"Blutgräfin" Erzsébet Báthory


Erzsébet Báthory (Elisabeth Báthory) wurde am 7. August 1560 in Nyírbátor im Nordosten Ungarns geboren. Ihre Eltern waren der adelige Offizier Georg Báthory von Ecsed und Anna Báthory von Somlyó, eine Schwester des späteren Königs István Báthory (Stephan Báthory, 1533 – 1586) von Polen-Litauen. Das Báthory-Geschlecht gehörte zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Familien des Landes.

Angeblich musste Erzsébet Báthory im Alter von neun Jahren hilflos zusehen, wie aufständische Bauern zwei Kindermädchen erschlugen, dann zwei ihrer Schwestern vergewaltigten und an den Ästen eines Baumes aufhängten.

Jedenfalls wurde Erzsébet Báthory im Alter von elf Jahren mit Ferenc Freiherr Nádasdy verlobt, dem Sohn einer anderen ungarischen Adelsfamilie. Die Hochzeit fand am 9. Mai 1575 statt. Das Ehepaar bekam fünf Kinder. Nádasdy, der „schwarze Ritter“, tat sich in den Feldzügen gegen die Osmanen durch besonders grausame Folterungen von Kriegsgefangenen hervor. Er fiel 1604.

Am 29. Dezember 1610 stürmte der im Vorjahr zum Palatin (Vizekönig und oberster Richter) von Ungarn ernannte Georg Graf Thurzo von Bethlenfalva (1567 – 1616) die von Erzsébet Báthory bewohnte Burg und nahm sie fest.

Schon seit längerer Zeit kursierten Gerüchte, denen zufolge es sich bei der Gräfin um eine sadistische Serienmörderin handelte. Anfangs hatte sie Dienerinnen gefoltert, verstümmelt und umgebracht. Als sie dann auch Jungfrauen aus aristokratischen Familien zu Tode quälte, wurden die ersten Anzeigen gegen sie protokolliert.

In dem Gerichtsverfahren, das 1611 gegen Erzsébet Báthory und ihre Helfer durchgeführt wurde, sagten dreihundert Zeugen aus. Man beschuldigte die Gräfin, achtzig, vielleicht auch weit über hundert Mädchen ermordet zu haben. Die Kammerzofe Dorothea Széntes und Helena Jo, das frühere Kindermädchen der drei Töchter von Erzsébet Báthory und Ferenc Freiherr Nádasdy, starben auf dem Scheiterhaufen. Der langjährige Diener Johannes Ujvári wurde enthauptet. Die Wäscherin Katharina Beneczky, die weder an den Folterungen noch an den Morden beteiligt gewesen war, aber bei der Beseitigung der Leichen geholfen hatte, kam mit einer Haftstrafe davon. Die Hauptangeklagte wurde in einem Turmzimmer ihrer Burg Cachtice eingesperrt, nachdem man die Fenster zugemauert hatte. Dort fand ein Diener sie in der Nacht auf den 21. August 1614 tot vor.

Noch zu ihren Lebzeiten verbreitete sich die Legende, Erzsébet Báthory habe die Mädchen ermordet, um ihr Blut trinken bzw. in ihrem Blut baden zu können. Auf diese Weise habe die „Blutgräfin“ sich verjüngt. Andere hielten die Blutgräfin für einen Vampir. Der Anblick von Blut scheint Erzsébet Báthory zwar erregt zu haben, aber in den Gerichtsprotokollen gibt es keine Belege dafür, dass sie es trank oder darin badete. Es wird auch erzählt, dass Erzsébet Báthory – die „Tigerin von Cachtice“ – mit ihren Zähnen jungen Mädchen Fleischstücke aus dem Körper gerissen habe.

Die Biografie der Gräfin Erzsébet Báthory bzw. die Legende über die Blutgräfin wurde mehrmals von Literaten und Filmemachern aufgegriffen.

  • Ernst Raupach: Lasst die Toten ruhn (Theaterstück, 1829)
  • Leopold von Sacher-Masoch: Ewige Jugend (Novelle, 1886)
  • Walerian Borowczyk: Unmoralische Geschichten (Film, 1973)
  • Georges Pichard: La Comtesse rouge (Comic, 1985)
  • Wolfgang Hohlbein: Die Blutgräfin (Roman, 2004)
  • Harry Kümel: Blut an den Lippen (Film, 1971)
  • Wilhelm Liebenberg und Frederico Sanchez: Eternal (Film, 2004)
  • William Brent Bell: Stay Alive (Film, 2006)
  • Jeno Hodi: Metamorphosis (Film, 2007)
  • Juraj Jakubisko: Bathory (Film, 2008)
  • Julie Delpy: Die Gräfin (Film, 2009)
  • Andreas Varesi: Die Gräfin Báthory (historischer Roman, 2009)

Für besonderes Aufsehen sorgte Julie Delpy mit ihrem Film „Die Gräfin“.

Literatur über die „Blutgräfin“ Erzsébet Báthory

  • Michael Farin (Hg.): Heroine des Grauens. Wirken und Leben der Elisabeth Báthory in Briefen, Zeugenaussagen und Phantasiespielen (1989)
  • Tony Thorne: Countess Dracula. The Life and Times of Elisabeth Báthory, the Blood Countess (1997)

© Dieter Wunderlich 2009

Julie Delpy: Die Gräfin
Harry Kümel: Blut an den Lippen

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