Shrek. Der tollkühne Held

Shrek. Der tollkühne Held

Shrek. Der tollkühne Held

Shrek. Der tollkühne Held - Originaltitel: Shrek - Regie: Andrew Adamson und Victoria Jenson - Drehbuch: Ted Elliot, Terry Rossio, Joe Stillman und Roger S. H. Schulman, nach dem Kinderbuch "Shrek" von William Steig - Schnitt: Sim Evan-Jones - Musik: John Powell und Harry Gregson-Williams - deutsche Synchronprecher: Sascha Hehn, Randolf Kronberg, Esther Schweins, Rufus Beck u.a. - 2000; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Der an einem Minderwertigkeitskomplex leidende Lord Farquaad möchte sich durch die Heirat mit einer Prinzessin zum König machen. Ein überaus kräftiger Oger, der am liebsten allein ist, weil alle ihn hässlich finden, soll die von einem Feuer speienden Drachen im Turm eines Schlosses bewachte Prinzessin Fiona für ihn befreien ...
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Kritik

Die amüsante Trickfilmkomödie "Shrek", in der es darum geht, sich nicht von Äußerlichkeiten beeindrucken zu lassen und sich selbst zu akzeptieren, gilt schon jetzt als Meilenstein in der Entwicklung der Computeranimation.
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Der kleingewachsene Lord Farquaad (Synchronsprecher: John Lithgow / Rufus Beck) lässt in seinem Reich Duloc alle Fabelwesen aufgreifen: Elfen und Hexen, Pinocchio und den Lebkuchenmann, Peter Pan, den Rattenfänger von Hameln, Rotkäppchen, die sieben Zwerge usw. Nur ein sprechender Esel (Eddie Murphy / Randolf Kronberg) entkommt den Soldaten des bösen Lords im letzten Augenblick. Bei seiner Flucht stößt er auf Shrek (Mike Myers / Sascha Hehn), einen riesigen, grünen, gutmütigen Oger. Weil Shrek immer wieder von anderen Wesen wegen seiner Hässlichkeit zurückgewiesen worden war, ohne dass jemand sich die Mühe gemacht hatte, ihn näher kennen zu lernen, lebt er allein in einem Sumpf und vertreibt jeden, der sich nähert. Aber der Esel lässt sich nicht davon abhalten, sich ihm anzuschließen und die Nacht vor Shreks Hütte zu verbringen. Am anderen Morgen stellt Shrek entsetzt fest, dass es in seinem Sumpf von zwangsweise umgesiedelten Fabelwesen wimmelt. Um sich bei Lord Farquaad zu beschweren, zieht er zum Schloss, und der Esel begleitet ihn.

Zur gleichen Zeit will sich der eitle Lord Farquaad von einem Zauberspiegel bestätigen lassen, dass er ein mächtiger König ist. Der Spiegel antwortet ihm, er sei zwar noch kein König, aber durch die Heirat einer Prinzessin könne er es werden. Er präsentiert dem Lord auch gleich ein paar Werbespots von Kandidatinnen, darunter Aschenputtel, Schneewittchen und Prinzessin Fiona, die im obersten Turmgemach eines von einem Feuer speienden Drachen bewachten Schlosses eingesperrt ist. Lord Farquaad entscheidet sich für Prinzessin Fiona und setzt ein Turnier an. Der Sieger soll die Prinzessin befreien.

Beim Anblick des übertrieben hohen Schlosses ahnen Shrek und der Esel, dass Lord Farquaad einen Minderwertigkeitskomplex überkompensiert. Gerade als das Turnier beginnen soll, geraten sie auf den Schlossplatz. Lord Farquaad befiehlt den Rittern, Shrek zu töten, aber der besiegt sie alle. Da ändert Lord Farquaad seine Pläne und bietet Shrek einen Handel an: Wenn der Oger ihm die Prinzessin bringt, darf er in seinem Sumpf wieder allein und ungestört leben.

In den Bergen finden Shrek und der Esel das Drachenschloss. Zuerst müssen sie auf einer Hängebrücke eine Schlucht überqueren, in der Lava brodelt. Im Schloss setzt Shrek sich den Helm einer Ritterrüstung auf. Um den Esel aus den Klauen des Drachens zu befreien, zieht Shrek das Tier am Schwanz, wird aber fortgeschleudert – geradewegs in die Turmkammer, in der Prinzessin Fiona (Cameron Diaz / Esther Schweins) gefangen gehalten wird. Die Prinzessin hat lange auf ihren Retter gewartet, aber sie hat sich die Befreiung romantischer erträumt. Barsch zerrt Shrek sie durch die Korridore.

