THX 1138

THX 1138

THX 1138

Originaltitel: THX 1138 – Regie: George Lucas – Drehbuch: George Lucas, Walter Murch – Kamera: Albert Kihn, David Myers – Schnitt: George Lucas – Musik: Lalo Schifrin – Darsteller: Robert Duvall, Donald Pleasence, Don Pedro Colley, Maggie McOmie, Ian Wolfe, Marshall Efron, Sid Haig, John Pearce, Irene Forrest, Gary Alan Marsh, John Seaton, Eugene I. Stillman, Jack Walsh, Mark Lawhead u.a. – 1971; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Die Menschheit lebt nur noch in einem komplett überwachten unterirdischen System. Emotionen und Gedanken, die die Arbeitseffizienz beeinträchtigen könnten, schaltet man durch die kontrollierte Einnahme von Sedativa aus. Tote bei Arbeitsunfällen werden gleichgültig in den Statistiken verbucht, denn Mitleid gibt es hier keines. Als es LUH 3417 unterlässt, Psychopharmaka zu schlucken und die ihres Mitbewohners THX 1138 austauscht, entwickeln die beiden verbotene Gefühle füreinander ...
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Kritik

"THX 1138" ist eine beklemmende Zukunftsvision. Bei der stilistisch eindrucksvollen Darstellung orientierte sich George Lucas an streng sachlichen Dokumentarfilmen.
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Die Menschheit lebt nur noch in einer hochtechnisierten und komplett überwachten unterirdischen Stadt. Statt eines Bürgermeisters und einer Stadtverwaltung regiert hier das aus Vorschriften, Überwachungsanlagen, Computern und Androiden mit polizeilichen Funktionen bestehende System. Gefühle und Gedanken, die die Arbeitseffizienz beeinträchtigen könnten – dazu gehören auch die Liebe und der Paarungstrieb –, werden durch die kontrollierte Einnahme von Sedativa ausgeschaltet. Wer dabei ertappt wird, dass er die vorgeschriebenen Psychopharmaka nicht einnimmt, muss mit harten Sanktionen bis hin zur Vernichtung rechnen. Männer und Frauen tragen eine einheitliche weiße Kleidung und sind aus hygienischen Gründen kahlrasiert. Wenn bei Arbeitsunfällen hundert und mehr Menschen umkommen, wird das gleichgültig in den Statistiken verbucht, denn Mitgefühl gibt es hier keines.

Infolge der Sedierung empfindet der Techniker THX 1138 (Robert Duvall) auch nichts für seine ihm vom Computer zugewiesene Mitbewohnerin LUH 3417 (Maggie McOmie), die im Kontrollzentrum beschäftigt ist. In ihrer Freizeit schauen sie sich desinteressiert holographische Videos an: eine Nackttänzerin, einen Polizisten, der mit einem Knüppel auf einen am Boden liegenden Mann einschlägt, zwei Studiogäste, die einen sinnlosen Dialog führen.

Heimlich unterlässt es LUH, ihr Beruhigungsmittel zu schlucken, und sie vertauscht auch die Pillen, die für THX bereitliegen. Daraufhin entwickeln sie Emotionen, verlieben sich und kopulieren. Verunsichert wendet sich THX in einer Art Beichtstuhl aus Glas und weißer Plastik an das Porträt eines Mannes, das früheren Darstellungen von Jesus ähnelt, klagt über die innere Orientierungslosigkeit, bekommt aber nur gleichgültige, nichtssagende Antworten einer Computerstimme.

LUH, die inzwischen schwanger ist, drängt THX, mit ihr zu fliehen. Um nicht aufzufallen, muss er zuvor noch eine Arbeitsschicht absolvieren. Weil er sich von LUH überreden lässt, die ihm zugeteilten Psychopharmaka auch jetzt nicht zu nehmen, fühlt er sich bei seiner ebenso schwierigen wie gefährlichen Arbeit in der Fertigung von Androiden überfordert, kann sich nicht konzentrieren und löst beinahe eine Katastrophe aus. Mit Hilfe von elektronischen Messungen stellt sich rasch heraus, dass THX die vorgeschriebenen Beruhigungsmittel nicht genommen hat. Nach einer kurzen Überprüfung werden er und LUH nicht nur wegen des Verstoßes gegen die Drogenvorschriften, sondern auch wegen gefährlicher sexueller Aktivitäten angeklagt und festgenommen.

THX wird zu einigen anderen männlichen Häftlingen in einem scheinbar unendlichen weißen schattenlosen Raum gebracht. Dort trifft er auch SEN 5241 (Donald Pleasence) wieder, den er kurz vor seiner Festnahme wegen der Manipulation eines Computersystems angezeigt hatte. Als THX aufbricht, um einen Ausgang und nach LUH zu suchen, folgt SEN ihm. Nach einem langen Marsch durch den leeren weißen Raum treffen sie auf das materialisierte Hologramm eines Menschen namens SRT (Don Pedro Colley), das sich zwar verirrt hatte, aber inzwischen wieder weiß, wo der Ausgang ist.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Bevor sie diesen erreichen, gelangen sie in einen Raum, in dem tote Embryos in Glasgefäßen aufbewahrt werden. An der Beschriftung erkennt THX, dass auch der von ihm gezeugte Embryo darunter ist, und er begreift, dass man LUH vernichtet hat.

Auf der anderen Seite der Tür werden THX, SEN und SRT von einer herumhastenden Menschenmenge mitgerissen. SEN verliert den Kontakt zu THX und SRT. Mit der U-Bahn fährt er zum Rand des Systems, aber dort verlässt ihn der Mut, und er steigt wieder ein, um zurückzukehren. Schwarz gekleidete Androiden, die als Polizisten fungieren, nehmen ihn erneut fest.

Sie verfolgen auch THX und SRT, die mit Autos zu fliehen versuchen. Während SRT nach wenigen Metern einen Pfeiler rammt und verhaftet wird, rast THX davon. Erst als er in einem Schacht nach oben klettert, holt ihn einer der Androiden ein. In diesem Augenblick bricht das System die Verfolgung jedoch ab, weil das Budget dafür überschritten wurde. THX klettert weiter, gelangt an die unbewohnte Erdoberfläche und blickt in die untergehende Sonne.

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„THX 1138“ ist ein komplexes Science-Fiction-Drama, eine düstere Zukunftsvision und – ähnlich wie „1984“ – eine Warnung vor einem totalitären Überwachungsstaat mit gleichgeschalteten, gefühllosen Individuen ohne eigene Identität. Bei der Darstellung orientierte sich George Lucas an streng sachlichen Dokumentarfilmen. Stilistisch eindrucksvoll ist vor allem die Szene, die in einem scheinbar grenzenlosen, schattenlos ausgeleuchteten Raum spielt, in dem alles außer den Gesichtern weiß ist.

1967 drehte George Lucas (* 1944) den Kurzfilm „THX 1138:4EB. Electronic Labyrinth“. Schon im Jahr darauf arbeitete er am Drehbuch einer erweiterten Fassung, und 1969/70 machte er daraus seinen ersten abendfüllenden Spielfilm – „THX 1138“ –, der am 11. März 1971 in die Kinos kam.

Dreißig Jahre später wurde das inzwischen stark angegriffene und verschmutzte Original des Films digital restauriert. Ein daraus zusammengestellter Director’s Cut kam am 10. September 2004 als DVD heraus.

Ähnliche Zukunftsvisionen entwickelten Andrew Niccol in „Gattaca“ und Kurt Wimmer in „Equilibrium“ (2002).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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