The Descendants

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The Descendants

The Descendants. Familie und andere Angelegenheiten – Originaltitel: The Descendants – Regie: Alexander Payne – Drehbuch: Alexander Payne, Nat Faxon, Jim Rash, nach dem Roman "The Descendants" von Kaui Hart Hemmings – Kamera: Phedon Papamichael – Schnitt: Kevin Tent – Musikauswahl: Dondi Bastone – Darsteller: George Clooney, Shailene Woodley, Amara Miller, Robert Forster, Beau Bridges, Judy Greer, Nick Krause, Patricia Hastie, Barbara L. Southern u.a. – 2011; 115 Minuten

Inhaltsangabe

Der Rechtsanwalt Matt King verfügt treuhänderisch über eine unbebaute Bucht im Besitz des Familienclans. Vier Wochen vor der anberaumten Zusammenkunft, bei der er den Vertrag über den Verkauf des Geländes an einen Investor unterschreiben soll, stürzt seine Frau aus einem Speed-Boot und wird schwer verletzt. Matt muss entscheiden, ob die Geräte abgeschaltet und Organe für Transplantationen entnommen werden sollen. Außerdem muss er sich um die beiden Töchter kümmern. Erst jetzt begreift der Workaholic, dass er seine Familie bisher vernachlässigte ...
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Kritik

Die unterhaltsame Tragikomödie "The Descendants" dreht sich um Verlust, Selbstfindung, Loslassen und Verantwortung. Alexander Payne entwickelt die unkomplizierte Handlung gefällig und so gemächlich, dass es keine Mühe macht, ihr zu folgen.
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Der Rechtsanwalt Matthew („Matt“) King (George Clooney) gehört zu den Nachfahren (descendants) einer hawaiianischen Prinzessin und eines Bankiers, die 1860 eine Bucht der Insel Kauai erwarben. Für den Estate of Edward King and Margarete Ke’Alohilani King – noch immer ein Areal unbebauter Natur – werden inzwischen 500 Millionen Dollar geboten. Matt bestreitet zwar den Lebensunterhalt für sich, seine Frau Elizabeth (Patricia Hastie) und die beiden Töchter ausschließlich von seinen Honoraren, denn er möchte nicht, dass Alexandra und Scottie (Shailene Woodley, Amara Miller) als reiche Erbinnen aufwachsen, aber als Treuhänder bereitet er im Auftrag des Familienclans den Verkauf des Landes vor. Viele seiner Cousins sind arbeitslos oder bankrott und warten dringend auf das Geld eines Immobilienentwicklers, der die traumhafte Bucht für Touristen erschließen will. Dazu plant er den Bau von Hotels und luxuriösen Apartment-Häusern und die Anlage eines Golfplatzes.

Vier Wochen vor der anberaumten Zusammenkunft des Familienrats, bei der Matt den Kaufvertrag unterschreiben soll, stürzt seine Frau aus einem von Troy Cook (Laird Hamilton) gesteuerten Speed-Boot und verletzt sich dabei so schwer, dass sie ins Koma fällt.

Matt, der bisher mehr Zeit im Büro als mit seiner Familie verbrachte, muss sich unvermittelt um seine 10-jährige Tochter Scottie kümmern. Weil er sich dabei überfordert fühlt, will er Scotties sieben Jahre ältere Schwester aus dem Internat nach Hause holen. Als er spätabends unangemeldet dort eintrifft, ist Alexandra nicht in ihrem Zimmer, und man findet sie betrunken mit einer Mitschülerin (Melissa Kim) am Strand.

Dr. Johnston (Milt Kogan) klärt Matt darüber auf, dass das Gehirn der Patientin irreversibel geschädigt ist und sie nicht mehr zu sich kommen wird. Er rät dazu, die Geräte abzuschalten und Organe für Transplantationen zu verwenden.

Als Matt seiner älteren Tochter den baldigen Tod der Mutter ankündigt, verrät sie ihm, dass Elizabeth einen Liebhaber hatte. Da läuft Matt zu dem befreundeten Ehepaar Kai und Mark Mitchell (Mary Birdsong, Rob Huebel), denn er geht davon aus, dass die beiden von der Affäre wissen. Nachdem er ihnen in seinem Zorn brutal Elizabeths Tod angekündigt hat, klärt Kai ihn schluchzend darüber auf, dass ihre Freundin sich scheiden lassen wollte. Mark verrät ihm den Namen des Rivalen. Es handelt sich um den Immobilienmakler Brian Speer (Matthew Lillard).

Matt lädt Freunde und Verwandte der Todgeweihten ein, von ihr Abschied zu nehmen, darunter auch ihren verbitterten Vater Scott Thorson (Robert Forster) und ihre demente Mutter Alice (Barbara L. Southern). Als Matt auf die Insel Kauai fliegen will, um Brian Speer zu suchen und ihm die Nachricht zu überbringen, besteht Alexandra darauf, dass sie, ihr Freund Sid (Nick Krause) und Scottie mitkommen.

Nach der Landung treffen sie zufällig Matts Cousin Ralph (Matt Corboy). Er nimmt sie im Auto mit und zeigt ihnen noch einmal die herrliche Bucht, die verkauft werden soll.

