Alles, was ich an euch liebe

Alles, was ich an euch liebe

Alles, was ich an euch liebe

Alles, was ich an euch liebe – Originaltitel: Seres queridos – Regie: Dominic Harari, Teresa de Pelegri – Drehbuch: Dominic Harari, Teresa de Pelegri – Kamera: Danny Cohen – Schnitt: Fernando Pardo – Musik: Charlie Mole – Darsteller: Norma Aleandro, Marián Aguilera, Guillermo Toledo, María Botto, Fernando Ramallo, Max Berliner, Mario Martín u.a. – 2004; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Die jüdische Fernsehansagerin Leni verliebt sich in Madrid ausgerechnet in den jungen Literaturprofessor Rafi, der zwar wie sie einen israelischen Pass hat, aber Moslem ist und aus einer Palästinenser-Familie stammt. Die beiden wollen heiraten, nach Barcelona ziehen und dort eine Familie gründen. Zunächst einmal bringt Leni ihren Verlobten mit nach Hause, um ihn dort vorzustellen. Rafi ist auf einiges gefasst, aber er ahnt nicht, in welche Turbulenzen er in der jüdischen Familie gerät ...
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Kritik

"Alles, was ich an euch liebe" ist eine überdrehte, unterhaltsame Screwball-Komödie mit viel Klamauk und Situationskomik. "Make Laugh Not War" lautet das Motto von Dominic Harari und Teresa de Pelegri.
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Die jüdische Fernsehansagerin Leni Dalinsky (Marián Aguilera) verliebt sich in Madrid ausgerechnet in den jungen Literaturprofessor Rafi (Guillermo Toledo), der zwar wie sie einen israelischen Pass besitzt, aber Moslem ist und aus einer Palästinenser-Familie stammt. Die beiden wollen heiraten, nach Barcelona ziehen und dort eine Familie gründen. Zunächst einmal bringt Leni ihren Verlobten mit nach Hause, um ihn dort vorzustellen.

Der höfliche junge Mann gefällt Gloria Dalinsky (Norma Aleandro), doch als sie hört, dass es sich um einen Palästinenser handelt, ist sie entsetzt: Angesichts der Todfeindschaft zwischen Juden und Palästinensern könne die Verbindung keine Zukunft haben, befürchtet sie.

„Mama, wir lieben uns!“
„Romeo und Julia haben sich auch geliebt!
„Das war im Mittelalter!“
„Kind, wir leben im Mittelalter!“

Lenis neunzehnjähriger Bruder David (Fernando Ramallo) durchlebt gerade eine Entwicklungsphase, in der er die strengen Regeln des ultraorthodoxen Judentums ausprobiert. Dazu passt es gar nicht, dass seine nymphomanische Schwester Tania (María Botto), die mit ihrer sechs Jahre alten unehelichen Tochter Paula (Alba Molinero) ebenfalls noch bei den Eltern wohnt, nach dem Duschen unbekümmert nackt vor seinen Augen herumläuft. Tania verdächtigt ihren Vater Ernesto (Mario Martín), eine Affäre mit einer anderen Frau zu haben, weil er immer erst sehr spät nach Hause kommt. Auch an diesem Abend ist er noch nicht da. Sein greiser, blinder und dementer Vater Dudu (Max Berliner), der noch sein uraltes Gewehr aus den Kriegen im Nahen Osten geladen im Schrank hat, gehört auch zum Haushalt.

Rafi bietet Gloria an, die eingefrorene Suppe fürs Abendessen aufzutauen, doch dabei rutscht ihm der eisige Klumpen aus der Hand und fällt aus dem Fenster. Als er hinunterläuft, stellt er erschrocken fest, dass der Eisblock einen Passanten an der Schläfe traf. Der Mann liegt leblos auf der Straße. Leni hält Rafi davon ab, den Notarzt und die Polizei zu alarmieren; sie zieht es vor, den vermeintlich Toten liegen zu lassen und über die Ursache zu schweigen.

Beim Betrachten der Fotos, die in der Wohnung herumstehen, kommt Rafi der Verdacht, dass es sich bei dem – inzwischen von Sanitätern abtransportierten – Opfer um Lenis Vater handeln könnte. Ist er deshalb noch nicht nach Hause gekommen?

Als Gloria von dem Verdacht erfährt, Ernesto könne eine Affäre haben, glaubt sie zu begreifen, warum er im Bett so inaktiv ist. „Eher gibt es Frieden in Israel“, erklärt sie Leni, „als dass dein Vater mich zum Orgasmus bringt.“ – Sie lässt es sich nicht nehmen, zu seinem Büro zu fahren, um nachzusehen. Tania, Leni und Rafi begleiten sie. Ernesto sei bereits gegangen, behauptet ein von den späten Besuchern aufgescheuchtes Liebespaar. Also doch! Er treibt sich mit einer Geliebten herum!

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Ernesto, der tatsächlich von der gefrorenen Suppe getroffen worden war, kam inzwischen wieder zu sich, läuft jedoch benommen und völlig desorientiert herum. Eine Prostituierte (Ramata Koite), die er für seine Frau hält, nimmt ihn mit in ihr Apartment, aber er hat kein Geld bei sich, denn während er bewusstlos auf der Straße lag, stahl ihm eine zufällig vorbeikommende Alte (Emiliana Olmedo) die Brieftasche. Nachdem ihn die Prostituierte hinausgeworfen hat, irrt Ernesto weiter durch die Stadt, und die Passanten, die ihm begegnen, wundern sich, weil er keine Hose anhat …

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„Alles, was ich an euch liebe“ ist eine überdrehte, unterhaltsame Screwball-Komödie mit viel Klamauk und Situationskomik. Es geht um den Zusammenprall von Kulturen, und dabei haben sich Dominic Harari und Teresa de Pelegri ausgerechnet Juden und Muslime, Israeli und Palästinenser ausgesucht. An der Frage, ob man über ein so ernstes Thema wie den Nahost-Konflikt eine Komödie drehen darf oder nicht, werden sich die Geister scheiden. Das war bei „Der große Diktator“, „Das Leben ist schön“, „Zug des Lebens“ nicht anders. Meines Erachtens ist „Make Laugh Not War“ kein schlechtes Motto.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

Deborah Levy - Heim schwimmen
In kurzen, rasch skizzierten Szenen treibt Deborah Levy die Handlung voran. Die Sprache in "Heim schwimmen" ist zumindest in der deutschen Übersetzung eher lapidar, spröd und hölzern.
Heim schwimmen

Deborah Levy

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