Inhaltsangabe und Besprechung
Das 1981 mit Nikolaus Paryla im Münchner Cuvilliéstheater uraufgeführte Ein-Mann-Stück "Der Kontrabass" erschließt sich auch beim Lesen, weil man dabei zu hören glaubt, wie der Protagonist spricht. "Der Kontrabass" ist ein genialer Wurf, gerade weil Patrick Süskind seine Kunst in eine scheinbar so triviale Form gebracht hat. "Was noch kein Komponist komponiert hat, das schrieb jetzt ein Schriftsteller, nämlich ein abendfüllendes Werk für einen Kontrabass-Spieler." (Dieter Schnabel)
Das Stück besteht aus dem Monolog eines Kontrabassisten, in dem sich ein bieder-selbstgerechter Charakter offenbart, dessen Vorurteilen und Denkschablonen wir im "richtigen Leben" überall begegnen.
Heimlich ist der Kontrabassist in eine Sopranistin namens Sarah verliebt. Wenn sie da ist, spielt er besonders schön – soweit das auf seinem Instrument möglich ist –, aber sie merkt es nicht. Beim Giulini-Gastkonzert heute Abend will er sein Leben verändern und spektakulär "Sarah" schreien. "... Und ich gehe jetzt. Ich geh jetzt in die Oper und schrei. Wenn ich mich trau. Sie können es ja morgen in der Zeitung lesen. Auf Wiederschaun!"
Noch eine kleine Kostprobe: "'Das Denken', sagt ein Freund von mir – er studiert seit zweiundzwanzig Jahren Philosophie und promoviert jetzt –, 'Das Denken ist eine zu schwierige Sache, als dass jedermann darin herumdilettieren dürfte.' Er – mein Freund – würde sich auch nicht hinsetzen und die Hammerklaviersonate herunterspielen. Weil er das nicht kann. Aber jedermann glaubt, dass er denken kann, und denkt zügellos drauflos ..."
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