Beim Joggen am Strand entdeckt Matt den Gesuchten, dessen Gesicht er auf einem Foto gesehen hat. Indem er ihm folgt, findet er heraus, wo er wohnt. Am nächsten Tag spricht Matt ein paar Worte mit der Frau, die mit zwei Kindern aus dem Haus kommt und zum Strand geht. Julie Speer (Judy Greer) erzählt ihm, ihr Mann habe geschäftlich auf Kauai zu tun und verbinde die Arbeit mit einem kleinen Familienurlaub.

Von seinem Cousin Hugh (Beau Bridges) erfährt Matt, dass es sich bei Brian Speer um den Makler handelt, der den Estate of Edward King and Margarete Ke’Alohilani King im Auftrag des vorgesehenen Käufers parzelliert weiterveräußern soll.

Daraufhin geht er mit Alexandra zu den Speers. Julie weiß inzwischen, dass er der Treuhänder des Estate of Edward King and Margarete Ke’Alohilani King ist, an dem ihr Mann viel Geld zu verdienen hofft. Während Alexandra sich mit Julie auf der Veranda unterhält, geht Matt mit Brian Speer ins Haus und stellt ihn wegen der Affäre zur Rede. Er argwöhnt, dass der Makler wegen des Geschäfts über Elizabeth an ihn herankommen wollte, aber Brian beteuert, es sei nicht so gewesen.

Wie vorgesehen versammeln sich die Mitglieder des Familienclans, um den Abschluss des Kaufvertrags zu feiern: die Cousins Ralph, Hugh, Hal (Matt Esecson), Milo (Michael Ontkean), Stan (Stanton Johnston), Six (Jonathan McManus), Wink (Hugh Foster) und Dave (Tom McTigue), die Cousine Connie (Tiare R. Finney) und viele andere. Matt weigert sich jedoch, den Vertrag zu unterschreiben, obwohl ihm Hugh mit einer Klage droht.

Inzwischen wurden bei Elizabeth die Geräte abgeschaltet, und ihr Tod steht unmittelbar bevor. Matt, Alexandra, Scottie und Sid sind bei ihr. Unerwartet kommt Julie Speer mit einem Blumenstrauß ins Krankenzimmer. Sie hat inzwischen von ihrem Mann erfahren, dass er mit Elizabeth eine Affäre hatte, und sie weiß auch, dass Matt den Estate of Edward King and Margarete Ke’Alohilani King nicht verkauft. Sie findet es richtig, die Natur zu bewahren, aber Brian ist wegen des geplatzten Immobiliengeschäfts frustriert.

Nach Elizabeths Tod fahren Matt, Alexandra, Scottie und Sid mit einem Boot aufs Meer hinaus und verstreuen die Asche.

Am Abend sitzen Matt und seine beiden Töchter vor dem Fernsehgerät auf der Couch und breiten eine Decke über ihre Beine.

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Erst als seine Frau nach einem Unfall im Koma liegt und er sich um seine beiden Töchter kümmern muss, begreift der Workaholic Matt King, dass er seine Familie vernachlässigte. „The Descendants. Familie und andere Angelegenheiten“ dreht sich um Verlust, Selbstfindung, Loslassen und Verantwortung. Die Verantwortung, die Matt King im Verlauf des Geschehens übernimmt, bezieht sich nicht nur auf die Entscheidung über das Abschalten der Geräte, mit denen seine Frau künstlich am Leben gehalten wird und auf die Erziehung der Töchter, sondern auch auf den Erhalt der Natur in einer unbebauten Bucht.

Obwohl es Konflikte beispielsweise zwischen dem überforderten Vater und seinen Töchtern, dem gehörnten Ehemann und seinem Rivalen, dem Treuhänder und den geldgierigen Verwandten gibt, werden sie nicht zugespitzt, sondern mit abgeschliffenen Kanten dargestellt und mit gefälligen Hawaii-Klängen übergossen. „The Descendants. Familie und andere Angelegenheiten“ gilt als Tragikomödie, aber die Zuschauer sollen sich wohlfühlen. Dementsprechend entwickelt sich die im Grunde unkomplizierte Handlung so gemächlich, dass es keine Mühe macht, ihr zu folgen.

Allerdings wird nicht deutlich, ob Matt den Verkauf des Geländes am Ende verweigert, um sich an seinem Rivalen zu rächen oder weil er nicht möchte, dass die Natur einem Golfplatz und Hotelgebäuden weichen muss.

Anfangs erzählt Matt King im Voice-over, und auf der Leinwand wird das gewissermaßen illustriert. Erst nach vielleicht 20 Minuten übernehmen die Bilder die Führung. Der von George Clooney dargestellte Ich-Erzähler ist aber auch weiterhin in jeder Szene zu sehen.

„The Descendants. Familie und andere Angelegenheiten“ wurde in fünf Kategorien für einen „Oscar“ nominiert (Film, Drehbuch, Regie, Schnitt, Hauptdarsteller George Clooney), aber am Ende gab es die Trophäe nur fürs Drehbuch.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

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