Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia

Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia

Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia

Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia – Originaltitel: The Chronicles of Narnia. The Lion, The Witch, and The Wardrobe – Regie: Andrew Adamson – Drehbuch: Ann Peacock, Andrew Adamson, Christopher Markus, Stephen McFeely, nach dem Roman "Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia" von C. S. Lewis – Kamera: Donald McAlpine – Schnitt: Sim Evan-Jones, Jim May – Musik: Harry Gregson-Williams – Darsteller: Tilda Swinton, Georgie Henley, Skandar Keynes, William Moseley, Anna Popplewell, James McAvoy, Jim Broadbent, Kiran Shah, James Cosmo, Judy McIntosh, Elizabeth Hawthorne u.a. – 2005; 140 Minuten

Inhaltsangabe

Als die Deutschen im 2. Weltkrieg London bombardieren, kommen die Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy Pevensie zu einem Onkel aufs Land. Beim Spielen versteckt Lucy, die Jüngste, sich in einem Wandschrank – und gelangt auf diese Weise unerwartet nach Narnia, eine Welt, in der die weiße Hexe seit 100 Jahren für tiefen Winter sorgt. Einer Prophezeiung zufolge wird Narnia von zwei Söhnen Adams und zwei Töchtern Evas befreit ...
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Kritik

Bei der Verfilmung des Romans "Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia" von C. S. Lewis hielt sich Andrew Adamson eng an die Vorlage. Obwohl der Film auf die optische Wirkung ausgerichtet ist, sind die CGI-Figuren mit Ausnahme des Löwen nicht überzeugend.
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Helen Pevensie (Judy McIntosh) lebt mit ihren vier Kindern Peter, Susan, Edmund und Lucy (William Moseley, Anna Popplewell, Skandar Keynes, Georgie Henley) in London, während ihr Mann im Krieg ist. Als die deutschen Luftangriffe gegen London zunehmen, schickt Helen die Kinder mit dem Zug zu einem Onkel aufs Land. Digory Kirkes (Jim Broadbent) Haushälterin, Mrs MacReady (Elizabeth Hawthorne), holt Peter, Susan, Edmund und Lucy im Bahnhof ab und bringt sie in das Haus des Professors.

Dort überredet Lucy ihre älteren Geschwister, Verstecken zu spielen. Um sich zu verbergen, öffnet sie die Tür eines wuchtigen Kleiderschranks. Hinter Pelzmänteln gelangt sie in ein verschneites Land. Nach kurzer Zeit begegnet sie dem Faun Tumnus (James McAvoy), von dem sie erfährt, dass sie sich im Land Narnia befindet. Tumnus lädt Lucy zu sich nach Hause ein und gibt ihr dort einen Schlaftrunk, denn die weiße Hexe Jadis (Tilda Swinton), die Narnia seit hundert Jahren beherrscht und dafür sorgt, dass es immerfort Winter ist, hat befohlen, jedes menschliche Wesen zu ihr zu bringen. Einer alten Prophezeiung zufolge soll Narnia nämlich von zwei Söhnen Adams und zwei Töchtern Evas befreit werden. Während Lucy schlummert, wird Tumnus hin- und hergerissen zwischen seiner Angst vor der bösen Hexe und seinen Schuldgefühlen gegenüber dem sympathischen Mädchen. Als Lucy wieder zu sich kommt, führt er sie zu der Stelle zurück, wo sie aus dem Schrank kam.

Lucy nimmt an, dass ihre Geschwister sie längst suchen, aber im Haus des Professors scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, und weder Peter noch Susan oder Edmund glauben, was sie von ihrem jüngsten Abenteuer erzählt.

Nachts steht Lucy heimlich auf und geht wieder zu dem geheimnisvollen Schrank. Ed, der gerade von der Toilette kommt, folgt seiner Schwester – und befindet sich nun auch plötzlich in Narnia.

