Die Dinge des Lebens

Die Dinge des Lebens

Die Dinge des Lebens

Die Dinge des Lebens - Originaltitel: Les choses de la vie - Regie: Claude Sautet - Drehbuch: Paul Guimard, Jean-Loup Dabadie und Claude Sautet, nach dem gleichnamigen Roman von Paul Guimard - Kamera: Jean Boffety - Schnitt: Jacqueline Thiédot - Musik: Philippe Sarde - Darsteller: Michel Piccoli, Romy Schneider, Lea Massari, Gérard Lartigau, Jean Bouise, Boby Lapointe u.a. - 1969; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Obwohl Pierre seine Familie wegen Hélène verlassen hat, kann er sich nicht endgültig zwischen den beiden Lebensentwürfen entscheiden. Nach einem schweren Autounfall erinnert er sich an glückliche Momente mit seiner Familie und denkt zugleich liebevoll an Hélène ...
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Kritik

Bei "Die Dinge des Lebens" handelt es sich um einen stilsicher inszenierten, intelligent montierten und hervorragend gespielten Genremix aus Melodram und psychologischer Studie.
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Der Pariser Architekt Pierre Bérard (Michel Piccoli) hat sich von seiner Frau Cathérine (Lea Massari) und seinem um die zwanzig Jahre alten Sohn Bertrand getrennt, um mit der Übersetzerin Hélène (Romy Schneider) zusammenzuleben. Seinem Glück scheint nichts im Weg zu stehen: Hélène liebt ihn zärtlich, Cathérine bleibt ihm trotz allem freundschaftlich verbunden, und auch sein Verhältnis mit Bertrand könnte kaum besser sein.

Bertrand erzählt ihm, er werde die Ferien mit seiner Mutter auf der Ile de Ré verbringen und hätte gern auch seinen Vater dabei. Pierre erinnert sich an glückliche Tage mit seiner Familie auf der Insel und sagt spontan zu, obwohl er Hélène versprochen hat, mit ihr Anfang Juli nach Tunis zu reisen.

Als er Hélène über seine neuen Pläne unterrichtet, ahnt sie, dass die Nordafrika-Reise nicht nur verschoben ist, sondern nie stattfinden wird. Sie ist enttäuscht und fürchtet, Pierre zu verlieren.

Nach einem Besuch bei Hélènes Eltern macht sie Pierre im Auto eine Szene. Er sagt nur, er sei es leid, immer wieder über die Liebe sprechen und sich erklären zu müssen. Vor der Haustür bittet er sie, auszusteigen, er müsse sofort weiterfahren, weil er am nächsten Morgen einen Geschäftstermin in Rennes habe.

Während der nächtlichen Autofahrt erinnert er sich an Ausflüge mit seiner Familie und wie er Hélène bei einer Möbelauktion kennen lernte.

Am Morgen schreibt er Hélène einen Brief, in dem er die Trennung vorschlägt. Doch am Postschalter überlegt er es sich anders: Statt eine Briefmarke zu kaufen, steckt er den Brief in die Jacketttasche und bittet um eine telefonische Verbindung nach Paris. Hélène ist nicht zu Hause. Beim Auftragsdienst hinterlässt er eine Nachricht für sie: Sie möge so rasch wie möglich nach Rennes kommen, sie werde dort sehnlichst erwartet.

Während der Weiterfahrt kommt er an einer Hochzeitsgesellschaft vorbei. Da beschließt er, Hélène zu heiraten.

Ein Bauer fährt mit einem Anhänger voll Schweinen von einer Nebenstraße auf eine Straßenkreuzung. Er steht bereits halb in der Durchgangstraße, als der Motor aussetzt. Pierre sieht das Hindernis, bremst, verliert die Kontrolle über den Wagen, schleudert gegen einen entgegenkommenden Lastwagen und dann gegen einen Baum. Regungslos liegt er in der Wiese, während das Autowrack in Flammen aufgeht.

Bald stehen Schaulustige um ihn herum. Polizei trifft ein. Von einem nahen Bauernhof aus wird ein Krankenwagen gerufen. Pierre hört die Menschen reden. Er wundert sich, dass er keine Schmerzen verspürt und sich nur sehr, sehr müde fühlt. Im Krankenwagen macht er sich Sorgen, dass man den Brief an Hélène in seinem Jackett finden und ihn ihr schicken wird. Man müsse ihn zerreißen, denkt er, aber er kann sich nicht bewegen.

Hélène kommt nach Hause, ist glücklich über die Nachricht, die Pierre ihr hinterlassen hat und fährt sofort los. Als sie an der Unfallsstelle vorbeikommt, sieht sie, wie das Wrack abgeschleppt wird. Natürlich erkennt sie den Wagen. Der verunglückte Fahrer sei ins Krankenhaus gebracht worden, sagt man ihr.

Dort haben sich bereits Cathérine und Bertrand eingefunden. Trotz einer sofortigen Operation ist Pierre inzwischen gestorben. Eine Krankenschwester übergibt Cathérine die bei bei ihm gefundenen Sachen, darunter auch den an Hélène adressierten Brief. Sie zerreißt ihn und wirft die Schnipsel in einen Papierkorb – genau in dem Augenblick, als Hélène hereinkommt.

Als Hélène erfährt, was geschehen ist, geht sie fassungslos zurück zum Auto und merkt kaum, wie sie von entgegenkommenden Passanten angerempelt wird.

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Ein Mann kann sich nicht zwischen zwei Frauen entscheiden, die ihn lieben. So droht er auch seine zweite Chance auf das Glück zu verpassen. Endlich ringt er sich zu einer Entscheidung durch. Doch in der nächsten Minute verunglückt er. Im Sterben erinnert er sich an die schönen Stunden mit seiner Ehefrau und wie er seine Geliebte kennen lernte.

Claude Sautet hat diesen traurigen Film stilsicher inszeniert. Er beginnt mit der Unfallszene, und man sieht den schleudernden und sich überschlagenden Wagen noch weitere dreimal in Zeitlupe, bis das Unglück – nun als Bestandteil der Handlung – noch einmal detailliert gezeigt wird. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern wie selbstverständlich.

Inzwischen gilt „Die Dinge des Lebens“ als Klassiker des französischen Kinos. Das verdankt der Film nicht zuletzt den großartigen Schauspielern Michel Piccoli, Romy Schneider und Lea Massari.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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