Inzwischen hat der Esel erkannt, dass es sich bei dem Drachen um ein weibliches Wesen handelt und mit ihm zu flirten begonnen. Die Drachenfrau fühlt sich geschmeichelt und sieht davon ab, den Esel zu zerquetschen. So gelingt es Shrek und dem Esel, mit Prinzessin Fiona zu fliehen.

Unterwegs besteht die Prinzessin darauf, dass Shrek, den sie für einen vornehmen Ritter hält, den Helm abnimmt, damit sie sein Gesicht sehen kann. Shrek hält das nicht für eine gute Idee und warnt sie, er sei nicht ihr Typ. Erst als er dann doch den Helm abnimmt, merkt Prinzessin Fiona, dass es sich bei ihm um einen Oger handelt. So hat sie sich ihren Traumprinzen nicht vorgestellt!

In einem finsteren Wald lauern Robin Hood (Vincent Cassel / Michael Plan) und seine Männer. Sie wollen die Prinzessin rauben, aber die beherrscht asiatische Kampftechniken und bezwingt sie alle. Da staunen Shrek und der Esel.

Die drei Gefährten stellen fest, dass sie sich trotz ihrer Verschiedenheit gut verstehen und wollen Freunde sein. Bei Shrek und Prinzessin Fiona regen sich sogar Liebesgefühle.

Während Shrek und der Esel im Freien schlafen, verbringt Prinzessin Fiona die Nächte allein in einer Höhle oder in einer alten Mühle. Einmal stößt der Esel auf sie, noch bevor die Sonne aufgegangen ist, und erschrickt, denn er glaubt, er habe eine Fremde vor sich, nicht die schlanke Prinzessin mit dem schönen Gesicht, sondern eine pummelige Frau mit einem Bauerngesicht. Doch es ist Fiona. Sie wurde von einer Hexe dazu verflucht, nachts hässlich zu sein. Nur der erste Kuss eines liebenden Wesens kann sie erlösen. Als Shrek der Prinzessin an diesem Morgen seine Liebe gestehen möchte, hört er sie mit dem Esel reden und vernimmt den Satz: „Prinzessin und hässlich, das passt nicht zusammen!“ Diese Aussage bezieht er natürlich auf sich und wirft enttäuscht die Sonnenblume fort, die er für Fiona gepflückt hat.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Lord Farquaad kommt mit einer Abordnung, um die Prinzessin zu empfangen. Enttäuscht stellt sie fest, dass er so klein ist, dass ihn seine Männer wie ein Kind vom Pferd heben müssen, doch als Shrek wütend fortgeht, willigt sie in die Hochzeit mit dem Lord ein.

Vergeblich versucht der Esel, mit Shrek zu reden. Der will nichts hören und am liebsten allein sein. Erst am Abend findet der Esel Gehör. Da er Prinzessin Fiona versprach, ihr Geheimnis nicht zu verraten, kann er Shrek nur andeuten, dass sie am Morgen nicht von ihm sprach. Aber von wem denn sonst? Das müsse er sie selbst fragen, meint der Esel verschmitzt. Zu diesem Zeitpunkt findet im Schloss die Trauungszeremonie statt. Shrek befürchtet, dass er zu spät kommt. Der Esel ruft jedoch die verliebte Drachenfrau, die ihm inzwischen gefolgt ist. Sie fliegt mit den beiden in Windeseile zum Schloss. Der Priester vor dem Altar fordert gerade die Anwesenden auf, Einspruch gegen die Eheschließung zu erheben oder für immer zu schweigen, da stürmt Shrek in die Kirche und verlangt den Abbruch der Zeremonie. Während des Tumults geht die Sonne unter, und Prinzessin Fiona verwandelt sich wieder in eine pummelige Frau. Als Lord Farquaad das sieht, befiehlt er der Wache, sie und Shrek festzunehmen. Doch der Drache steckt seinen Kopf herein, frisst ihn und spuckt nur die Königskrone aus, die er sich bereits aufgesetzt hatte.

Prinzessin Fiona und Shrek fallen sich in die Arme und küssen sich. Durch den Kuss wird Fiona von dem Fluch erlöst – und in eine Oger-Frau verwandelt. Das stört jedoch weder sie noch Shrek.