Lucy hat er aus den Augen verloren. Ein von Rentieren gezogener Schlitten kommt angerast. Der zwergenhafte Kutscher Ginarrbrik (Kiran Shah) hält an, springt auf Ed zu und will ihm die Kehle durchschneiden, aber die im Schlitten sitzende weiße Hexe hält ihn davon ab, holt den Jungen zu sich, behauptet, die Königin von Narnia zu sein und zaubert für Ed zuerst eine Tasse heiße Schokolade und dann eine Schale mit türkischem Honig herbei. Während der Junge isst und trinkt, erzählt er arglos, dass seine kleine Schwester bereits hier war und mit einem Faun sprach. Als die Hexe erfährt, dass er einen Bruder und zwei Schwestern hat, denkt sie an die Prophezeiung und fordert Ed auf, mit seinen Geschwistern zu ihr ins Schloss zu kommen. Dort werde er noch sehr viel mehr türkischen Honig bekommen, verspricht sie.

Nach seiner Rückkehr ins Haus des Professors leugnet Ed das Erlebnis, statt die Darstellung seiner jüngeren Schwester zu bestätigen. Deshalb halten Peter und Susan das Land Narnia weiterhin für ein Hirngespinst Lucys.

Als die Kinder beim Ballspielen eine Scheibe einwerfen, fliehen sie vor Mrs MacReady. Ed, Susan und Peter folgen Lucy in den Wandschrank und gelangen auf diese Weise alle zusammen nach Narnia. Die Behausung des Fauns finden sie verwüstet vor. Einem amtlichen Schreiben entnehmen sie, dass er wegen Hochverrats festgenommen und ins Schloss gebracht wurde.

Schließlich treffen die Kinder auf ein Biberpaar, das treu zu Aslan hält, dem rechtmäßigen König von Narnia. Aufgrund der Prophezeiung erhoffen die Biber von Peter, Susan, Ed und Lucy die Befreiung Narnias. Deshalb wollen sie die Kinder zu Aslan bringen. Doch bevor sie aufbrechen, verschwindet Ed. Er kann der Versuchung durch den türkischen Honig nicht widerstehen und geht zum Schloss. Aber die weiße Hexe lässt ihn zu Tumnus in den Kerker werfen, und statt türkischen Honig gibt es trockenes Brot.

Nachdem die weiße Hexe von Ed erfahren hat, dass sich dessen Geschwister bei dem Biberpaar aufhalten, schickt sie den Leitwolf Maugrim, den Chef ihrer Geheimpolizei, mit seinem Rudel aus: Maugrim soll ihr die Kinder bringen.

Während die Wölfe von einem Fuchs in die falsche Richtung geschickt werden, treffen die Biber und die drei Kinder auf den Weihnachtsmann (James Cosmo). Der schenkt Peter ein Schwert, Susan Pfeil und Bogen und Lucy sowohl einen Dolch als auch eine Zaubertinktur, mit der jede Wunde geheilt werden kann.

Die Anwesenheit der Kinder bewirkt, dass in Narnia Tauwetter einsetzt. Weil das Eis auf einem Fluss aufbricht, den die Biber mit den Kindern auf dem Weg zu Aslan überqueren müssen, entkommen sie den Wölfen, die doch noch ihre Fährte gefunden haben.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als die Biber und die Kinder das Feldlager des Löwen Aslan am Rand von Narnia erreichen, beginnt der Frühling in Narnia.

Die Krieger des rechtmäßigen Königs von Narnia befreien Ed, aber die weiße Hexe beruft sich auf die Gesetze, denen zufolge sie ein Anrecht auf jeden Verräter hat. Um den kleinen Jungen zu retten, opfert sich Aslan für ihn. Bevor ihn die gemeine Hexe auf einem Altar aus Stein ersticht, verkündet sie Aslan triumphierend, sie werde trotz seines Opfers auch den Jungen töten.

