Kleidung (erst für den Showdown zieht sich der Protagonst weiß an), und auch sonst gibt es in dieser gefühlskalten futuristischen Welt kaum Farben. Umso bewusster arbeitet der Kameramann Dion Beebe mit Licht- und Schattenwirkungen. „Equilibrium“ beginnt und endet mit Actionszenen, aber das vorherrschende Tempo ist getragen, und die pseudosakrale Filmmusik von Klaus Badelt verstärkt diesen Effekt. Die ruhige Erzählweise verhindert allerdings nicht, dass der Film spannend und dramatisch ist. Dafür sorgen nicht zuletzt hervorragende Darsteller wie Christian Bale, Sean Bean und Emily Watson. Ein ästhetischer Genuss sind auch die sorgfältig choreografierten Kampfszenen, die übrigens nicht aufwändig am Computer bearbeitet wurden. Kurt Wimmer drehte „Equilibrium“ für nur 20 Millionen Dollar; weil jedoch das Einspielergebnis in den USA (1,2 Millionen Dollar) nicht einmal diesen Betrag abdeckte, kam der Film in Europa mit Ausnahme von Österreich nicht ins Kino. In Deutschland lief „Equilibrium“ am 9. Juli 2005 erstmals im Fernsehen (Pro 7).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Stewart O'Nan - Das Glück der anderen
Stewart O'Nan schildert das apokalyptische Szenario in einer kargen Sprache ohne jede Sentimentalität. Dabei verwendet er für seine Erzählerfigur in "Das Glück der anderen" die unübliche zweite Person Singular und lässt uns gewissermaßen an den Selbstgesprächen des Protagonisten teilhaben.
Das Glück der anderen

Stewart O'Nan

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