Inhaltsangabe zum Sequel „Shrek 2. Der tollkühne Held kehrt zurück“

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Der Film „Shrek“ von Andrew Adamson und Vicky Jenson basiert auf einem illustrierten Kinderbuch mit dem gleichen Titel von William Steig. In der Geschichte geht es darum, sich nicht von Äußerlichkeiten blenden oder abschrecken zu lassen, sondern hinter die Fassaden zu schauen. Nur so erkennt man die wahren Stärken und Schwächen der anderen. Außerdem ermutigt „Shrek“ dazu, sich selbst zu akzeptieren. Ob man nun eine hübsche oder eine pummelige Prinzessin, ein geschwätziger Esel oder ein hässlicher Oger ist: Alle können Glück und Liebe finden.

In „Shrek“ gibt es zwar einen tollkühnen Helden, eine schöne Prinzessin und einen bösen Herrscher, aber die erzählerischen Konventionen werden in dieser Märchenparodie auf den Kopf gestellt. Mit niedlichen Disney-Kreaturen haben „Shrek“ und die anderen von Raman Hui entwickelten Figuren nicht viel gemein.

Die Trickfilmkomödie gilt schon jetzt als Meilenstein in der Entwicklung der Computeranimation. Rund 275 Künstler und IT-Fachleute arbeiteten bei PDI/Dream Works fast drei Jahre lang an den 31 Sequenzen und 1288 Einstellungen von „Shrek“. 28 186 Bäume wurden generiert. In der Turnierszene und bei der Hochzeitszeremonie sind 1000 bzw. 1500 „Statisten“ im Publikum zu sehen, die mit einem System kombinierbarer Köpfe, Haare und Kleider und Bewegungen zusammengestellt wurden. Eine von PDI/DreamWorks entwickelte Software (Fluid Animation Systems) ermöglichte es, Flüssigkeiten mit verschiedenen Viskositäten – Wasser, Bier, Schlamm, Lava – beim Auftreffen auf andere Materialien darzustellen. Ein sogenannter „Shader“ wurde verwendet, um Licht- und Schattenwirkungen auf matten und glänzenden Oberflächen nachzuahmen. Die größte Herausforderungen für die Animateure bestand jedoch im Ausdruck von Gefühlen. Dafür verwendete PDI/DreamWorks einen „Shaper“. Einfach erklärt, werden dabei verschiedene Schichten unterschieden: Skelett, Muskeln, Fett, Haut, Fell bzw. Haare, gegebenenfalls auch Kleidung. Weil die Bewegungen in diesem System von innen nach außen simuliert werden, ruft beispielsweise eine Muskelkontraktion eine realistische Veränderung der Haut und der Kleidung hervor. Bei Prinzessin Fiona mussten die Animateure darauf achten, dass sie nicht wie das Video einer lebendenden Frau wirkt, sondern erkennbar eine Märchenfigur bleibt.

In der Kategorie „bester Animationsfilm“ gab es für „Shrek“ einen „Oscar“. Nominiert hatte man auch das Drehbuch von Ted Elliot, Terry Rossio, Joe Stillman und Roger S. H. Schulman.

Außer der im Dezember 2000 mit einem Orchester im berühmten Abbey Road Studio in London aufgenommenen Filmmusik von John Powell und Harry Gregson-Williams sind in „Shrek. Der tollkühne Held“ folgende Songs zu hören:

  • „All Star“ (Greg Camp)
  • „Bad Reputation“ (Joan Jett)
  • „Best Years Of Our Lives“ (Geoff Deane)
  • „Escape“ (Rupert Holmes)
  • „Friends“ (Buzzy Linhart)
  • „Hallelujah“ (Leonard Cohen)
  • „I’m a Believer“ (Neil Diamond)
  • „I’m on My Way“ (Charlie Reid und Craig Reid)
  • „Meditation“ (Antonio Carlos Jobim)
  • „Merry Men“ (Kirby Tepper)
  • „My Beloved Monster“ (Mark Everett)
  • „On the Road Again“ (Willie Nelson)
  • „Try a Little Tenderness“ (James Campbell, Connelly und Harry M. Woods)
  • „Whipped Cream“ (Naomi Neville)
  • „You Belong to Me“ (Pee Wee King)

Aufgrund des Erfolgs gibt es drei Sequels: „Shrek 2. Der tollkühne Held kehrt zurück“, „Shrek der Dritte“ und „Für immer Shrek“.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004 / 2010

Andrew Adamson u.a.: Shrek 2. Der tollkühne Held kehrt zurück
Chris Miller, Raman Hui: Shrek der Dritte
Mike Mitchell: Für immer Shrek

Andrew Adamson: Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia

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