Anstelle von Aslan führt Peter zusammen mit General Oreius (Patrick Kake), einem Zentauren, die Truppen in die Schlacht gegen das Heer der weißen Hexe, das von dem Minotaurus General Otmin (Shane Rangi) kommandiert wird. Peter und Oreius können der Übermacht nicht standhalten. Im letzten Augenblick taucht Aslan auf, und auf seinem Rücken sitzen Susan und Lucy. Weil Aslan ohne Sünde ist, zerbrach der Steinaltar, und der Löwe erwachte wieder zum Leben.

Die weiße Hexe verletzt Ed schwer, doch als sie Peter erstechen will, springt der Löwe sie an und tötet sie. Und bevor Ginarrbrik den verwundeten Ed töten kann, erschießt Susan ihn mit einem Pfeil.

Aslan lässt Peter, Susan, Edmund und Lucy feierlich zu Königen von Narnia krönen.

Fünfzehn Jahre später geraten sie (Noah Huntley, Sophie Winkleman, Mark Wells, Rachael Henley) während einer Jagd nach einem weißen Hirschen in den Wandschrank und kehren im nächsten Augenblick als Kinder in das Haus des Professors zurück, der in diesem Augenblick den Raum betritt und sich aufmerksam anhört, was sie in Narnia erlebt haben.

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Ende 2001 erwarb Walden Media die Filmrechte an dem 1950 von Clive Staples Lewis veröffentlichten Roman „Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia“ („The Chronicles of Narnia. The Lion, the Witch and the Wardrobe“). Die Dreharbeiten begannen am 28. Juni 2004 in Neuseeland. Die Winterlandschaften filmte man danach in Tschechien.

Während C. S. Lewis im Roman eingangs nur kurz erklärt, warum die vier Kinder zu Professor Digory Kirkes geschickt werden, beginnt die Verfilmung mit dem Luftkrieg gegen London und dem Abschied von der Mutter am Bahnhof. Das Ende des Films ist dagegen im Vergleich zum Buch erheblich gekürzt. Der Fuchs, der Zentaur Oreius und der Minotaurus Otmin sind Erfindungen der Drehbuchautoren. Im Film begegnen sich Edmund und Tumnus im Kerker; das ist in der literarischen Vorlage nicht der Fall. C. S. Lewis schrieb, die sprechenden Pferde von Narnia empfänden es als Demütigung, wenn man sie reiten würde. Bei Andrew Adamson reiten die vier Könige von Narnia dagegen bei der Jagd auf Pferden, von denen mindestens eines sprechen kann. Der türkische Honig, mit dem Edmund von der weißen Hexe verführt wird, steht im Buch für Drogen (Turkish Delight). Dieser Bezug fehlt im Film. Ansonsten hielten sich Andrew Adamson und die Drehbuchautoren eng an den Roman von C. S. Lewis.

Vielleicht wollten die Produzenten mit den Verfilmungen der Romanzyklen „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ konkurrieren. Aber im Vergleich dazu ist die Handlung von „Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia“ simpel. Die Anklänge an das Neue Testament stören eher, und die Schlacht zwischen Gut und Böse ist zu harmlos geraten. Obwohl der Film vor allem auf die optische Wirkung ausgerichtet ist, sind die CGI-Figuren mit Ausnahme des Löwen – Aslan ist das türkische Wort für Löwe – nicht auf dem Stand der Technik.

Lucy wird von Georgie Henley und ihrer älteren Schwester Rachael Henley gespielt. Georgie Henley wurde übrigens zunächst mit verbundenen Augen auf den Set „Narnia“ geführt und dann gefilmt, während sie sich über die Schneelandschaft wunderte.

Für die visuellen Effekte in „Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia“ sind mehrere Unternehmen verantwortlich: Rhythm & Hues (Aslan), Rhythm & Hues und Industrial Light and Magic (Schlacht), Sony Pictures Imageworks (Biber, Fuchs, Wölfe). Der Löwe Aslan mit mehr als 5 Millionen Haaren entstand am Computer; nur auf dem steinernen Tisch wurde eine physische Nachbildung verwendet.

