Einige Tage mit mir

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Einige Tage mit mir

Einige Tage mit mir - Originaltitel: Quelques jours avec moi - Regie: Claude Sautet - Drehbuch: Claude Sautet, Jerôme Tonnerre und Jacques Fieschi, nach einem Roman von Jean-François Josselin - Kamera: Jean-François Robin - Schnitt: Jacqueline Thiedot - Musik: Philippe Sarde - Darsteller: Daniel Auteuil, Sandrine Bonnaire, Jean-Pierre Marielle, Danielle Darrieux, Dominique Lavanant, Vincent Lindon, Thérèse Liotard, Gérard Ismael, u.a. - 1988; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Als sich ihm der einzige Mensch, mit dem er reden und zusammensein möchte, verweigert, zieht Martial es vor, außerhalb der Gesellschaft in der Nervenheilanstalt zu leben, denn mit den Spießern und Blendern, Lügnern und Betrügern will er nichts zu tun haben.
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Kritik

Claude Sautet zeigt, wie es hinter der bürgerlichen Fassade aussieht. "Einige Tage mit mir" ist eine leise Tragikomödie, die von der schauspielerischen Leistung von Daniel Auteuil und Sandrine Bonnaire getragen wird.
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Susanne Pasquier (Danielle Darrieux) besitzt eine französische Supermarktkette. Ihr Sohn Martial (Daniel Auteuil) ist depressiv und kommt gerade aus der Nervenheilanstalt, in die er eingewiesen worden war, weil er mit niemand mehr sprechen wollte.

Die Umsätze und Gewinne einiger Supermärkte in der Provinz sind rückläufig. Martial Pasquier soll innerhalb von fünf Tagen in fünf Städten nach dem Rechten sehen. Er beginnt mit dem von Raoul (Jean-Pierre Marielle) geführten Supermarkt in Limoges. Raoul gibt sich übertrieben höflich und zuvorkommend, aber Martial hört, wie er seine Frau Irène anruft, um über ihn und die lästige Überprüfung zu schimpfen. (Außerdem befürchtet er, dass seine Unterschlagungen aufgedeckt werden.) Weil Martial vorhat, am Abend noch weiterzufliegen, kann er Raouls Einladung zum Essen nicht annehmen. Der ist zwar froh darüber, den unangenehmen Juniorchef loszuwerden, aber er gibt sich untröstlich.

Martial nimmt ein Taxi zum Flughafen, doch unterwegs überlegt er es sich anders und lässt sich zu Raoul und Irène fahren, um doch noch an dem Abendessen teilzunehmen. Bei Tisch werden nur Platitüden ausgetauscht. Anschließend ist es zu spät, um noch ein Hotelzimmer zu suchen, zumal wegen einer Porzellanausstellung ohnehin nichts mehr frei sein dürfte. Die Gastgeber fühlen sich verpflichtet, Martial bei sich übernachten zu lassen und fordern ihr Hausmädchen Francine (Sandrine Bonnaire) auf, ein Bett herzurichten.

Auch am nächsten Tag bleibt Martial in Limoges. Er mietet eine Wohnung und ruft Irène an: Er habe für den Abend Freunde eingeladen und bitte sie, ihm mit ihrem Hausmädchen auszuhelfen.

Francine stellt verwundert fest, dass die Küche in Martials Wohnung leer ist und auf dem Tisch nur zwei Gedecke liegen. Das Essen wurde bereits geliefert. Ihre Rolle ist nicht die des Hausmädchens, sondern die des Gasts. Zuerst will sie wieder gehen und betont, nicht käuflich zu sein, aber Martial überredet sie zu bleiben, und als sie merkt, dass er nur vorhat, mit ihr zu Champagner zu trinken und zu plaudern, beginnt sie sich wohl zu fühlen.

Am anderen Morgen eröffnet ihr Martial, dass er die Wohnung für drei Monate gemietet hat und bringt sie dazu, telefonisch bei Raoul und Irène zu kündigen. Er kauft ihr teure Kleider, ein Auto und bittet sie, die Wohnung nach ihrem Geschmack einzurichten. Dabei beteuert er, dass sie frei sei.

Francine macht ihn mit ihrem arbeitslosen Freund Ferdinand, ihrer Schwester Georgette und deren Lebenspartner Max bekannt. Anders als Martial, der als Einzelkind aufwuchs, kommt Francine aus einer Familie mit fünf Mädchen und zwei Jungen. Martial und Ferdinand mögen sich auf Anhieb und respektieren es, dass sie beide in Francine verliebt sind.

Obwohl Martial erst an der Seite Francines neuen Lebensmut gefunden hat, kehrt er sofort nach Paris zurück, als man ihn anruft, um ihm zu sagen, seine Mutter habe einen Herzanfall erlitten. Er durchschaut zwar rasch, dass der Anfall nur vorgespielt war, aber er bleibt, überprüft tage- und nächtelang die Bücher, entlarvt den Geschäftsführer als Betrüger, deckt Unregelmäßigkeiten in einigen Supermärkten auf und schlägt seiner Frau Lucie, die längst mit einem Mann namens Paul zusammen ist, die Scheidung vor. Auf seinen Vorschlag hin wird Paul zum neuen Geschäftsführer des Unternehmens ernannt. Martial überlässt den anderen seine Anteile und hat vor, sich nach Limoges zurückzuziehen.

Dort erwartet Raoul wegen seiner Unterschlagungen, dass Martial ihn hinauswirft, aber der interessiert sich nicht mehr für die „Unregelmäßigkeiten“, sondern er will, dass Ferdinand in dem Supermarkt die vakante Stelle des Lagerleiters bekommt.

Ferdinand legt sich ins Zeug, doch plötzlich erscheint er nicht mehr zur Arbeit. Er hat Liebeskummer: Francine hat ihn wegen des Barbesitzers Rocky verlassen. Martial geht hin, um ihr einen Heiratsantrag zu machen. Währenddessen ersticht Ferdinand im Nebenraum seinen Rivalen Rocky. Martial kommt dazu, lässt sich das Messer geben und drängt Ferdinand, zu fliehen. Er bleibt mit dem Messer in der Hand neben der Leiche sitzen, bis ihn die Polizei abführt und er wieder in die Nervenheilanstalt zurückgebracht wird.

Dort besucht ihn eines Tages Francine.

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Als sich ihm der einzige Mensch, mit dem er reden und zusammensein möchte, verweigert, zieht Martial es vor, wieder außerhalb der Gesellschaft in der Nervenheilanstalt zu leben, denn mit den Spießern und Blendern, Lügnern und Betrügern will er nichts zu tun haben. Claude Sautet zeigt, wie es hinter der bürgerlichen Fassade aussieht. „Einige Tage mit mir“ ist eine leise Tragikomödie, die von der schauspielerischen Leistung von Daniel Auteuil und Sandrine Bonnaire getragen wird.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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