Lemon Tree

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Lemon Tree

Lemon Tree – Originaltitel: Etz Limon – Regie: Eran Riklis – Drehbuch: Suha Arraf, Eran Riklis – Kamera: Rainer Klausmann – Schnitt: Tova Asher – Musik: Habib Shadah – Darsteller: Hiam Abbass, Doron Tavory, Ali Suliman, Rona Lipaz-Michael, Tarik Kopty, Amos Lavi, Amnon Wolf, Smadar Jaaron, Danny Leshman, Hili Yalon u.a. – 2008; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Die verwitwete Palästinenserin Salma Zidane lebt von dem Zitronenhain, der seit Generationen ihrer Familie gehört. Ihr Leben verändert sich drastisch, als der israelische Verteidigungsminister Israel Navon mit seiner Ehefrau Mira die Villa auf der anderen Seite der Zitronenplantage bezieht. Weil der Sicherheitsdienst befürchtet, dass sich Terroristen zwischen den Zitronenbäumen anschleichen könnten, wird die Abholzung beschlossen. Salma wehrt sich vor Gericht ...
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Kritik

Eran Riklis konzentriert er sich mehr auf Allegorien und Charaktere als auf die Handlung. In "Lemon Tree" wird das Thema Palästinenserkonflikt nicht weiter vertieft, und die aberwitzigen Szenen dienen mehr der Unterhaltung als der politischen Satire.
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Seit ihr Ehemann vor zehn Jahren einem Herzanfall erlag, ist die Palästinenserin Salma Zidane (Hiam Abbass) allein für den Zitronenhain neben ihrem Haus im Westjordanland verantwortlich, der sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Salmas Sohn lebt in Washington, D. C., und ihre verheiratete Tochter in einem anderen Dorf. Nur der Greis Abu Hussam (Tarik Kopty), der auch schon vierzig Jahre lang für ihren Mann gearbeitet hatte, hilft ihr bei der Pflege der Bäume und der Ernte der Zitronen, durch deren Verkauf sie das Geld für ihren Lebensunterhalt verdient.

Ihr Leben verändert sich drastisch, als der israelische Verteidigungsminister Israel Navon (Doron Tavory) mit seiner Ehefrau Mira (Rona Lipaz-Michael) die Villa auf der anderen Seite der Zitronenplantage bezieht. Die Leibwächter lassen als Erstes Stacheldraht-Barrieren anlegen und zwischen den Zitronenbäumen einen Wachturm aufstellen. Aber das genügt dem für die Sicherheit des Verteidigungsministers verantwortlichen Sicherheitsoffizier (Amos Lavi) nicht, denn zwischen den Bäumen könnten sich palästinensische Terroristen anschleichen und die Villa angreifen. Er verlangt deshalb die Rodung des Zitronenhains.

Der Dorfälteste, bei dem Salma Rat sucht, erklärt ihr nur, dass kein stolzer Palästinenser Geld von der israelischen Regierung annehmen dürfe. Salma hat ohnehin nicht daran gedacht, die angebotene Entschädigung zu akzeptieren. Stattdessen will sie vor Gericht kämpfen, denn es geht um ihre Existenz, und der Zitronenhain, in dem sie schon als Kind spielte, ist ein Teil ihres Lebens. Das Mandat übernimmt der palästinensische Rechtsanwalt Ziad Daud (Ali Suliman), der sich von seiner Frau getrennt und sie mit der Tochter in Russland zurückgelassen hat.

Der Verteidigungsminister hält sich aus dem Streit heraus. Statt eine eigene Meinung zu vertreten, beruft er sich auf die Expertise des Sicherheitsdienstes.

Während sich der Rechtsstreit durch die Instanzen zieht, lassen die Sicherheitskräfte den Zitronenhain mit einem meterhohen Stahlgitter einzäunen. Auch Salma darf das Grundstück nicht mehr betreten. Die reifen Früchte verfaulen am Boden, und die Bäume drohen zu vertrocknen.

Ziad Daud umwirbt seine zwar deutlich ältere, aber noch immer begehrenswerte Mandantin. Salma sehnt sich nach einem Mann und verliebt sich in Ziad, kann jedoch noch nicht an das Glück einer neuen Liebesbeziehung glauben und bleibt deshalb vorsichtig. Es wird ohnehin über die schöne Witwe und den jungen Rechtsanwalt getuschelt, und der Dorfälteste ermahnt sie, keinen weiteren Anlass für das Gerede zu liefern.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Schweigend beobachtet Mira Navon ihre Nachbarin. Salmas mutiges Engagement für den Zitronenhain beeindruckt sie. Es ist ein Kampf wie der von David gegen Goliath. Wenn Mira von Reportern nach ihrer Meinung gefragt wird, äußert sie sich zunächst loyal gegenüber ihrem Mann und weist darauf hin, dass er sich stets für ein friedliches Zusammenleben mit den Palästinensern eingesetzt hat. Schließlich gibt sie der mit ihr befreundeten Journalistin Tamar Gera (Smadar Jaaron) ein Interview und setzt sich für den Erhalt der Plantage ein. Der Minister kann es kaum fassen, als ihm die Zeitungen vorgelegt werden. Er beschimpft seine Frau am Telefon, und seine Mitarbeiter im Ministerium setzen einen Widerruf auf, den Mira unterschreiben soll. Dafür ist es jedoch zu spät: Ausländische Medien greifen den Fall auf und berichten darüber. Salma erhält Solidaritätsadressen aus aller Welt.

In der letzten Instanz wird vor dem Obersten Gerichtshof in Jerusalem ein Urteil gesprochen: Die Richterin untersagt die Rodung des Zitronenhains, ordnet aber zugleich an, die Bäume auf eine Höhe von 30 Zentimeter zu stutzen und erklärt, die Sicherheit der Bewohner des Landes sei wichtiger als das Eigentumsrecht.

Einige Zeit später durchquert die über 750 Kilometer lange Sperranlage, mit der Israel das Westjordanland vom Kernland trennt, das Dorf, in dem Salma lebt. Die mehrere Meter hohe Stahlwand verläuft unmittelbar vor der Terrasse des Verteidigungsministers. Auf der anderen Seite der unüberwindlichen Grenze stehen die 30 Zentimeter hohen Reste der abgeholzten Zitronenbäume.

Durch den viel beachteten Rechtsstreit wurde Ziad Daud berühmt. Er arbeitet nun für die palästinensische Autonomiebehörde und heiratet die Tochter eines hohen Beamten.

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Der 1954 in Jerusalem geborene israelische Regisseur Eran Riklis veranschaulicht in seinem Politdrama „Lemon Tree“ die Absurdität des Konflikts zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern. Dabei konzentriert er sich weniger auf die Handlung als auf Allegorien und die Charaktere vor allem der Palästinenserin Salma Zidane und der Israelin Mira Navon. Die politische Dimension des Palästinenserkonflikts wird von Eran Riklis in „Lemon Tree“ nicht weiter vertieft. Auch die aberwitzigen Szenen dienen mehr der Unterhaltung als der politischen Satire.

Sehenswert ist „Lemon Tree“ vor allem wegen Hiam Abbas, die ihre Rolle mit nuancierter Mimik differenziert, ausdrucksstark und überzeugend spielt.

Die sprachlichen Unterschiede zwischen Palästinensern und jüdischen Israelis gehen in der deutschen Synchronisation verloren.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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