Das Hollywood Studio Symphony Orchestra, die Abbey Road Choral Group und Solisten spielten die Filmmusik von Harry Gregson-Williams ein.

Howard Berger und Tami Lane wurden für das Make-up in „Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia“ mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. Nominiert hatte man auch Dean Wright, Bill Westenhofer, Jim Berney und Scott Farrar für die visuellen Effekte sowie Terry Porter, Dean A. Zupancic und Tony Johnson für den Ton.

Der Film „Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia“ kostete schätzungsweise 150 bis 180 Millionen Dollar und spielte während der Laufzeit im Kino knapp 750 Millionen Dollar ein.

Deutsche Synchronsprecher in „Die Chroniken von Narnia. Der König von Narnia“: Marie-Christin König (Lucy), Tobias John von Freyend (Edmund), Johannes Wolko (Peter), Marieke Oeffinger (Susan), Carin C. Tietze (Hexe), Martin Umbach (Fuchs), Thomas Fritsch (Aslan), Reinhard Brock (Biber), Dagmar Heller (Biberfrau), Jens-Holger Kretschmer (Tumnus), Michael Brennicke (Maugrim), Ekkehardt Belle (Ginarrbrik), Horst Sachtleben (Prof. Digory Kirke), Angelika Bender-Willschrei (Mrs MacReady), Claudia Lössl (Helen Pevensie), Reinhard Glemnitz (Weihnachtsmann), Dietmar Wunder (Aslans General, der Zentaur Oreius), Angela Wiederhut (Lucy, erwachsen), Stefan Günther (Edmund, erwachsen), Philipp Moog (Peter, erwachsen), Petra Einhoff (Susan, erwachsen) u.a.

Andrew Adamson verfilmte 2007 auch „Die Chroniken von Narnia. Prinz Kaspian von Narnia“. Der Film kam am 31. Juli 2008 in die deutschen Kinos.

Die Chroniken von Narnia. Prinz Kaspian von Narnia – Originaltitel: The Chronicles of Narnia. Prince Caspian – Regie: Andrew Adamson – Drehbuch: Andrew Adamson, Christopher Markus, Stephen McFeely, nach dem Roman „Die Chroniken von Narnia, Prinz Kaspian von Narnia“ von C. S. Lewis – Kamera: Karl Walter Lindenlaub – Schnitt: Josh Campbell, Sim Evan-Jones – Musik: Harry Gregson-Williams – Darsteller: Ben Barnes, Georgie Henley, Skandar Keynes, William Moseley, Anna Popplewell, Sergio Castellitto, Peter Dinklage, Warwick Davis, Vincent Grass, Pierfrancesco Favino, Cornell John, Damián Alcázar, Alicia Borrachero, Simón Andreu, Predrag Bjelac, David Bowles, Juan Diego Montoya Garcia u.a. – 2008, 145 Minuten

Michael Apted verfilmte „Die Chroniken von Narnia. Die Reise auf der Morgenröte“. Als vierter Film soll „Die Chroniken von Narnia. Der silberne Sessel“ folgen.

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Inhaltsangabe und Filmkritik: © Dieter Wunderlich 2008 / 2013

Clive Staples Lewis: Die Chroniken von Narnia

Andrew Adamson u.a.: Shrek. Der tollkühne Held
Andrew Adamson u.a.: Shrek 2

Alexander Pschera - Vergessene Gesten
Die Auswahl der "vergessenen Gesten" wirkt beliebig. Zu manchen der "125 Volten gegen den Zeitgeist" hat Alexander Pschera mehr als eine Seite geschrieben, andere hat er mitl zwei Zeilen kommentiert. "Vergessene Gesten" ist zuallererst ein Aufruf, sich altmodischer zu verhalten. Warum? Weil unser Leben aufgrund des Vergessens von Gesten "einförmiger, monotoner, gegenstandsloser geworden" sei, heißt es im Klappentext. Das Buch ist sehr schön gebunden und mit Illustrationen von Leandra Eibl bebildert.
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