Fracking


Beim Fracking (hydraulic fracturing, von to fracture: aufbrechen) wird durch eine Bohrung mit Chemikalien versetztes Wasser (Fracfluid) in den Untergrund gepresst. Zweck ist die Erzeugung bzw. Vergrößerung von Rissen im Gestein, durch die in großer Tiefe liegende Lagerstätten beispielsweise von Erdgas oder Erdöl besser ausgebeutet werden können.

Fracking wird seit den Vierzigerjahren entwickelt, aber erst um die Jahr­tausend­wende setzte in den USA ein Boom dieser Methode ein, denn die US-Regierung sah die Chance, durch Fracking im eigenen Land die Einfuhr von fossilen Kohlenwasserstoffen aus dem Nahen und Mittleren Osten zu minimieren. Die Beseitigung der im 20. Jahrhundert bestehenden Abhängigkeit der USA von Erdöl-Importen aus den Staaten am Persischen Golf ist von geopolitischer bzw. -strategischer Bedeutung. Durch eine Reduzierung des Engagements in dieser Region könnten die US ihre Staatsausgaben senken. Zugleich macht die nicht zuletzt durch das Überangebot ausgelöste Preissenkung beim Erdöl dem Exporteur Russland weit mehr als den USA zu schaffen.

Außerdem nehmen die USA eine Vorreiterrolle bei einer Energiegewinnung ein, die als Brückentechnologie betrachtet wird.

Gegner des Fracking weisen allerdings auf Umweltrisiken hin. Fracking verursacht Mikrobeben, die unter Umständen Erdbeben auslösen können. Vor allem droht eine Verunreinigung von Oberflächengewässern und des Trinkwassers durch die Fracfluide.


In Pennsylvania soll aus aufgedrehten Wasserhähnen nicht nur Wasser geströmt sein, sondern auch Erdgas, das sich entzünden ließ. Das ist in dem Dokumentarfilm „Gasland“ von Josh Fox zu sehen, der für einen „Oscar“ nominiert wurde.

Gasland – Originaltitel: Gasland – Regie: Josh Fox – Drehbuch: Josh Fox – Kamera: Josh Fox – Schnitt: Matt Sanchez – 2010; 100 Minuten

Auf unterhaltsame Weise geht es auch in dem von Gus Van Sant inszenierten Spielfilm „Promised Land“ um Fracking.

© Dieter Wunderlich 2016

Gus Van Sant: Promised Land

Javier Marías - So fängt das Schlimme an
Weit ausholend und in großen Bögen mäandernd führt uns Javier Marías durch die Geschichte. Seine Gedan­ken­gänge wirken ebenso elegant wie seine von Susanne Lange kongenial ins Deutsche übertragenen Schach­tel­sätze. Vor allem die sprachliche Virtuosität hebt "So fängt das Schlimme an" auf ein hohes literarisches Niveau.
So fängt das Schlimme an