Die Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin

Originaltitel: Die Gottesanbeterin - Regie: Paul Harather - Drehbuch: Susanne Freund, Gerda E. Grossmann und Paul Harather - Kamera: Fabian Eder - Schnitt: Andreas Kopriva - Musik: Mona Davis Music - Darsteller: Christiane Hörbiger, Udo Kier, Jan Niklas, Simon Schwarz, Peter Faerber, Ursula Koban, Klaus Ofczarek, Gerhard Ernst, Taniana Petrovsky u.a. - 2001; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Mit einem tödlichen Medikamentencocktail befreit Trixi Jancik sich von ihrem schikanösen Ehemann. Die gleiche Mischung probiert sie anschließend bei zwei weiteren steinreichen Ehemännern aus; auch bei einem ekelhaften Erpresser funktioniert das Rezept. Endlich kann Trixi ihren Traummann heiraten. Aber da wartet eine Überraschung auf sie ...
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Kritik

"Die Gottesanbeterin" ist eine unterhaltsame schwarze Komödie, eine Satire, in der die Gesellschaft vorwiegend aus Mördern, Erpressern, Perversen und ebenso geilen wie ekelhaften Männern zu bestehen scheint.
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Trixi Jancik (Christiane Hörbiger), eine abgehärmte, etwa sechzig Jahre alte Frau, wird von ihrem todkranken Ehemann Siggi (Klaus Ofczarek) schikaniert. Aber es gelingt ihr, sich regelmäßig davonzuschleichen, ein in einem Schließfach deponiertes elegantes Kostüm anzuziehen und bei Pferderennen die Luft der High Society zu schnuppern. Auf der Rennbahn wird sie eines Tages von einem Mann angesprochen, der angeblich einen Insidertipp hat und sie bittet, 10 000 Mark für ihn zu setzen. Trixi wittert eine gute Chance, und als sie ihren Nachbarn Karli Köcker (Peter Faerber) trifft, leiht sie sich von ihm weitere 10 000 Mark, um auch selbst auf den Außenseiter setzen zu können. Das Pferd geht weit abgeschlagen als letztes durchs Ziel. Karli verlangt sein Geld zurück, drängt Trixi im Auto zum Fellatio, und als sie ihn zurückweist („pack das sofort wieder ein!“), droht er, ihrem Mann zu verraten, was sie heimlich treibt.

Irgendwann glaubt Trixi den Psychoterror ihres Mannes nicht mehr auszuhalten. Außerdem benötigt sie Geld, und sie weiß, dass Siggi viel Geld zurückgelegt hat. Bei seinem nächsten Herzanfall flößt sie ihm einen tödlichen Cocktail aus seinen Medikamenten ein.

Nun weiß sie, wie es geht. Sie heiratet den ebenso reichen wie herzkranken Witwer Wolfgang Schernthaler (Gerhard Ernst), stiehlt zunächst den wertvollen Schmuck seiner verstorbenen Frau und lässt den Verdacht auf die Putzfrau fallen.

Karli lässt sich nicht abschütteln: Er findet sie auch unter ihrer neuen Adresse und beschuldigt sie, Siggi vergiftet und Wolfgang bestohlen zu haben. Als Beweis zeigt er ihr ein Medaillon, das sie beim Pfandleiher versetzt hat. Für sein Schweigen verlangt er eine Million.

Der ekelhaften Sexspiele mit ihrem dicken zweiten Mann überdrüßig, tötet Trixi ihn schließlich mit der bereits erprobten Medikamentenmischung.

Als nächstes macht sie sich an den Kunstmaler Julius Quellenreich (Udo Kier) heran, der sogar ein Schloss besitzt. Der ist Masochist und will von ihr geschlagen werden. Da er sein Kindermädchen als Alleinerbin eingesetzt hat, muss Trixi vor ihm erst noch die alte Frau vergiften, bevor sie ihm den tödlichen Cocktail reichen kann.

Ihren Sohn Heli (Simon Schwarz), der Verdacht geschöpft hat, stellt sie mit einer Million ruhig. Längst hat sie durchschaut, dass Karli das mit dem angeblichen Insidertipp und dem vermeintlich zufälligen Zusammentreffen auf dem Rennplatz arrangiert hatte, um sie erpressen zu können. Als er auf seiner Forderung von einer Million beharrt, bringt Trixi ihm das Geld – und sorgt dafür, dass er bei Kaffee und Kuchen die tödliche Medikamentenmischung einnimmt. Anschließend zerteilt sie die Leiche und verpackt sie in handliche kleine Fleischpakete.

Nun ist für die Multimillionärin endlich der Weg frei: Nach den widerlichen drei Ehemännern kann sie endlich dem eleganten, charmanten Ulrich Stein (Jan Niklas) das Ja-Wort geben und zu ihm auf sein luxuriöses Anwesen ziehen. Für den Hund sind die eingepackten Fleischportionen gerade richtig. Eines Tages erzählt er ihr von Jungvögeln auf den Zinnen eines Turms. Neugierig steigt sie mit einer Leiter hinauf. Währenddessen redet Ulrich von seinen drei tödlich verunglückten Frauen und schildert kurz, wie die ersten beiden ums Leben kamen. „Und die dritte?“, fragt Trixi. „Die bist du“, antwortet Ulrich und ruft den an der Leiter angebundenen Hund.

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„Die Gottesanbeterin“ ist eine unterhaltsame schwarze Komödie, eine Satire, in der die Gesellschaft vorwiegend aus Mördern, Erpressern, Perversen und ebenso geilen wie ekelhaften Männern zu bestehen scheint. Christiane Hörbiger wurde für die Rolle mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

Bemerkenswert ist die Eingangsszene: Trixis Ehering fällt in einen Gully und wird von einem kleinen Fisch verschluckt, den anschließend ein Hai frisst. Fischer fangen den Hai. Und als Lady Diana in einem Restaurant ein Haisteak verzehrt, beißt sie auf den Ring. Das hält sie für eine originelle Idee von Prinz Charles, der sich daraufhin verwirrt mit ihr verlobt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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